Wettkampf, Formate & Rollen

Trainer im Turnen

Auch: Trainerin · Coach

Verantwortliche Person für Training, Betreuung und Sicherheit der Turnenden im Wettkampfsport.

Trainerinnen und Trainer sind im Wettkampf keine Zuschauer, sondern Beteiligte mit eigenen Regeln. Das Regelwerk widmet ihnen ein eigenes Kapitel und stellt fest, dass ihre Rechte und Pflichten jenen der Turner sehr ähnlich sind. [1] Sie betreuen am Gerät, sichern, helfen und geben letzte Hinweise. [2] Sie sind zugleich diejenigen, die formell mit dem Kampfgericht sprechen. [2] Der Einspruch gegen die Schwierigkeitsnote des eigenen Turners ist ausdrücklich dem Trainer erlaubt. [2] Er muss kurzfristig innerhalb des laufenden Durchgangs eingelegt werden. [2] Die Turnenden selbst führen diese Gespräche nicht. [2] Damit bleibt die Kommunikation geordnet. [2] Auch die Meldungen laufen über die Trainerseite. [3]

Vor dem Wettkampf

Ein großer Teil der Arbeit liegt vor dem Wettkampftag. Die Meldungen von Turnerinnen, Trainerinnen und Kampfrichterinnen erfolgen grundsätzlich über das Meldeportal des Verbandes, weitere Details regeln die Wettkampfausschreibungen. [3] Auch Anträge gehören dazu, etwa der schriftliche Antrag auf Holmerhöhung am Stufenbarren vor dem allgemeinen Einturnen. [2] Die Bodenmusiken müssen fristgerecht und richtig benannt hochgeladen oder abgegeben werden. [3] Wer diese Fristen versäumt, gefährdet den Start. [3] Auch die Kampfrichtergestellung wird über dieselben Meldewege abgewickelt. [3]

Am Wettkampftag

Im Wettkampf steuert die Trainerseite den Ablauf. Sie teilt die Einturnzeit ein, für die die Mannschaft insgesamt verantwortlich ist, und achtet darauf, dass jede Turnerin eine Einturnmöglichkeit erhält. [2] Die Reihenfolge im Einturnen sollte dieselbe sein wie im Wettkampf. [2] Die Geräteausstattung darf ohne Erlaubnis der Wettkampfleitung nicht verändert werden. [2] Während der Übung darf die Fläche nur betreten werden, um das Sprungbrett zu entfernen. [2]

Die Sicherheitsverantwortung

Die wichtigste Aufgabe ist die Unversehrtheit der Turnenden. Eine unzureichende konditionelle, koordinative und kognitive Vorbereitung auf die jeweilige Übung gilt als eine der Hauptursachen für Unfälle im Turnen. [4] Auch Unterforderung birgt ein unerwartet hohes Unfallrisiko, weil bei zu leichten Aufgaben Konzentration und Ernsthaftigkeit fehlen. [4] Deshalb muss ein entsprechendes Kraft- und Spannungstraining eingebaut werden. [4] Ein schnelles und sicheres Lernen neuer Elemente ist erst möglich, wenn die speziellen Leistungsvoraussetzungen ausreichend hoch sind. [4]

Nach Verletzungen

Der Wiedereinstieg ist geregelt. Beim ersten Start nach einer schweren Verletzung mit Trainingsausfall ist eine Bestätigung der Wettkampftauglichkeit durch die behandelnde Ärztin bei den zuständigen Bundestrainerinnen vorzulegen. [3] Kaderathletinnen müssen sich an die Bedingungen ihrer Athletenvereinbarungen halten. [3] Ein gültiges Gesundheitszeugnis, nicht älter als ein Jahr, ist ohnehin zu jedem Wettkampf mitzubringen. [3] Für die Einhaltung sorgt in der Praxis die Trainerseite. [3]

Verhalten und Sanktionen

Auch für Trainer gelten Sanktionen. Verstöße gegen Disziplin und allgemeine Regeln kosten 0,3 Punkte, gerätebezogene Verstöße 0,5 Punkte, jeweils von der Endnote abgezogen. [1] Teambezogene Strafen etwa für Reihenfolge oder Bekleidung schlagen mit einem vollen Punkt zu Buche. [1] Wer die Halle unerlaubt verlässt, wird disqualifiziert. [1] Diese Regeln richten sich an alle Beteiligten. [1] Ein Start ohne Freigabe wird mit null Punkten bewertet. [1]

Die Ausbildung

Trainerarbeit setzt eine Lizenz voraus. Die Verbände geben eigene Regelungen für Trainer, Übungsleiter und Kampfrichter heraus, die die Wettkampfprogramme und ihre Anforderungen erläutern. [2] Diese Hefte richten sich ausdrücklich an alle drei Gruppen zugleich, damit alle mit derselben Grundlage arbeiten. [2] Für die Kampfrichterlizenzen sind Ausbildungsdauer, Prüfung und Fortbildung getrennt geregelt. [1] Für Trainerlizenzen gilt eine eigene Ausbildungsordnung. [3] Änderungen werden über neue Versionen dieser Hefte bekannt gegeben. [2]

Zwischen Leistung und Fürsorge

Die Rolle verlangt eine Abwägung. Weil im Turnen früh spezialisiert wird und Wettkämpfe früh beginnen, entscheidet die Trainerseite regelmäßig darüber, wann ein Element wettkampfreif ist. [4] Wer zu früh startet, riskiert Stürze, die einen vollen Punkt und im schlimmsten Fall eine Verletzung kosten. [4] Wer zu spät startet, verpasst Qualifikationen. [3] Diese Abwägung gehört zum Kern der Aufgabe. [4]

Auf einen Blick

Im Regelwerk
Rechte und Pflichten ähnlich denen der Turnenden
Einspruch
nur der Trainer darf ihn einlegen
Meldungen
erfolgen über das Meldeportal des Verbandes

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Nationale Kampfrichterkurse, Allgemeiner Teil Code de Pointage 2022 Schwäbischer Turnerbund
  2. Arbeitshilfe zum Wettkampfprogramm Kür modifiziert, Leistungsklassen 1 bis 4 Kari-Turnen, Gerätturnen weiblich
  3. Leitfaden 2026 und Kaderkriterien 2027, Gerätturnen weiblich Deutscher Turner-Bund
  4. Gerätturnen in Schule und Verein, sicher und attraktiv Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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