Elemente an Barren, Pauschenpferd & Ringen

Wandern

Auch: Wanderelemente · Wandern am Pauschenpferd

Fortbewegung über das Pauschenpferd, bei der der Turnende im Kreisen von einem Geräteteil zum nächsten setzt.

Wandern heißt am Pauschenpferd, sich im Kreisen über das Gerät zu bewegen. Der Turnende setzt dabei von einem Teil des Pferdes auf das nächste, etwa vom Leder auf die Pausche und zurück auf das Leder. [1] Im Regelwerk bilden diese Bewegungen die dritte Elementgruppe: Wanderelemente einschließlich Kroll, Tong Fei, Wu Gonian und Roth sowie Spindeln mit Wandern. [2] Das Wandern ist damit die einzige Elementgruppe, bei der der Ort auf dem Gerät zum Element gehört. [1]

Seitstütz und Querstütz

Die Systematik trennt zwei Grundformen. Wanderelemente im Querstütz sind in den meisten modernen Übungen enthalten und bilden deshalb die Kernsymbole. [1] Wanderelemente im Seitstütz kommen als komplettes Wandern seltener vor, müssen aber von denen im Querstütz unterschieden werden. [1] Für den Seitstütz wird dem Symbol ein einfacher Kreis hinzugefügt. [1] Solange nichts anderes dargestellt ist, wird vorausgesetzt, dass Wanderelemente in Vorwärtsrichtung und im Querstütz ausgeführt werden. [1]

Wie das Symbol funktioniert

Die Notation folgt dem Weg des Turners. Der Kampfrichter folgt den Bewegungen und notiert sie, wobei die Flanken selbst nicht dargestellt werden müssen, weil vorausgesetzt wird, dass der Turner mit Flanken über das Pferd wandert. [1] Wanderelemente werden aus einfachen Linien zusammengesetzt, die die Schritte von einem Pferdteil zum anderen symbolisieren. [1] Teile des Pferdes, die dabei nicht berührt werden, gehen aus der Gestalt des Symbols hervor. [1]

Die Wertstufen

In den Elementlisten stehen die Wanderformen gestaffelt. Als nationale Elemente gelten Wanderflanken vorwärts und rückwärts im Seitstütz sowie das Wander- oder Drehspreizen. [3] Wanderflanken vorwärts im Seitstütz zählen als A-Teil, die Wanderflanke rückwärts im Querstütz über ein Drittel als B-Teil und das Wandern über drei Drittel mit halber Spindel als C-Teil. [3] Auch das Wandern seitwärts über ein Drittel in den Stütz rücklings wird geführt. [3]

Eine gestrichene Form

Nicht jedes Element hat überlebt. Die Kampfrichterhinweise halten ausdrücklich fest, dass die Wanderflanke vorwärts im Querstütz nicht mehr als eigenes Element existiert. [3] Turnt jemand sie trotzdem, wird sie nach der neuen Definition als Flanke auf einer Pausche gewertet und damit als B-Teil. [3] Jede weitere Flanke auf einer Pausche ist dann aber eine Wiederholung und bringt keinen zusätzlichen Wert. [3] Solche Änderungen kommen mit jedem Wertungszyklus. [2]

Die Begrenzung

Das Wandern war einmal deutlich lukrativer. Mit dem ab 1. Januar 2001 gültigen Regelwerk wurden die verschiedenen Formen des Wanderns im Querverhalten limitiert, sodass statt vorher bis zu 1,1 Punkten nur noch höchstens 0,3 Punkte zu erzielen sind. [4] Damit sollten endlose Aneinanderreihungen bonusträchtiger Übungsteile unterbunden werden. [4] Dieselbe Reform begrenzte auch die Flopsequenzen auf einen einzigen Flop. [4]

Warum es möglich wurde

Das Wandern ist eine Folge besserer Geräte. Konstruktive Verbesserungen des Pferdkörpers wie die Abflachung, verkleinerte Eckradien und ein rutschfester Überzug begünstigten die Stützsicherheit im Querstütz. [4] Sie führten dazu, dass das Querwandern in verschiedenen Varianten mit und ohne Stütz auf den Pauschen sowie rückwärts schnell von vielen Turnern nachvollzogen werden konnte. [4] Erst danach setzte sich der Ausdruck Pauschenpferd gegenüber der alten Bezeichnung Seitpferd durch. [4]

Ein altes Turnwort

Der Begriff selbst ist älter als das moderne Wettkampfturnen. Zur Terminologie gehören auch Bezeichnungen mit übertragener Bedeutung, und als Beispiel für alte bildhafte Ausdrücke, die nur noch eingeschränkt verwendet werden, wird unter anderem das Wander-Spreizen genannt. [1] Am Pauschenpferd hat sich das Wort dagegen gehalten, weil es die Bewegung genau trifft. [3] Für Zuschauer ist das Wandern zugleich das sichtbarste Merkmal einer guten Pferdübung. [4] Wer über das ganze Pferd wandert, zeigt sichtbar, dass er das Gerät in seiner vollen Länge beherrscht. [1] Genau darauf zielt die dritte Elementgruppe des Regelwerks ab. [2]

Auf einen Blick

Elementgruppe
Wanderelemente einschließlich Spindeln mit Wandern
Formen
im Seitstütz und im Querstütz, vorwärts und rückwärts
Umfang
ein Drittel, zwei Drittel oder drei Drittel des Pferdes

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Symbolheft für das Gerätturnen der Männer Fédération Internationale de Gymnastique
  2. Code de Pointage 2022, Pauschenpferd Schwäbischer Turnerbund
  3. Nationale Elemente und häufige A, B, C-Teile, Pauschenpferd Kari-Turnen, Kampfrichterwesen
  4. Die Entwicklung der Technik am Pauschenpferd GYMmedia International

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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