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Gesundheit & Prävention

Schulterbelastung an den Ringen

Auch: Schulter im Ringeturnen · Kraftteile an den Ringen

Die hohe Beanspruchung des Schultergürtels durch Halte- und Kraftelemente an den Ringen.

Die Ringe stellen die höchsten Anforderungen an den Schultergürtel. Anders als an festen Geräten hängt der Körper an zwei beweglichen Punkten, die aktiv stabilisiert werden müssen. [3] Das Regelwerk kennt an den Ringen eine eigene Elementgruppe für Schwung- zu Kraftelemente. [4] Kann das Kraftelement nicht anerkannt werden, etwa wegen Zeit oder Winkelabweichung, wird das Element nicht zerlegt, sondern komplett gestrichen. [4] Damit sind Haltepositionen im Wettkampf ausdrücklich gefordert. [4] Beim Turnen entstehen dabei erhebliche Stützbelastungen an den Geräten. [1] Spätschäden im Sinne von Arthrosen der Hüft- oder Knie­gelenke sind beim Turnen wenig bekannt, betroffen sind vor allem Sprung- und Handgelenke. [1] Für die Schulter zählt vor allem die Belastung durch Halte- und Stützarbeit. [1] Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt. [2] Dieser Text ersetzt keine Untersuchung. [2] Er ordnet nur ein. [1]

Die Belastungsart

An den Ringen wirkt Zug und Druck zugleich. Der Körper wird gehalten, geschwungen und in Positionen gebracht, die über längere Zeit stabilisiert werden müssen. [1] Beim Turnen entstehen dabei erhebliche Stützbelastungen an den Geräten. [1] Das Regelwerk verlangt an den Ringen ausdrücklich Kraftelemente, die als eigene Elementgruppe geführt werden. [4] Kann ein Kraftelement wegen Zeit oder Winkelabweichung nicht anerkannt werden, wird das Element komplett gestrichen. [4] Das erhöht die Anforderungen an die stabilisierende Muskulatur. [2] Und damit die Belastung. [1]

Die Voraussetzung Kraft

Ohne Kraft ist Ringeturnen nicht möglich. Ein schnelles und sicheres Lernen neuer Elemente wird erst möglich, wenn bereits zu Lernbeginn ein ausreichend hohes Niveau der speziellen Leistungsvoraussetzungen vorhanden ist. [2] Deshalb muss ein Kraft- und Spannungstraining eingebaut werden. [2] Übungen zur Schulung der Kraft vermindern zugleich die Beanspruchungen für Gelenke. [2] Gezieltes Krafttraining hat im Turnen nachweislich Schäden reduziert, insbesondere über die Rumpfmuskulatur. [1] Für die Schulter gilt dasselbe Prinzip. [1] Kraft geht der Schwierigkeit voraus. [2]

Die Wertung

Das Regelwerk setzt Maßstäbe für die Ausführung. Abzüge werden für Ausführungsfehler wie gebeugte Arme, gebeugte Beine oder eine gebeugte Körperhaltung vorgenommen. [4] Bei Kraftelementen entscheidet zusätzlich die Haltezeit und die Winkelstellung über die Anerkennung. [4] Wer versucht, ein Element ohne ausreichende Kraft zu zeigen, riskiert nicht nur Abzüge. [4] Er belastet die Schulter in ungünstigen Winkeln. [1] Deshalb ist die Auswahl der Elemente auch eine Sicherheitsfrage. [2] Sie richtet sich nach dem Können. [2]

Das Wachstumsalter

Junge Turnende sind besonders zu schützen. Bei Kleinkindern gilt das Knochengewebe als kritische Struktur, bei Jugendlichen der Wachstumsknorpel und erst bei jungen Erwachsenen der Kapselbandapparat. [3] Die Skelettentwicklung geht dem Muskelwachstum zeitlich voraus, woraus vorübergehende Ungleichgewichte entstehen. [3] In der Wachstumsphase folgen Brustkorb, Wirbelsäule und Schultergürtel zeitlich versetzt. [3] Deshalb sind Kraftelemente an den Ringen für Kinder nicht vorgesehen. [3] Sie stehen erst in höheren Klassen im Programm. [3] Der Aufbau erfolgt über Jahre. [2]

Die Vorbereitung

Vor den Ringen steht die Grundlagenarbeit. Im Kinderturnen werden Hängen, Schwingen, Hangeln, Klettern und Stützen als Grundtätigkeiten geschult. [2] Diese Formen bereiten die Schulter auf spätere Belastungen vor. [2] Auch im Schulsport gehören Hängen und Stützen zu den Bewegungsfeldern. [2] Erst danach folgen Haltepositionen mit hohem Kraftanteil. [2] Der Weg dorthin ist methodisch beschrieben. [2] Er beginnt niedrig. [2]

Die Belastungssteuerung

Menge und Erholung entscheiden. Überlastungsschäden entstehen insbesondere infolge einseitiger Belastungen. [3] Als Ansatzpunkte für Prävention werden das Regelwerk und die Wettkampfhäufigkeit genannt. [3] Für die Praxis bedeutet das, Kraftelemente nicht in langen Serien zu üben. [1] Auch Erholung und Regeneration gehören zur Planung. [2] Wer Schmerzen hat, sollte pausieren. [3] Und ärztlichen Rat einholen. [3]

Die Einordnung

Die Ringe sind das kraftbetonteste Gerät im Turnen. Weil Halte- und Kraftelemente im Regelwerk ausdrücklich gefordert sind, lässt sich die Belastung nicht umgehen. [3] Steuerbar sind aber Aufbau, Umfang und Zeitpunkt. [2] Gezielter Kraftaufbau, methodische Reihen und begrenzte Wiederholungszahlen senken das Risiko. [1] Für den Breitensport bestehen ohnehin Programme mit freigestellter Gerätehöhe und einfacheren Anforderungen. [3] Damit bleibt das Gerät auch dort nutzbar. [3] Auf angepasstem Niveau. [3]

Auf einen Blick

Ursache
Stützbelastung und Haltekraft an beweglichen Ringen
Besonderheit
Kraftelemente bilden eine eigene Elementgruppe
Vorbeugung
gezielter Kraftaufbau vor der Schwierigkeit

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Orthopädische Spätschäden beim Gewichtheben und Geräteturnen ATOS News, Fachmagazin
  2. Gerätturnen in Schule und Verein, sicher und attraktiv Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
  3. Sportschäden im Kindes- und Jugendalter Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
  4. Auslegungsrichtlinien für die Badischen Turnligen Badischer Turner-Bund

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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