Gesundheit & Prävention

Safe Sport

Auch: Schutzkonzept · Schutz vor Gewalt im Sport

Der Schutz vor Gewalt und Grenzverletzungen im Sport und die dafür geschaffenen Strukturen.

Safe Sport bezeichnet die Schaffung einer sicheren und gesunden Umgebung, in der alle Beteiligten frei von jeder Form von Gewalt oder Bedrohung Sport treiben können. [1] Als sicher gilt Sport dann, wenn Menschenwürde, Gesundheit und sexuelle Selbstbestimmung aller Beteiligten umfassend geschützt sind, insbesondere die der Sportlerinnen und Sportler. [1] Um das Wohlergehen aller zu schützen, sind Maßnahmen zur Prävention, Intervention und Aufarbeitung integrale Bestandteile des Konzepts. [1] Der Turnverband und seine Jugendorganisation haben den Schutz vor Gewalt in Satzung und Jugendordnung aufgenommen. [1] Sie treten rassistischen und verfassungsfeindlichen Bestrebungen, menschenverachtenden Verhaltensweisen sowie jeder Form von Gewalt entschieden entgegen. [1] Ausdrücklich genannt sind körperliche, seelische und sexuelle Gewalt. [1] Auf Bundesebene besteht dazu ein eigener Verhaltenskodex des Sports. [2] Er gilt für alle Mitgliedsorganisationen. [2] Der Dachverband hat dazu einen eigenen Verhaltenskodex für den organisierten Sport vorgestellt. [4] Damit ist das Thema verbandsübergreifend verankert. [4]

Die Ansprechpersonen

Zuständigkeiten sind benannt. Aus jedem Bereich wird eine Person in ein gemeinsames Gremium entsandt, das vierteljährlich tagt und die Weiterentwicklung des Gesamtkonzepts vorantreibt. [1] Diese Person ist feste Ansprechperson für ihren Bereich. [1] Einladung, Ergebnisprotokolle und Statusbericht liegen federführend bei der Jugendorganisation. [1] Zusätzlich bestehen unabhängige Anlaufstellen außerhalb des Verbandes. [3] Betroffene, Angehörige und Vereine können sich dorthin wenden. [3] Die Beratung erfolgt vertraulich. [3]

Die Verhaltensregeln

Konkrete Regeln machen das Konzept alltagstauglich. Geregelt sind unter anderem Situationen zu zweit, etwa Autofahrten: Einzelfahrten sind nur nach Absprache und mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten möglich. [1] Bevorzugungen wie Privatgeschenke an einzelne Personen sind zu vermeiden, weil dadurch Vertrauen und Zuneigung erschlichen werden können. [1] Dasselbe gilt für private Treffen. [1] Die Mitnahme von Kindern und Jugendlichen in private Räumlichkeiten ist nicht erlaubt. [1] Diese Regeln gelten für Haupt- und Ehrenamt. [1] Sie werden unterschrieben. [1]

Die Eignungsprüfung

Wer mit Kindern arbeitet, muss Nachweise vorlegen. Mitarbeitende müssen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen oder den Verhaltenskodex und die Verhaltensregeln unterzeichnen. [1] Zusätzlich müssen sie regelmäßig an Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen. [1] Auch für die Lizenzausstellung ist die Vorlage eines unterzeichneten Ehrenkodex vorgesehen. [1] Dazu kommt eine Lizenzvereinbarung. [1] Damit ist der Schutz an die Ausbildung gekoppelt. [1] Ohne Unterschrift keine Lizenz. [1]

Mobbing und Ausgrenzung

Nicht jede Gewalt ist körperlich. Mobbing und Ausgrenzung können ein Klima sozialer Isolation und psychischer Belastung schaffen. [1] Wenn Sportlerinnen regelmäßig durch herabwürdigende Kommentare, absichtliche Ausgrenzung oder gezielte Angriffe auf Persönlichkeit oder Leistung schikaniert werden, kann das Risiko für eskalierende Konflikte und Aggressionen steigen. [1] Betroffene fühlen sich häufig hilflos und isoliert. [1] Solche Dynamiken können ein Umfeld schaffen, in dem körperliche Gewalt wahrscheinlicher wird. [1] Deshalb ist es wichtig, alle gleich und mit Respekt zu behandeln. [1] Auch unter den Aktiven soll ein wertschätzendes Miteinander gelten. [1]

Die Sanktionen

Verstöße haben Folgen. Der Verband hat als Ausbildungsträger der ihm zugewiesenen Lizenzen das Recht, deren Gültigkeit vorübergehend oder dauerhaft zu entziehen sowie Ausstellung und Verlängerung zu verweigern. [1] Zuständig sind ein eigener Ausschuss und die Safe-Sport-Kommission für die im Verhaltenskodex geregelten Tatbestände. [1] Lizenzinhaberinnen werden über ihre ethischen und rechtlichen Pflichten informiert. [1] Die lizenzverwaltenden Stellen stellen sicher, dass diese Information alle erreicht. [1] Damit ist der Entzug ein wirksames Mittel. [1] Er trifft die Berechtigung zur Tätigkeit. [1]

Die Ebene des Dachverbands

Über dem Fachverband steht der organisierte Sport insgesamt. Der Dachverband will die Grundlage schaffen, um interpersonelle Gewalt im Sport auch unterhalb der strafrechtlichen Schwelle zu bekämpfen und zu sanktionieren. [2] Ein Stufenmodell beschreibt Mindeststandards zum Schutz vor Belästigung und Gewalt für den Dachverband, seine Mitgliedsorganisationen und angeschlossene Einrichtungen. [2] Auch andere Spitzenverbände setzen entsprechende Konzepte um. [3] Sie folgen demselben Aufbau. [3] Damit entsteht ein einheitlicher Rahmen. [2] Er reicht bis in die Vereine. [1]

Seine Bedeutung

Safe Sport betrifft jeden Verein. Weil Vertrauensverhältnisse in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen entstehen und einseitig ausgenutzt werden können, braucht es klare Regeln und benannte Ansprechpersonen. [1] Im Turnen kommt die enge körperliche Nähe bei Hilfestellungen hinzu. [1] Gerade deshalb sind Verhaltensregeln und Qualifizierung wichtig. [1] Für Übungsleitungen sind sie Teil der Lizenzbedingungen. [1] Der Dachverband will Gewalt auch unterhalb der strafrechtlichen Schwelle sanktionieren können. [4] Für die Aktiven ist das die Grundlage, sicher Sport treiben zu können. [2]

Auf einen Blick

Ziel
sichere und gesunde Umgebung ohne Gewalt oder Bedrohung
Instrumente
Verhaltensregeln, Führungszeugnis, Ansprechpersonen
Folge
Lizenzentzug bei Verstößen möglich

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Schutzkonzept Safe Sport im Deutschen Turner-Bund Deutscher Turner-Bund
  2. Safe Sport Deutscher Olympischer Sportbund
  3. Safe Sport und Jugendschutz Deutscher Ruderverband
  4. Gegen Gewalt im Sport, DOSB stellt Safe Sport Code vor Deutscher Olympischer Sportbund, Aktuelles

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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