Wettkampf, Formate & Rollen

Sechskampf

Auch: Mehrkampf der Männer · Sechskampf Kür

Der Mehrkampf der Männer an Boden, Pauschenpferd, Ringen, Sprung, Barren und Reck.

Der Sechskampf ist der Mehrkampf der Männer. Geturnt wird an den Geräten Boden, Pauschenpferd, Ringe, Sprung, Barren und Reck, jeweils als Kür nach dem Code de Pointage. [1] Bei der Deutschen Meisterschaft ist dieser Sechskampf zugleich Qualifikationswettkampf für die Gerätfinals. [1] Die Reihenfolge der Geräte ist international einheitlich und beginnt am Boden. [1] Sie prägt den gesamten Wettkampftag. [1] Für die Turner bedeutet der Sechskampf sechs sehr unterschiedliche Belastungen hintereinander. [3] Das Pauschenpferd verlangt Präzision, die Ringe Kraft, der Boden Sprungkraft. [3] Kein anderes Format fordert eine solche Bandbreite. [3] Der Sieger gilt als bester Turner des Wettkampfs. [1]

Die Elementgruppen

An jedem Gerät gelten eigene Anforderungen. Am Reck bilden Langhangschwünge, Flugelemente, stangennahe und Adler-Elemente sowie Abgänge die vier Gruppen, am Barren wird vorausgesetzt, dass Elemente im Handstand beginnen und enden. [2] Am Pauschenpferd enden alle Elemente im Stütz vorlings, weshalb ein einziger zusätzlicher Stütz den Wert eines Elements verändern kann. [2] Wer den Sechskampf turnt, muss also sechs verschiedene Regelsysteme beherrschen. [2] Genau darin liegt seine Schwierigkeit. [2] Für die häufigsten Elemente sieht das Heft besonders kurze Kernsymbole vor, weil 75 Elemente bereits 60 Prozent der bei großen Wettkämpfen gezeigten Elemente ausmachen. [2]

Der Aufbau des Wettkampftags

Der Ablauf ist eng getaktet. Bei den Deutschen Meisterschaften geht dem Sechskampf ein Podiumstraining am Vortag voraus, gefolgt von einem Einturnblock von 75 Minuten und dem Wettkampf selbst über etwa drei Stunden. [1] Danach folgen an den beiden nächsten Tagen die Gerätfinals in zwei Blöcken. [1] Der Verzicht auf ein Gerätfinale muss der Wettkampfleitung spätestens 90 Minuten nach der Siegerehrung des Mehrkampfes angezeigt werden. [1] Andernfalls wird ein Betrag fällig. [1]

In den unteren Klassen

Auch im Nachwuchsbereich wird sechs Geräte geturnt. Die Pflichtprogramme der Verbände enthalten für jedes der sechs Geräte eine festgelegte Übung, die mit Ausgangswert und Kompositionsanforderungen abgedruckt ist. [4] Damit lernen junge Turner alle Geräte parallel. [4] Die Aufgabenbücher nennen dazu Wertungsbeispiele, an denen sich das Rechnen üben lässt. [4] Erst später erfolgt eine Spezialisierung. [4]

Die Belastung

Sechs Geräte an einem Tag sind hart. Weil ein Sturz einen vollen Punkt kostet und die Übungen aufeinander folgen, wirkt Ermüdung unmittelbar auf das Ergebnis. [1] Die Turner müssen ihre Kräfte über den gesamten Wettkampf einteilen. [1] Zugleich verlangt jedes Gerät ein eigenes Aufwärmen innerhalb der knappen Einturnzeit. [1] Der Sechskampf ist deshalb auch ein Test der Wettkampfroutine. [1] Bei Verstößen gegen Disziplin und allgemeine Regeln werden 0,3 Punkte abgezogen, bei gerätebezogenen Verstößen 0,5 Punkte. [3]

Die Wertung

Gerechnet wird an jedem Gerät gleich. Die Endnote setzt sich aus der Schwierigkeitsnote und der Ausführungsnote zusammen, von der Abzüge für Ausführungsfehler wie gebeugte Arme, gebeugte Beine oder gebeugte Körperhaltung vorgenommen werden. [3] Teambezogene Strafen etwa für die Reihenfolge oder die Bekleidung schlagen mit einem vollen Punkt zu Buche. [3] Wer die Halle unerlaubt verlässt, wird disqualifiziert. [3] Diese Regeln gelten an allen sechs Geräten. [3]

Neue Elemente

Nicht jedes Element zählt. Nach den Auslegungsrichtlinien der Ligen werden neue Elemente, die weder im Regelwerk noch als nationales Element definiert sind, nicht anerkannt. [4] Kann bei einem Schwung- zu Kraftelement an den Ringen das Kraftelement nicht anerkannt werden, wird das Element nicht zerlegt, sondern komplett gestrichen. [4] Solche Auslegungen betreffen alle sechs Geräte in eigener Weise. [4] Sie werden fortlaufend fortgeschrieben. [4]

Sein Stellenwert

Der Sechskampfsieg ist der höchste Einzeltitel im Männerturnen. Er verlangt an sechs Geräten Wettkampfhärte und lässt sich nicht durch eine einzelne Spitzenübung erreichen. [1] Für die Gerätfinals qualifizieren sich anschließend die besten sechs Turner am jeweiligen Gerät. [1] Wer beides schafft, turnt an einem Wochenende zwei Wettkämpfe. [1] Das gilt als Ausweis besonderer Vielseitigkeit. [1] Wer die Halle unerlaubt verlässt, wird disqualifiziert; die Nichtteilnahme an der Siegerehrung führt zur Annullierung der Ergebnisse. [3]

Auf einen Blick

Geräte
Boden, Pauschenpferd, Ringe, Sprung, Barren, Reck
Reihenfolge
olympische Reihenfolge, beginnend am Boden
Wertung
Kür nach dem Code de Pointage

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Ausschreibung Deutsche Meisterschaften Gerätturnen weiblich und männlich 2026 Schleswig-Holsteinischer Turnverband
  2. Symbolheft für das Gerätturnen der Männer Fédération Internationale de Gymnastique
  3. Nationale Kampfrichterkurse, Allgemeiner Teil Code de Pointage 2022 Schwäbischer Turnerbund
  4. Auslegungsrichtlinien für die Badischen Turnligen Badischer Turner-Bund

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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