Regelwidrigkeiten & Strafen

Verwarnung

Auch: Gelbe Karte

Die erste Stufe der persönlichen Strafen, angezeigt mit der Gelben Karte; ein Spieler soll höchstens eine, eine Mannschaft höchstens drei Verwarnungen erhalten, danach folgt mindestens eine Hinausstellung.

Die Verwarnung ist die erste Stufe der persönlichen Strafen im Handball. [1] Der Schiedsrichter zeigt sie dem fehlbaren Spieler oder Offiziellen und dem Zeitnehmertisch durch Hochhalten der Gelben Karte an, im Regelwerk das Handzeichen 13. [1] Sie ist die angemessene Strafe für Regelwidrigkeiten, die progressiv zu bestrafen sind, und für unsportliches Verhalten nach Regel 8:7. [1] Ein Spieler sollte nicht mehr als eine Verwarnung erhalten, eine Mannschaft insgesamt nicht mehr als drei. [1] Danach muss die nächste Strafe mindestens eine Hinausstellung sein. [1]

Wofür es Gelb gibt

Gelb gibt es zum einen für Fouls, die überwiegend auf den Körper des Gegners zielen, aber noch keine härtere Strafe verlangen. [1] Zum anderen gibt es Gelb für unsportliches Verhalten. Die Regeln nennen dafür Beispiele wie Protest gegen Entscheidungen der Schiedsrichter oder das Stören von Gegenspielern mit Worten oder Gesten. [1] Dazu kommen die Verzögerung eines gegnerischen Wurfs durch Nichteinhalten des 3-m-Abstands und der Versuch, ein Vergehen vorzutäuschen. [1] Auch das aktive Abwehren mit dem Fuß und das wiederholte Betreten des Torraums aus taktischen Gründen gehören dazu. [1]

Grenzen der Verwarnung

Die Zahl der Verwarnungen ist begrenzt. Ein bereits hinausgestellter Spieler sollte nicht mehr verwarnt werden. [1] Gegen die Offiziellen einer Mannschaft sollte insgesamt nur eine Verwarnung ausgesprochen werden. [1] Hat ein Spieler oder seine Mannschaft die Höchstzahl erreicht, folgt bei einem weiteren progressiv zu bestrafenden Vergehen die Hinausstellung. [1] Bei schweren Vergehen wird die Verwarnung ganz übersprungen, dann gibt es sofort eine Hinausstellung oder eine Disqualifikation. [1]

So wird sie angezeigt

Eine Strafe wird immer nach einer Spielunterbrechung ausgesprochen. [2] Anders als bei Hinausstellung und Disqualifikation gibt es für eine bloße Verwarnung kein Time-out. [2] Der Schiedsrichter hält die Gelbe Karte mit einer Hand hoch und zeigt mit der anderen unmissverständlich auf die fehlbare Person. [2] Anzeigen soll sie in der Regel der Schiedsrichter, der das Spiel unterbrochen hat. [2] Der Sekretär bestätigt die Strafe, etwa indem er die Karte zurück in Richtung Schiedsrichter hochhält, danach notieren beide Nummer und Strafe. [2]

Ruhig und mit Blickkontakt

Das Schiedsrichterportal des Deutschen Handballbundes empfiehlt kühle Sachlichkeit statt Theatralik. [2] Strafen sollen ruhig und ohne demonstrative Gesten angezeigt werden, die Pfeife möglichst nicht im Mund. [2] Der Schiedsrichter soll dem fehlbaren Spieler in die Augen schauen, um seine Entschlossenheit zu zeigen, die Linie bei weiteren Vergehen beizubehalten. [2] Liegt ein Spieler nach einem Zweikampf noch am Boden, wartet der Schiedsrichter mit der Gelben Karte in der Hand, bis er aufgestanden ist. [2] Strafen werden nur gegen Stehende ausgesprochen. [2]

Kein Gelb für die falsche Nummer

Nicht jeder Formfehler führt zu einer Verwarnung. Kay Holm vom Deutschen Handballbund nennt es einen populären Irrtum, dass eine falsche Trikotnummer eine Gelbe Karte nach sich ziehen müsse. [3] Stimmt die Nummer auf dem Trikot nicht mit dem Spielbericht überein, wird sie einfach korrigiert. [3] Eine progressive Strafe gibt es dafür weder für den Spieler noch für den Mannschaftsverantwortlichen. [3] Einige Landesverbände erheben für das nachträgliche Ändern im Spielbericht allerdings eine Gebühr. [3]

Botschaft und Ablauf

Strafen haben nach dem Schiedsrichterportal eine wichtige Funktion. Der Betroffene erhält die eindeutige Botschaft, dass er die Grenzen des Erlaubten überschritten hat. [2] Werden gegen zwei Spieler gleichzeitig Strafen ausgesprochen, etwa gegen einen Angreifer und einen Abwehrspieler, sind sie deutlich nacheinander anzuzeigen. [2] Einer der beiden Schiedsrichter soll während der Unterbrechung immer die Gesamtsituation im Blick behalten. [2] Nach jeder Bestrafung muss das Spiel wieder angepfiffen werden. [2]

In der Schule

Im Schulsport braucht es keine Karten. Nach dem Handball-ABC des Schweizer Bundesamts für Sport ist es in der Schule nicht nötig, Karten zu verteilen. [4] Verwarnt wird dort trotzdem, nur eben ohne Karte. Wer im körperlos gespielten Schulhandball versucht, den Gegenspieler zu halten, wird verwarnt und beim nächsten Mal gegen einen Mitspieler ausgewechselt. [4] Für ein grobes Foul empfiehlt das Heft eine Zeitstrafe. [4]

Auf einen Blick

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Gelbe Karte, Handzeichen 13
Höchstzahl
eine je Spieler, drei je Mannschaft, eine für alle Offiziellen
Time-out
bei einer bloßen Verwarnung nicht nötig

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. DHB-Zusatzbestimmungen zu den internationalen Handballregeln (Stand 1. Juli 2025) Deutscher Handballbund
  2. Strafen klar und eindeutig anzeigen DHB-Schiedsrichterportal
  3. 7 populäre Regelirrtümer: Die Doppelbestrafung gibt es nicht handball-world
  4. Monatsthema 08/2012: Handball Bundesamt für Sport BASPO

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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