Rad
Der seitliche Überschlag in drei Phasen: seitlich einkippen, durch den gegrätschten Handstand schwingen, seitenverkehrt ankommen.
Das Rad ist der erste richtige Überschlag im Turnerleben und im Kern erstaunlich logisch: Hand, Hand, Fuß, Fuß, alles auf einer Linie, wie auf einem Schwebebalken gedacht. Die Bewegung läuft seitlich durch den gegrätschten Handstand, und wer dort einen kurzen Moment Druck auf beiden Händen spürt, hat das Rad schon fast. Voraussetzung ist ein halbwegs sicherer Handstand an der Wand, denn das Rad braucht dieselben gestreckten Arme und dieselbe Körperspannung. Geübt wird entlang einer Linie auf der Matte.
Die Bewegung Phase für Phase
Seitlich einkippen
Breiter Stand auf der Linie, die Arme in Verlängerung des Oberkörpers. Der ganze Körper kippt als Ganzes zur Seite, die erste Hand greift weit auf die Linie, das gegenüberliegende Bein hebt schon ab.
Gegrätschter Handstand
Beide Hände stützen nacheinander auf der Linie, die Beine schwingen weit gegrätscht über den Körper: der Radstern. Die Arme sind durchgestreckt, der Blick liegt bei den Händen, die Hüfte ist genau über den Schultern.
Seitenverkehrt ankommen
Das erste Bein setzt nah an der zweiten Hand auf der Linie auf, das zweite folgt, der Oberkörper richtet sich über die Seite wieder auf. Das Rad endet im breiten Stand, seitenverkehrt zur Ausgangsrichtung.
So läuft die Übung ab
- Vorübung Radschlag über eine erhöhte Mattenbahn oder Bank: Hände auf die Bank, Beine schwingen seitlich hinüber.
- Auf der Linie üben: Hand, Hand, Fuß, Fuß landen alle auf der Linie, erst klein und langsam.
- Das Rad größer werden lassen: höher schwingen, die Grätsche weiter öffnen, der Rhythmus bleibt gleichmäßig.
- 3 Serien mit je 4 Rädern pro Seite, die schwächere Seite mitüben.
Coaching-Punkte
- Alles auf eine Linie: Hand, Hand, Fuß, Fuß, wie auf einem Balken
- Die Arme bleiben durchgestreckt, der Kopf ist neutral und schaut zu den Händen
- Der Rhythmus ist gleichmäßig wie ein Uhrwerk, kein Stocken im Handstand
- Groß denken: hohe Hüfte und weite Grätsche machen das Rad leicht
Typische Fehler
- Die Hüfte bleibt niedrig und das Rad wird ein seitliches Hüpfen über gebeugte Arme
- Die Hände setzen vor statt auf der Linie auf, die Bewegung verliert die Ebene
- Der Kopf zieht in den Nacken und der Körper verliert die Orientierung
Varianten
- Leichter: Radschlag über eine Bank oder Mattenerhöhung, die Beine müssen nicht über den Körper
- Leichter: mit Hilfestellung an der Hüfte, der Helfer steht hinter der Linie
- Schwerer: Rad einarmig anlaufen oder zwei Räder in Serie turnen