Landung
Auch: Landen · Landephase
Der Abschluss jeder Flugphase, in dem die Bewegungsenergie kontrolliert abgebaut wird und der als Unfallschwerpunkt des Turnens gilt.
Die Landung beendet jede Flugphase und ist zugleich der gefährlichste Teil des Turnens. Sie soll die kinetische Energie des Fluges absorbieren, und je größer Bewegungsgeschwindigkeit und Körpergewicht sind, desto mehr Muskelkraft muss für den Bremsvorgang eingesetzt werden. [1] Missglückte Landungen führen oft zu Verletzungen oder Überbelastungen in den unteren Extremitäten oder im Bereich der Wirbelsäule. [1] Sie ist damit kein Anhängsel der Bewegung, sondern eine eigene technische Aufgabe.
Die Technik
Der Ablauf lässt sich in wenigen Sätzen beschreiben. Landungen beginnen in der Regel auf dem Fußballen und enden auf dem ganzen Fuß, wobei die Knie mit nachgeben. [1] In dieser Phase sollte sich der Rücken in einer geraden Position befinden, die Arme unterstützen das Abbremsen des Schwungs und befinden sich in Vorhalte, und die Füße können leicht geöffnet sein, um den Schwung besser abzufangen. [1] Als Korrekturhinweise haben sich drei Sätze bewährt: leise landen, in Knien und Hüften nachgeben, Füße hüftbreit setzen. [1]
Wie viel Technik ausmacht
Die Wirkung einer sauberen Landung ist messbar. Die Veränderung des Landeverhaltens von einer harten zu einer weichen, aktiven Landung bewirkt eine Abnahme der Beanspruchung um bis zu fünfzig Prozent. [2] Der Einfluss des Bewegungsverhaltens ist dabei auf härteren Matten größer als auf weicheren. [2] Zum Vergleich: Eine harte Landung aus fünfzig Zentimetern auf eine Turnmatte beansprucht den Körper ebenso stark wie eine weiche, aktive Landung aus 150 Zentimetern auf dieselbe Matte. [2]
Warum sie so oft misslingt
Die Schwierigkeit einer Landung hängt von der vorangegangenen Bewegung ab. Relativ einfach sind Landungen nach Sprüngen ohne Drehung, schwieriger werden sie nach Drehungen um eine oder mehrere Körperachsen, und eine einbeinige Landung stellt andere Anforderungen als eine beidbeinige. [1] Hinzu kommt, dass sich Turnende oft nicht auf die Landung konzentrieren können, weil die Flugphase die Aufmerksamkeit bindet oder bereits Ermüdung eingesetzt hat. [1] Deshalb misslingen Landungen häufiger am Ende einer Übung.
Der Unfallschwerpunkt
In der Statistik ist die Landung der kritische Punkt des Turnens. Die Landung nach einem Sprung über ein Gerät gilt als Unfallschwerpunkt, die Turnenden knicken um oder stürzen, und häufige Folgen sind Distorsionen, Prellungen und Frakturen. [4] Als Ursachen werden ungeeignete Matten, schlechte Mattenauslagen mit Stolperstellen und Lücken, ein falscher Geräteaufbau, mangelnde Konzentration und das Nichtbeherrschen der kontrollierten Landung genannt. [4] Die Hälfte dieser Punkte betrifft die Vorbereitung und nicht die Ausführung.
Die richtige Unterlage
Technik und Matte wirken zusammen. Für punktuelle Landungen mit Drehanteil sind Niedersprungmatten die richtige Wahl, während Weichbodenmatten wegen ihrer großen Einsinktiefe nur für flächige Landungen taugen. [1] Wirken auf eingesunkene Füße zusätzliche Drehkräfte, können diese die Bewegung nicht nachvollziehen, weil sie in der Matte wie in einem Schraubstock festgehalten werden. [1] Deshalb entscheidet vor jeder Sprungreihe die Frage, welche Art von Landung geübt werden soll. [2]
Im Wettkampf
Für die Wertung ist die Landung ein eigener Prüfpunkt. Der Sprung endet mit der Landung hinter dem Gerät mit geschlossenen Beinen, und Abgänge an allen Geräten müssen im Stand mit geschlossenen Beinen enden. [3] Kleine Schritte oder Hüpfer kosten ein Zehntel pro Schritt, große Schritte oder das Berühren der Matte mit einer oder zwei Händen mehr, ein Aufstützen mit einer oder zwei Händen einen ganzen Punkt. [3] Ein Sturz während der Landung wird mit einem Punkt bewertet, und wenn die Füße nicht zuerst die Matte berühren, folgt zusätzlich die Nichtanerkennung. [3]
Landen lernen
Die Landung lässt sich früh und ohne Gerät üben. Die Technik des weichen, aktiven Landens kann speziell mit unterschiedlichen Niedersprüngen erlernt werden, etwa von einer niedrigen Erhöhung auf eine passende Matte. [1] Damit Landungen gelingen, sollte im Schulsport zudem Wert auf die Kräftigung der Rumpf- und Beinmuskulatur gelegt werden, denn eine trainierte Muskulatur nimmt Energie so auf, dass nur ein Minimum an mechanischer Belastung für den Bewegungsapparat entsteht. [1] Landen ist damit Technik und Kraft zugleich. [2]
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- DGUV Information 202-035, Matten im Sportunterricht Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin
- Prävention in NRW 11, Niedersprünge, Landungen, Matten Unfallkasse Nordrhein-Westfalen
- Aufgabenbuch P-Übungen männlich Bayerischer Turnerverband, Turngau Mittelfranken
- DGUV Information 202-114, Gerätturnen in der Schule Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.