Trainingslehre & Methodik

Techniktraining

Auch: Technikschulung · Elementtraining

Das gezielte Erlernen und Verfeinern turnerischer Bewegungsformen.

Techniktraining ist das Kerngeschäft des Turnens. Es zielt darauf, eine Bewegungsform so zu erlernen, dass sie sicher, wiederholbar und regelkonform gezeigt werden kann. [1] Grundlage ist die Struktur der Elemente: Eine Strukturübersicht ordnet die Schwungübungen in Felgbewegungen, Auf- und Umschwungbewegungen, Stemmbewegungen, Kippbewegungen, Sprungbewegungen, Rollbewegungen, Beinschwungbewegungen und Überschlagbewegungen. [2] Dazu kommen Grundschwünge und Handstandvarianten als eigene Bereiche. [2] Wer diese Gruppen kennt, kann verwandte Elemente aufeinander aufbauen. [2] Im Unterricht sind methodische Übungsreihen zum Erlernen von Übungsformen an verschiedenen Geräten ein eigener Lerninhalt. [1] Sie führen schrittweise zur Zielübung. [1] Auch Kenntnisse zu erlernten Technikelementen sollen angewendet werden. [1] Technik ist damit mehr als Nachmachen. [1] Sie verlangt Verständnis. [2]

Die Voraussetzungen

Ohne körperliche Grundlagen misslingt Technik. Ein schnelles und sicheres Lernen neuer Elemente wird erst möglich, wenn bereits zu Lernbeginn ein ausreichend hohes Niveau der speziellen Leistungsvoraussetzungen vorhanden ist. [3] Deshalb muss ein entsprechendes Kraft- und Spannungstraining eingebaut werden. [3] Fehlt etwa die Stützkraft, entstehen typische Fehler und Unfälle. [3] Auch Angst kann zu widersinnigem Handeln führen. [3] Übungen zur Kraftschulung vermindern zugleich die Beanspruchung von Gelenken und Wirbelsäule. [3] Sie sind damit doppelt nützlich. [3]

Die Zerlegung

Technik wird in Teilen gelernt. Eine methodische Reihe zerlegt die Zielübung in Schritte, die einzeln geübt und dann zusammengesetzt werden. [1] Als Ausgangspunkt dienen dabei Grundschwünge und Handstandvarianten, die in der Strukturübersicht als eigene Bereiche geführt werden. [2] Von dort führen Reihen in die einzelnen Strukturgruppen, etwa zu Felg-, Stemm- oder Kippbewegungen. [2] Wer eine Gruppe beherrscht, lernt verwandte Elemente schneller. [2] Deshalb wird zuerst die Grundbewegung gefestigt. [1] Erst danach folgt die Zielübung. [1]

Die Hilfestellung

Zum Techniktraining gehört das Helfen. Unterschieden werden verschiedene Helfergriffe, darunter der halbe Klammergriff, der Klammergriff, der Dreh-Klammergriff vorwärts und rückwärts, der Kleidergriff und der Tragegriff. [2] Für einzelne Elemente sind passende Griffe beschrieben, etwa der Klammergriff am Oberschenkel beim Handstandabrollen. [2] Auch eine Helfereinweisung ist vorgesehen. [2] Im Schulsport zählen Aufgaben zur Sicherheitsstellung und Hilfeleistung zum Bewertungsbereich. [1] Damit ist Helfen Teil der Technikvermittlung. [1] Es beschleunigt das Lernen. [2]

Die Korrektur

Fehler müssen erkannt und benannt werden. Bewegungskorrekturen umzusetzen ist im Sportunterricht ein eigener Lerninhalt. [1] Auch das partner- und gruppenweise Arbeiten mit gegenseitiger Korrektur und Hilfe wird bewertet. [1] Informationen aus Medien und Bewegungsbeschreibungen sollen zunehmend selbstständig entnommen werden. [1] Videos zu einzelnen Elementgruppen stehen dafür bereit, etwa zu Grundschwüngen, Felgbewegungen und Überschlagbewegungen. [2] Sie erleichtern den Abgleich zwischen Vorstellung und Ausführung. [2] Das ist der Kern jeder Korrektur. [2]

Die Wertungssicht

Im Wettkampf entscheidet die Ausführung. Abzüge werden für Ausführungsfehler wie gebeugte Arme, gebeugte Beine oder eine gebeugte Körperhaltung vorgenommen. [4] Die Abzüge sind gestaffelt in kleine, mittlere, große und sehr große Fehler. [4] Technikarbeit zielt deshalb nicht nur auf das Gelingen, sondern auf die Form. [4] Auch der Weg zum Element wird bewertet, etwa bei Verbindungen ohne Zwischenschwung. [4] Damit wirkt das Regelwerk unmittelbar in das Training hinein. [4] Es setzt die Maßstäbe. [4]

Die Reihenfolge

Technik folgt einer sinnvollen Abfolge. Erst kommen Voraussetzungen wie Kraft und Körperspannung, dann Teilschritte, dann die Zielübung, schließlich die Verbindung mit anderen Elementen. [3] Erarbeitete Bewegungen und Übungsfolgen zusammenzustellen ist ausdrücklich Lerninhalt. [1] Im Wettkampf müssen Übungen aus jeder Elementgruppe Teile enthalten. [4] Deshalb wird früh gerätespezifisch gearbeitet. [2] Die Strukturgruppen liefern dafür die Ordnung. [2] Sie gelten geräteübergreifend. [2]

Seine Bedeutung

Technik entscheidet über Sicherheit und Erfolg. Weil turnerische Elemente in ungewohnten Körperlagen ablaufen, ist saubere Technik zugleich Unfallschutz. [3] Für den Wettkampf bestimmt sie die Ausführungsnote und damit das Ergebnis. [4] Für den Breitensport eröffnet sie neue Bewegungen und damit Motivation. [2] Und für Lehrkräfte ist sie der Kern des Bewegungsfeldes an Geräten. [1] Ohne Technikarbeit bleibt Turnen Zufall. [2] Mit ihr wird es planbar. [1]

Auf einen Blick

Grundlage
Strukturgruppen der Turnelemente
Reihenfolge
Voraussetzungen, Teilschritte, Zielübung
Kontrolle
Korrektur, Hilfestellung, Wiederholung

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Bewegen an Geräten, Handreichung Sport Bildungsserver Berlin-Brandenburg
  2. Strukturübersicht von Turnelementen im Gerätturnen KNSU, Universität Koblenz
  3. Gerätturnen in Schule und Verein, sicher und attraktiv Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
  4. Nationale Kampfrichterkurse, Allgemeiner Teil Code de Pointage 2022 Schwäbischer Turnerbund

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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