Elemente am Sprung

Sprungwertigkeit

Auch: D-Note am Sprung · Sprungwert

Der feste Schwierigkeitswert, den jeder Sprung im Katalog trägt und den der Turnende vor der Ausführung anzeigen muss.

Pl.VereinSUN
1Mannschaft A---
2Mannschaft B---
3Mannschaft C---
Jeder Sprung trägt eine Nummer, deren erste Ziffer die Sprunggruppe angibt

Am Sprung wird die Schwierigkeit anders bestimmt als an allen anderen Geräten. Statt aus mehreren Elementen zusammengesetzt zu werden, hat jeder Sprung eine eigenständige D-Note entsprechend seiner Komplexität, und jeder Sprung ist aufgelistet, nummeriert und einer Sprunggruppe zugeordnet. [1] Der Turnende wählt also aus einem Katalog, statt eine Übung zu komponieren. Das macht den Sprung zum einzigen Gerät, an dem die Schwierigkeit vor der Ausführung feststeht.

Die Anzeigepflicht

Vor jedem Sprung muss der Wert angemeldet werden. Vor der Ausführung muss die entsprechende Sprungnummer, wie in den Wertungsvorschriften ausgewiesen, für das D-Kampfgericht angezeigt werden, und zwar durch den Turner oder einen Helfer mittels einer Anzeigetafel. [1] Eine Bestrafung im Falle eines Fehlers bei der Anzeige erfolgt jedoch nicht. [1] Die Nummer ist dabei sprechend aufgebaut: Bei der Nummer 319 bezeichnet die Drei die Sprunggruppe und die 19 den Sprung innerhalb dieser Gruppe. [1]

Die vier Sprunggruppen

Der Katalog ist in Gruppen geordnet. Gruppe eins umfasst Überschlagsprünge mit Salto und mindestens einer Drehung, Gruppe zwei Überschlagsprünge auch mit Salto vorwärts ohne oder mit höchstens einer Drehung sowie alle Sprünge mit Doppelsalto vorwärts. [1] Gruppe drei enthält Überschlagsprünge seitwärts und Tsukahara-Sprünge mit höchstens einer Drehung sowie alle Doppelsalti rückwärts, Gruppe vier die Rondatsprünge. [1] Die Gruppe bestimmt zugleich, welche Sprünge im Finale miteinander kombiniert werden dürfen. [1]

Die Umrechnungsregeln

Zwischen den Familien gelten feste Beziehungen. Cuervo-Sprünge haben den gleichen Wert wie entsprechende Überschlagsprünge mit Salto vorwärts und Drehungen, Kasamatsu-Sprünge den gleichen wie entsprechende Tsukahara-Sprünge, und Jurtschenko-Sprünge den gleichen wie entsprechende Tsukahara- oder Kasamatsu-Sprünge. [1] Rondatsprünge mit halber Drehung in der ersten Flugphase liegen zwei Zehntel über analogen Vorwärtsabsprüngen, mit ganzer Drehung sechs Zehntel über analogen Tsukahara-Sprüngen. [1]

Wann der Wert sinkt

Die angezeigte Note ist keine Garantie. Fehlen neunzig Grad oder mehr von der beabsichtigten Drehung, wird der Sprung vom D-Kampfgericht nicht anerkannt und als Sprung mit einer niedrigeren D-Note gewertet. [1] Auch eine unklare Körperposition kann zur Nichtanerkennung oder zur Anerkennung einer niedrigeren D-Note führen. [1] Deshalb warnt das Regelwerk ausdrücklich davor, einen Sprung anzuzeigen, den man nicht beherrscht. [1] Wer zu hoch anmeldet, verliert doppelt, nämlich in der D-Note und in der Ausführung.

Wann der Sprung null zählt

Acht Gründe machen einen Sprung ungültig. Dazu zählen ein Sprung ohne Stützphase, die Nichtbenutzung der Sicherheitsumrandung bei Rondatsprüngen, ein so schlecht ausgeführter Sprung, dass er nicht erkannt wurde, ein Abspringen vom Tisch mit den Füßen, Trainerhilfe während des Sprungs, eine Landung nicht zuerst mit den Füßen, eine absichtliche Landung im Seitstand und ein nicht erlaubter Sprung. [1] In diesen Fällen geben D- und E-Kampfgericht null Punkte. [1]

Im Breitensport

Auch außerhalb des Spitzenbereichs gibt es feste Sprungwerte. Die nationale Elementeliste des Gerätturnens weiblich führt die Sprunghocke und die Sprunggrätsche jeweils mit einer D-Note von sechs Zehnteln. [2] Nationale Elemente an anderen Geräten erhalten dagegen nur fünf Hundertstel. [2] Der Sprung ist damit auch im Breitensport das Gerät mit der klarsten Wertlogik, weil eine einzige Bewegung eine vollständige Note trägt. Reglementsübersichten listen die Varianten zusätzlich nach Drehungsgrad. [3] Damit ist die Wertlogik am Sprung auf allen Ebenen dieselbe, nur die Zahlen unterscheiden sich. [3]

Was daraus folgt

Die Wertigkeit prägt die Trainingsplanung. Weil der Wert vor der Ausführung feststeht, entscheidet sich der Wettkampf am Sprung bereits Monate vorher, nämlich bei der Wahl des Sprungs, den man bis zur Wettkampfreife bringt. [1] In den Bewertungsleitbildern für Schule und Basisstufe zählen dagegen nur Optimalausführung und Nichtanerkennung, ohne gestufte Werte. [4] Der Unterschied zeigt, wie sich dasselbe Gerät je nach Ebene unterschiedlich bewerten lässt. [4] Wer im Verein anfängt, lernt deshalb früh, den eigenen Sprung nach Wert und Sicherheit zugleich auszuwählen. [1]

Auf einen Blick

System
jeder Sprung ist nummeriert und hat eine eigene D-Note
Nummer
erste Ziffer Sprunggruppe, folgende Ziffern Sprung innerhalb der Gruppe
Anzeige
vor der Ausführung durch Turner oder Helfer per Tafel

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Code de Pointage 2022, Sprung Schwäbischer Turnerbund
  2. Gerätturnen weiblich, Nationale Elemente 2024 Kari-Turnen, Technisches Komitee Gerätturnen
  3. Kunstturnen Frauen, Sprung, Reglement und Sprungarten Turnsport.ch
  4. Turn10, Leitbilder Sprung Deutscher Turner-Bund

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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