Hilfsgeräte, Matten & Ausrüstung

Sprossenwand

Auch: Kletterwand aus Holz

An der Hallenwand befestigtes Holzgerät aus waagerechten Sprossen, das zum Klettern, Hängen, Kräftigen und als Aufhängung für andere Geräte dient.

Die Sprossenwand ist das älteste feste Turngerät der Halle und besteht aus zwei senkrechten Holmen mit waagerechten Sprossen. In der empfohlenen Ausstattung einer Gerätturnhalle stehen vier wandversenkte Doppelfelder, schwenkbar mit Abpolsterung, gegebenenfalls als einschiebbares Modell. [2] Anders als Reck oder Barren wird sie nicht aufgebaut, sondern ist Teil des Raumes. Genau das macht sie zum ständig verfügbaren Gerät für Klettern, Hängen und Kräftigen. Sie kostet keinen Aufbau und keine Umbauzeit.

Was geprüft wird

Ihre Prüfliste ist kurz und betrifft ausschließlich Holz und Befestigung. Verlangt werden eine sichere Verbindung der Sprossenwand mit den dafür vorgesehenen Befestigungspunkten, keine angerissenen, zerbrochenen oder gesplitterten Holzteile und ein fester Sitz der Sprossen in den Holmen. [1] Dieselben Punkte gelten für Gitterleitern, ergänzt um funktionsfähige Bodenriegel und Arretierungen in Gebrauchs- und Ruhestellung. [1] Eine gelockerte Sprosse ist der klassische Mangel, weil sie beim Ziehen und nicht beim Stehen bricht.

Als Aufhängung

Ihre zweite Rolle ist die eines Bauteils für andere Geräte. Turnbänke können schräg in die Sprossenwand gehängt, mit Turnmatten abgedeckt und mit einer Weichbodenmatte am Bankende abgesichert werden. [3] So entsteht eine schiefe Ebene, deren Neigung sich über die gewählte Sprosse einstellen lässt. [3] Auch Seile werden dort befestigt, etwa für eine Station, bei der sich ein Kind auf einer Teppichfliese die eingehängte Bank hinaufzieht. [2] Die Wand ist damit der Ankerpunkt vieler Aufbauten.

Kräftigen an der Wand

Für die Rumpf- und Armkraft ist das Gerät besonders praktisch. Steht ein Kasten vor der Sprossenwand, lassen sich die Beine in den Sprossen einklemmen, sodass der Oberkörper frei arbeitet. [2] Solche Aufbauten ersetzen Geräte, die eine Schulhalle selten hat, und sie funktionieren mit ganzen Klassen gleichzeitig. Zu beachten ist die Höhe des Aufbaus, denn ein zu hoch angesetzter Gegenpunkt kann zu einer Überlastung im Lendenbereich führen. [2] Auch beim Kräftigen entscheidet also der Aufbau.

Im Kinderturnen

Für Kinder ist die Wand zunächst schlicht eine Kletterwand. In Bewegungslandschaften taucht sie neben kleinen und großen Kästen, Weichbodenmatten und Bänken als Material auf, aus dem sich Parcours bauen lassen. [4] Empfohlen wird dabei, dass alle Aufbauten gesichert sind und die Materialien nicht rutschen. [4] Weil die Sprossen in gleichmäßigen Abständen sitzen, lässt sich die Höhe der Aufgabe genau festlegen. Für viele Kinder ist sie das erste Gerät, an dem sie ihr eigenes Gewicht halten.

Hängen als Grundfertigkeit

Das Hängen an der Sprossenwand ist mehr als Zeitvertreib. Es schult jene Haltekraft, die später an Reck, Barren und Ringen vorausgesetzt wird, denn Abrutschen wegen unzureichender Stützkraft zählt zu den benannten Unfallursachen beim Turnen an Geräten. [2] Anders als am Reck kann der Turnende jederzeit mit den Füßen abstützen, was das Risiko klein hält. Deshalb steht die Wand am Anfang fast jeder Hinführung zu den Hanggeräten. Sie ist das Übungsgerät für den Griff.

Der Platz an der Wand

Die Bauform hat auch bauliche Folgen. Weil die Wand fest montiert ist, muss sie in die Sicherheitsabstände der Halle eingeplant werden, und schwenkbare oder einschiebbare Modelle verschwinden bei Nichtgebrauch in einer Nische. [2] Freistehende Teile in Kopfhöhe sind an Hallenwänden zu vermeiden, und Wände müssen bis mindestens zwei Meter Höhe frei von vorstehenden Teilen und scharfen Kanten sein. [1] Genau deshalb sind moderne Sprossenwände wandversenkt oder abklappbar. Das Gerät ordnet sich dem Raum unter.

Grenzen

So robust die Wand ist, ein Turngerät für Elemente ist sie nicht. Es gibt keine Wertungsvorschriften für Übungen an der Sprossenwand, sie taucht in keinem Wettkampfprogramm auf. [1] Ihr Wert liegt im Vorbereiten, Kräftigen und Bauen, nicht im Turnen selbst. Wo sie als Landeort dient, braucht der Bereich davor Matten, denn die Holzsprossen sind hart und die Wand ist unnachgiebig. Und weil sie immer verfügbar ist, wird sie auch von Kindern ohne Aufsicht benutzt, was Hallenordnungen ausdrücklich regeln.

Auf einen Blick

Bauform
Doppelfelder, wandversenkt und schwenkbar mit Abpolsterung
Empfohlene Ausstattung
vier Doppelfelder in einer Gerätturnhalle
Prüfpunkte
fester Sitz der Sprossen, keine gesplitterten Holzteile

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. DGUV Information 202-044, Sportstätten und Sportgeräte Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
  2. DGUV Information 202-114, Gerätturnen in der Schule Unfallkasse Nordrhein-Westfalen
  3. DGUV Information 202-035, Matten im Sportunterricht Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin
  4. Handbuch Bewegungs-ABC, Bewegungsideen für Kinder von 5 bis 12 Jahren Schwäbischer Turnerbund

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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