Schiedsrichter, Handzeichen & Spielleitung

Handzeichen

Auch: Schiedsrichterzeichen

Die 17 festgelegten Gesten, mit denen Schiedsrichter im Handball ihre Entscheidungen anzeigen, von der Wurfrichtung über Strafen bis zum Vorwarnzeichen für passives Spiel.

Handzeichen sind die festgelegten Gesten, mit denen Schiedsrichter im Handball ihre Entscheidungen anzeigen. [1] Die Spielregeln kennen 17 offizielle Handzeichen, vom Betreten des Torraums bis zum Vorwarnzeichen für passives Spiel. [1] Manche sind zwingend vorgeschrieben, andere geben die Schiedsrichter nur, wenn sie es für erforderlich halten. [1] Für die Mannschaften ist vor allem die sofortige Anzeige der Spielrichtung wichtig, betont das Schiedsrichterportal des Deutschen Handballbundes. [2] Allgemein versteht man unter einem Handzeichen ein Zeichen, das mit der Hand gegeben wird. [4]

Die Liste

Die Zeichen 1 bis 6 erklären den Grund für einen Pfiff, nämlich Betreten des Torraums, Prell- oder Tippfehler, Schritt- oder Zeitfehler, Umklammern, Festhalten oder Stoßen, Schlagen und Stürmerfoul. [1] Die Zeichen 7 bis 9 zeigen die Richtung von Einwurf und Freiwurf sowie den Abwurf an. [1] Zeichen 10 steht für das Nichtbeachten des 3-Meter-Abstands, Zeichen 11 für passives Spiel und Zeichen 12 für den Torgewinn. [1] Mit Zeichen 13 werden Gelbe, Rote und Blaue Karte gezeigt, Zeichen 14 bedeutet Hinausstellung und Zeichen 15 Time-out. [1] Zeichen 16 erlaubt zwei Personen das Betreten der Spielfläche, Zeichen 17 ist das Vorwarnzeichen. [1]

Was Pflicht ist

Bei Einwurf- oder Freiwurf-Entscheidungen müssen die Schiedsrichter sofort die Richtung des folgenden Wurfs anzeigen. [1] Jede persönliche Strafe muss mit dem vorgeschriebenen Zeichen angezeigt werden. [1] Auch die Zeichen für Torgewinn, Time-out und die Erlaubnis zum Betreten der Spielfläche sind in ihren Situationen zwingend. [1] Die Zeichen für Abwurf, Abstand und das Vorwarnzeichen geben die Schiedsrichter, wenn sie es für erforderlich halten. [1] Die Gründe für einen Freiwurf oder Siebenmeter können sie informationshalber anzeigen. [1]

Passives Spiel

Eine Besonderheit gilt beim passiven Spiel. Das Zeichen 11 soll immer dann gegeben werden, wenn einer Freiwurf-Entscheidung wegen passiven Spiels kein Vorwarnzeichen vorausgegangen ist. [1] Das Vorwarnzeichen dürfen sowohl der Feld- als auch der Torschiedsrichter zeigen. [1] Das Vorwarnzeichen selbst wird mit erhobenem Arm gezeigt und bleibt bis zum Ende des Angriffs stehen. [1]

Die Reihenfolge

Nach einem Pfiff sollen die Schiedsrichter zuerst für sich klären, wie das Spiel weitergeht und wer den Ball bekommt. [2] Steht noch eine Strafe gegen einen Spieler an, sollen sie die Richtung noch nicht anzeigen. [2] Zuerst wird die Strafe dem Spieler und danach dem Zeitnehmer und Sekretär angezeigt. [2] Dann folgen gegebenenfalls Korrekturen am Ausführungsort und erst danach die Handzeichen für die Fortsetzung. [2] Handzeichen sollen grundsätzlich nur gegeben werden, wenn sie nötig sind, das Zeichen für Abwurf ist aber besonders wichtig, wenn ein Gegner den Torraum betreten hatte. [2]

Einzelne Zeichen

Einige Zeichen sind mit Pfiffen verbunden. Ein Time-out zeigen die Schiedsrichter dem Zeitnehmer mit drei kurzen Pfiffen und dem Zeichen 15 an. [1] Der Torschiedsrichter bestätigt ein Tor mit zwei kurzen Pfiffen und dem Zeichen 12. [1] Die Hinausstellung wird mit dem gestreckten Arm und zwei erhobenen Fingern angezeigt. [1] Gelbe und Rote Karte werden hochgehalten, die Blaue Karte zeigt der Schiedsrichter zusätzlich nach der roten, wenn ein Bericht folgt. [1]

Zwei Personen auf die Fläche

Mit dem Zeichen 16 erlauben die Schiedsrichter bei einem Time-out zwei teilnahmeberechtigten Personen einer Mannschaft, die Spielfläche zu betreten, etwa um einen verletzten Spieler zu versorgen. [1] Die Schweizer Regelfragen behandeln den Fall, dass zwei Spieler nach einem Zusammenprall verletzt liegen bleiben. [3] Im Normalfall dürfen nach dem Zeichen zwei Personen dieser Mannschaft auf die Fläche. [3] Reicht das nach Ansicht der Schiedsrichter oder des Delegierten nicht, können sie weitere Personen zulassen, aber höchstens zwei pro verletzten Spieler. [3]

Das Wort

Das Wort Handzeichen ist keine Erfindung des Sports. Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache erklärt es allgemein als Zeichen, das mit der Hand gegeben wird. [4] Als Beispiele nennt es einen Polizisten, der ein Fahrzeug per Handzeichen stoppt, und die Abstimmung durch Heben der Hand. [4] Im Handball sind die Handzeichen dagegen genau festgelegt und im Regelwerk mit Nummern versehen. [1]

Auf einen Blick

Anzahl
17 offizielle Handzeichen
Immer Pflicht
Richtung bei Ein- und Freiwurf, Strafen, Tor, Time-out
Nur bei Bedarf
Abwurf, 3-Meter-Abstand, Vorwarnzeichen

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. DHB-Zusatzbestimmungen zu den internationalen Handballregeln (Stand 1. Juli 2025) Deutscher Handballbund
  2. Die Spielleitung DHB-Schiedsrichterportal
  3. Regelfragen 1 bis 98 (September 2020) Schweizerischer Handball-Verband
  4. Handzeichen Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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