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Gesundheit & Prävention

Sprunggelenksdistorsion

Auch: Umknicken · Bänderdehnung am Sprunggelenk

Verstauchung des oberen Sprunggelenks, meist beim Umknicken nach einer Landung.

Die Sprunggelenksdistorsion ist die klassische Landeverletzung. Sie entsteht, wenn der Fuß bei der Landung nach außen oder innen wegknickt und der Bandapparat überdehnt wird. [1] Im Kindes- und Jugendalter unterscheidet sich das Verletzungsmuster deutlich von dem Erwachsener. [1] Typisch für die häufigen Verletzungen am oberen Sprunggelenk in diesem Alter ist, dass im Wesentlichen knöcherne Ausrisse bestehen, während beim Heranwachsenden die erwachsenentypischen Kapselbandverletzungen vorliegen. [1] Der Grund liegt in der Reifung: Bei Kleinkindern gilt das Knochengewebe als kritische Struktur, bei Jugendlichen der Wachstumsknorpel und erst bei jungen Erwachsenen der Kapselbandapparat. [1] Daraus folgt, dass eine Verstauchung bei Kindern anders zu bewerten ist als bei Erwachsenen. [1] Anhaltende Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt. [1] Dieser Text ersetzt keine Untersuchung. [1] Er beschreibt nur den Zusammenhang. [2] Über Diagnose und Therapie entscheidet die Ärztin. [1] Das gilt in jedem Alter. [1]

Der Hergang im Turnen

Landungen sind der kritische Moment. Bei Sprüngen, Abgängen und Überschlagbewegungen wirken kurzzeitig hohe Kräfte auf das Sprunggelenk. [4] Die Strukturübersicht führt Sprung- und Überschlagbewegungen als eigene Gruppen. [4] Beide enden mit einer Landung. [4] Ein unebener Untergrund oder eine verrutschte Matte erhöht das Risiko erheblich. [3] Mattenkanten dürfen deshalb nicht übereinanderliegen, weil sonst Stolper- und Umknickgefahr besteht. [3] Genau dieser Hinweis steht in den Prüfbestimmungen. [3]

Die Mattenlage

Der Fallschutz entscheidet mit. Übungsabhängig sind ausreichende Sicherheitsflächen und Fallschutz mit geeigneten Matten auszulegen. [2] Geräte dürfen nur auf ebenem Untergrund aufgebaut werden und brauchen eine freie Sicherheitszone, insbesondere beim Sprung. [3] Vor der Nutzung ist der ordnungsgemäße Zustand durch Sichtprüfung festzustellen. [2] Bei Punktlandungen aus größeren Höhen werden Niedersprungmatten empfohlen, bei Ganzkörperlandungen Weichbodenmatten. [2] Damit ist die Mattenwahl eine Frage der geplanten Bewegung. [2] Sie gehört zur Vorbereitung. [2]

Die Landetechnik

Technik senkt das Risiko. Eine kontrollierte Landung verteilt die Kräfte über Sprunggelenk, Knie und Hüfte. [1] Eine unzureichende konditionelle, koordinative und kognitive Vorbereitung auf die jeweilige Übung gilt als eine der Hauptursachen für Unfälle im Schulturnen. [1] Deshalb wird die Landung eigens geübt, bevor die Höhe steigt. [1] Auch das Abrollen nach dem Sprung ist eine erlernbare Technik. [4] Im Hallenparkour wird dafür eigens die Rolle gelehrt. [4] Sie federt die Aufprallenergie ab. [4]

Die Kraftgrundlage

Muskulatur schützt Gelenke. Im ganzjährigen Sportgeschehen muss ein entsprechendes Kraft- und Spannungstraining eingebaut werden. [1] Übungen zur Schulung der Kraft vermindern die Beanspruchungen für Gelenke und Wirbelsäule. [1] Für das Sprunggelenk bedeutet das vor allem Wadenkraft und Stabilität im Stand. [1] Ein schnelles und sicheres Lernen ist ohnehin erst bei ausreichenden Leistungsvoraussetzungen möglich. [1] Deshalb steht die Kräftigung vor der Höhe. [1] Das gilt für alle Sprungformen. [4]

Nach dem Ereignis

Eine Verstauchung braucht Aufmerksamkeit. Weil im Wachstumsalter eher knöcherne Ausrisse auftreten als Bandrisse, ist eine ärztliche Beurteilung besonders wichtig. [1] Bei Kleinkindern gilt das Knochengewebe als kritische Struktur, bei Jugendlichen der Wachstumsknorpel. [1] Erst danach steht fest, wann wieder belastet werden darf. [1] Ein zu früher Wiedereinstieg gefährdet die Heilung. [1] Für den Notfall gehört Erste Hilfe zur Qualifikation der Anleitung. [3] Die Entscheidung über die Behandlung trifft die Ärztin. [1]

Die Vorbeugung im Alltag

Vieles lässt sich organisatorisch lösen. Kleinkästen und niedrige Aufbauten erlauben es, Sprünge zunächst aus geringer Höhe zu üben. [3] Beim Einsatz von Sprungkästen ist auf geeignete und differenzierte Angebote in der Höhe zu achten. [3] So kann jede Person auf ihrem Niveau landen. [3] Zusätzliche Landematten sind bei jeder Landung möglich. [2] Auch die Verwendung von Weichbodenbezügen ist sinnvoll und erlaubt. [2] Der Aufwand ist gering. [3]

Die Einordnung

Umknicken gehört zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt. Im Turnen tritt es vor allem bei Landungen auf und ist durch Technik, Mattenlage und Kraft beeinflussbar. [1] Weil im Wachstumsalter andere Strukturen betroffen sind, ist eine altersgerechte Abklärung wichtig. [1] Für die Praxis heißt das: Höhe langsam steigern, Landung üben, Matten prüfen. [2] Damit sinkt das Risiko deutlich. [2] Ganz vermeiden lässt es sich nicht. [1] Deshalb gehört Erste Hilfe zur Ausbildung. [2]

Auf einen Blick

Typischer Hergang
Umknicken bei der Landung
Im Wachstumsalter
eher knöcherne Ausrisse als Bandrisse
Vorbeugung
Landetechnik, Mattenlage, Kraft

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Sportschäden im Kindes- und Jugendalter Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
  2. Parkour im Schulsport Sichere Schule, Unfallkasse Nordrhein-Westfalen
  3. Leitfaden zu den Turn-Aufgaben beim Deutschen Sportabzeichen Deutscher Olympischer Sportbund
  4. Strukturübersicht von Turnelementen im Gerätturnen KNSU, Universität Koblenz

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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