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Motorische Grundlagenausbildung

Auch: Grundlagenschulung · Bewegungsgrundlagen

Die breite Schulung grundlegender Bewegungsformen als Basis für jede Sportart.

Die motorische Grundlagenausbildung schult grundlegende Bewegungsformen, bevor spezialisiert wird. Das Kinderturnen versteht sich ausdrücklich als motorische Grundlagenausbildung für alle Kinder und als Grundlage aller Sportarten. [1] Es orientiert sich an den motorischen Hauptbeanspruchungsformen Koordination, Beweglichkeit, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer. [1] Gefördert werden alle wichtigen Grundtätigkeiten wie Krabbeln, Gehen, Laufen, Hüpfen, Springen, Schwingen, Wälzen, Rollen, Klettern, Steigen, Rutschen, Stützen, Werfen und Fangen. [1] Diese Formen sind in keiner Sportart entbehrlich. [1] Wer sie beherrscht, lernt später schneller. [4] Umgekehrt ist eine unzureichende Vorbereitung eine der Hauptursachen für Unfälle. [4] Deshalb steht die Grundlagenarbeit am Anfang. [4] Sie ist keine Vorstufe, sondern Voraussetzung. [4]

Im Schulsport

Auch die Schule kennt dieses Feld. Das Bewegungsfeld Bewegen an Geräten bietet ein umfassendes Aktionsfeld zum Erwerb grundlegender Bewegungserfahrungen und zur Ausprägung von Kondition und Koordination. [2] Dazu gehören das Bewältigen von Bewegungslandschaften, das Überwinden von Hindernissen, das Turnen an Großgeräten, synchrones Bewegen und Bewegungsaufgaben. [2] Auch das Turnen mit Partner oder in der Gruppe und das gegenseitige Helfen und Sichern zählen dazu. [2] Diese Situationen sind zugleich Gelegenheiten zum sozialen Lernen. [2] Der Einsatz von Musik erlaubt eine gestalterische Präsentation. [2] Besondere Aufmerksamkeit gilt der Sicherheit. [2]

Die Kraftgrundlagen

Ohne Kraft geht es nicht. Im ganzjährigen Schulsportgeschehen muss ein entsprechendes Kraft- und Spannungstraining eingebaut werden. [4] Liegestütze etwa lassen sich in jeder Sportart am Ende einer Erwärmung ohne besonderen Aufwand durchführen. [4] Ein schnelles und sicheres Lernen neuer Elemente wird erst möglich, wenn bereits zu Lernbeginn ein ausreichend hohes Niveau der speziellen Leistungsvoraussetzungen vorhanden ist. [4] Übungen zur Schulung der Kraft dienen dabei nicht nur dem späteren Beherrschen von Turnelementen. [4] Sie vermindern zugleich die Beanspruchung von Gelenken und Wirbelsäule. [4] Damit sind sie auch Prävention. [4]

Die Vielseitigkeit

Breite geht vor Spezialisierung. Das Kinderturnen bietet Bewegungs- und Erfahrungsmöglichkeiten an, mit und ohne Materialien und Geräte, die Kinder für ihre gesunde und ganzheitliche Entwicklung brauchen. [1] Ein Praxishandbuch bildet die Grundbewegungen des Grundschulalters von A bis Z ab und ordnet jedem Buchstaben Spiele und Aufgaben zu. [3] Damit lässt sich systematisch abdecken, was sonst zufällig bliebe. [3] Die Aufgaben sind nach Können planbar. [3] Videos ergänzen die Beschreibungen. [3] So entsteht ein vollständiges Programm. [3]

Der Zusammenhang mit dem Gerätturnen

Im Gerätturnen zahlt sich die Grundlage besonders aus. Die Elemente verlangen Stützkraft, Körperspannung, Raumorientierung und Mut in ungewohnten Lagen. [4] Fehlt die Stützkraft, kommt es zu typischen Fehlern und Unfällen. [4] Auch Angst kann zu widersinnigem Handeln führen, etwa zum Festhalten an der Lehrkraft statt am Gerät. [4] Deshalb wird im Unterricht mit methodischen Übungsreihen gearbeitet. [2] Diese führen schrittweise an die Zielübung heran. [2] Sie sind Teil des Kompetenzbereichs Methoden anwenden. [2]

Die Vermittlung

Grundlagen werden spielerisch gelernt. Im gemeinsamen Spielen und Bewegen mit Gleichaltrigen lernen Kinder nachzugeben, sich zu behaupten, einander zu helfen und zu kooperieren. [1] Das Kinderturnen richtet sich dabei an den unterschiedlichen Bedürfnissen und individuellen Fähigkeiten aller Kinder aus. [1] Ein Handbuch liefert dafür Spiele und Bewegungshausaufgaben zu jeder Grundbewegung. [3] Damit lässt sich auch zu Hause üben. [3] Der Übergang zwischen Spiel und Übung bleibt fließend. [3] Genau das hält Kinder bei der Sache. [3]

Die Gesundheitswirkung

Grundlagenarbeit ist Vorbeugung. Das Kinderturnen widmet sich der Gesundheitsförderung und will einer frühzeitigen Entstehung von Haltungs- und Herz-Kreislaufschwächen, Übergewicht und Koordinationsschwierigkeiten noch vor dem Einschulungsalter vorbeugen. [1] Ziel ist, Kinder zu lebenslangem Sporttreiben zu motivieren. [1] Auch die Unfallversicherung betont die Bedeutung ausreichender Leistungsvoraussetzungen. [4] Beides zielt in dieselbe Richtung. [4] Wer früh vielseitig übt, bewegt sich später sicherer. [4] Und bleibt eher dabei. [1]

Ihre Bedeutung

Ohne Grundlagen bleibt jede Technik brüchig. Weil turnerische Elemente auf Kraft, Koordination und Körpergefühl aufbauen, entscheidet die Grundlagenarbeit über das spätere Lerntempo. [4] Für Vereine ist sie zugleich der Zugang zu neuen Mitgliedern. [1] Für Schulen ist sie im Bewegungsfeld Bewegen an Geräten verankert. [2] Beide Seiten arbeiten mit denselben Bewegungsformen. [2] Das erleichtert den Wechsel zwischen Schule und Verein. [1] Und es macht die Ausbildung anschlussfähig. [1]

Auf einen Blick

Beanspruchungsformen
Koordination, Beweglichkeit, Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer
Grundtätigkeiten
Laufen, Springen, Klettern, Stützen, Rollen, Werfen
Anspruch
Grundlage aller Sportarten

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Programm Kinderturnen Deutsche Turnerjugend
  2. Bewegen an Geräten, Handreichung Sport Bildungsserver Berlin-Brandenburg
  3. Bewegungs-ABC, Handbuch für die Praxis Schwäbischer Turnerbund
  4. Gerätturnen in Schule und Verein, sicher und attraktiv Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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