Organisation, Verbände & Ausbildung

Landesstützpunkt

Auch: LSP · Landesstützpunkt Turnen

Regionale Trainingseinrichtung für Landeskader und den Übergang in den Bundeskader.

Der Landesstützpunkt ist die regionale Stufe der Leistungssportförderung. Landesstützpunkte sind Trainingseinrichtungen, an denen die Landesfachverbände und leistungsstarke Vereine eng abgestimmt und zielorientiert zusammenarbeiten. [1] Für einen Olympiazyklus sind in einem Bundesland 41 Standorte aus 16 Sportarten als Landesstützpunkt anerkannt. [1] Antragsteller ist der jeweilige Landesfachverband, die Anerkennung erteilt das zuständige Ministerium. [1] Für das Turnen unterhält ein Landesturnverband einen eigenen Landesstützpunkt an einem zentralen Standort. [3] Er liegt im System zwischen Talentstützpunkt und Bundesstützpunkt. [2] Dort trainieren die Landeskader. [2] Von hier führt der Weg in den Bundeskader. [2] Die Zuständigkeit liegt beim Land. [2]

Die Einordnung

Das Netz ist mehrstufig. Es besteht aus Talentstützpunkten, Landesstützpunkten, Bundesstützpunkten und Olympiastützpunkten. [2] Für das Training der Landeskader sind die Landesstützpunkte vorgesehen. [2] Optimalerweise findet schon dort eine Betreuung durch den zuständigen Olympiastützpunkt als Unterstützungs- und Beratungseinrichtung statt. [2] Mit der Berufung in den Bundeskader oder in den Nachwuchskader 2 verlagert sich der Trainingsschwerpunkt dann an einen Bundesstützpunkt. [2] Der Stützpunktbegriff bezeichnet dabei vor allem die personell-inhaltlichen Voraussetzungen für das leistungssportliche Training. [2] Dazu zählen Trainingsetappe, Kadersportler, Trainer, Trainingsinhalte, Geräte und Leistungsdiagnose. [2]

Die Zuständigkeiten

Bund und Länder teilen sich die Förderung. Der Bund ist für Olympiakader, Perspektivkader und Nachwuchskader 1 zuständig, die Länder für Nachwuchskader 2 und Landeskader. [2] Entsprechend liegt der Landesstützpunkt in der Verantwortung des Landes. [1] Die Landeskader müssen dabei anhand bundeseinheitlicher Kaderkriterien nominiert werden. [4] So bleiben die Maßstäbe vergleichbar. [4]

Die Zusammenarbeit

Ein Landesstützpunkt lebt von Kooperation. Er verbindet den Landesfachverband mit leistungsstarken Vereinen, die Trainingszeiten, Personal und Geräte einbringen. [1] Der Verband steuert Trainerinnen und Trainer sowie die sportfachliche Ausrichtung bei. [3] Zusätzlich bestehen Landesleistungszentren, die der Durchführung zentraler Lehrgangs- und Schulungsmaßnahmen dienen. [1] Sie fördern vor allem Nachwuchskader 2 und Landeskader. [1] Die beiden Landesleistungszentren eines Bundeslandes liegen dabei an eigenen Standorten. [1] Sie stehen olympischen und paralympischen Sportarten offen. [1]

Die Betreuung

Neben dem Training steht die Begleitung. Ein Olympiastützpunkt betreut an mehreren Standorten Spitzenathletinnen und Spitzenathleten aus vielen Sportarten, medizinisch, sportfachlich, beruflich und persönlich. [1] Dazu gehören Laufbahnberatung, Trainingswissenschaft, Physiotherapie, Sportpsychologie und Ernährungsberatung. [1] Diese Angebote stehen im Idealfall schon Landeskadern offen. [2] Damit beginnt die Betreuung vor dem Bundeskader. [2]

Die Anbindung an den Verband

Der Landesverband bündelt die Fäden. Er betreibt neben dem Stützpunkt eine eigene Turnschule für Aus- und Fortbildung und richtet rund 100 Lehrveranstaltungen im Jahr aus. [3] Damit stellt er zugleich das Personal, das an den Stützpunkten arbeitet. [3] Für die Vereine ist er der Ansprechpartner in Förderfragen. [3] Die Wege zwischen Verein und Stützpunkt sind dadurch kurz. [1]

Die Zuordnung

Wo eine Athletin trainiert, wird formal festgehalten. Alle Athletinnen werden zum Stichtag der Kadernominierung ihrem Haupttrainingsstandort zugeordnet, also dem Ort mit mehr als der Hälfte des Heimtrainings. [4] Die Zuordnung zum Landesturnverband erfolgt dagegen in der Regel über das Erststartrecht. [4] Beides kann auseinanderfallen, wenn jemand außerhalb des eigenen Verbandes trainiert. [4] Für Lehrgänge und Kostenübernahme ist die Zuordnung entscheidend. [4] Für Lehrgänge des Bundesverbandes werden die unteren Kaderstufen dennoch zentral eingeladen. [4] Die Kostenübernahme läuft dann über den Landesturnverband. [4]

Seine Bedeutung

Der Landesstützpunkt hält den Übergang offen. Er erlaubt ein leistungsorientiertes Training, ohne dass ein Umzug nötig wird, und bereitet auf den Wechsel an einen Bundesstützpunkt vor. [2] Für viele Jugendliche ist er die letzte Stufe, die sich mit Schule und Familie vereinbaren lässt. [1] Zugleich bindet er starke Vereine in die Verbandsarbeit ein. [1] Ohne diese Ebene bräche der Nachwuchsweg ab. [2] Die Anerkennung gilt jeweils für einen Olympiazyklus. [1] Danach wird sie neu beantragt. [1]

Auf einen Blick

Träger
Landesfachverband gemeinsam mit starken Vereinen
Anerkennung
durch das zuständige Ministerium auf Antrag
Beispiel
41 Standorte aus 16 Sportarten in einem Bundesland

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Stützpunkte im Leistungssport Landessportverband Schleswig-Holstein
  2. Stützpunktkonzept für den olympischen Sport Deutscher Olympischer Sportbund
  3. Schleswig-Holsteinischer Turnverband, Verbandsportal Schleswig-Holsteinischer Turnverband
  4. Leitfaden 2026 und Kaderkriterien 2027, Gerätturnen weiblich Deutscher Turner-Bund

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

Alle Turnen-Begriffe