Breitenturnen, Kinderturnen & Schulturnen

Kinderturnen

Auch: Kinderturngruppe · Turnen für Kinder

Die motorische Grundlagenausbildung für alle Kinder und Grundlage aller Sportarten.

Kinderturnen ist die motorische Grundlagenausbildung für alle Kinder und damit die Grundlage aller Sportarten. [1] Es ist das vielseitige Spielen, Bewegen und Fertigkeitslernen an, mit und ohne Materialien und Geräte und bietet Kindern die Bewegungs- und Erfahrungsmöglichkeiten, die sie für ihre gesunde und ganzheitliche Entwicklung brauchen. [1] Es orientiert sich an den motorischen Hauptbeanspruchungsformen Koordination, Beweglichkeit, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer. [1] Gefördert werden alle wichtigen Grundtätigkeiten wie Krabbeln, Gehen, Laufen, Hüpfen, Springen, Schwingen, Wälzen, Rollen, Klettern, Steigen, Rutschen, Stützen, Werfen und Fangen. [1] Dabei richtet es sich an den unterschiedlichen Bedürfnissen und individuellen Fähigkeiten aller Kinder aus. [1] Es reicht von etwa drei Monaten bis etwa zehn Jahren. [1] Die Übergänge zwischen den Altersgruppen sind fließend. [1] Maßgeblich sind Entwicklungsstand und Können. [1]

Die soziale Seite

Kinderturnen wirkt über die Bewegung hinaus. Im gemeinsamen Spielen und Bewegen mit Gleichaltrigen lernen Kinder nachzugeben, sich zu behaupten, einander zu helfen und zu kooperieren. [1] Kinder sind neugierig und gehen vorbehaltsfrei aufeinander zu, weshalb das Kinderturnen die Interaktion untereinander und damit die soziale Kompetenz fördert. [1] Auch im Schulsport gilt das Bewegen an Geräten als Feld für soziales Lernen. [3] Bewegungslandschaften, Partnerübungen und gegenseitiges Helfen und Sichern schaffen dafür wichtige Situationen. [3] Verantwortung für andere zu übernehmen gehört ausdrücklich dazu. [3] Das gilt für Verein und Schule gleichermaßen. [3]

Die Gesundheitsförderung

Ein Ziel ist die bewegte Kindheit. Das Kinderturnen widmet sich ausdrücklich der Gesundheitsförderung und will Kinder zu lebenslangem Sporttreiben motivieren. [1] So soll der frühzeitigen Entstehung von Haltungs- und Herz-Kreislaufschwächen, Übergewicht und Koordinationsschwierigkeiten noch vor dem Einschulungsalter vorgebeugt werden. [1] Auch die Unfallforschung betont die Bedeutung früher Grundlagen, weil eine unzureichende konditionelle, koordinative und kognitive Vorbereitung als eine der Hauptursachen für Unfälle gilt. [4] Ein Kraft- und Spannungstraining vermindert die Beanspruchung von Gelenken und Wirbelsäule. [4] Solche Übungen lassen sich am Ende jeder Stunde einbauen. [4] Damit dient Kinderturnen auch der Sicherheit. [4]

Die Angebotsformen

Für jede Altersgruppe gibt es ein eigenes Format. Babys von drei bis zwölf Monaten turnen im Angebot Babys in Bewegung, Kleinkinder von einem bis drei Jahren im Eltern-Kind-Turnen, Drei- bis Fünfjährige im Kleinkinderturnen und Fünf- bis Zehnjährige im Kinderturnen. [1] Die Altersangaben sind dabei ausdrücklich fließend zu verstehen. [1] Die Übergänge finden gleitend statt, um Kinder kontinuierlich zu begleiten. [1] Grundsätzlich ist das Lebensalter gemeint, doch Entwicklungsstand und Können werden einbezogen. [1] So bleibt die Einteilung durchlässig. [1] Kein Kind wird durch ein Datum ausgebremst. [1]

Die Praxis

In der Stunde wird mit Spielen und Aufgaben gearbeitet. Ein Praxishandbuch für Kinder von fünf bis zwölf Jahren stellt zu jedem Buchstaben des Alphabets Spiele, Übungen und Bewegungsaufgaben vor, mit denen die zugeordnete Bewegung gelernt oder gefestigt wird. [2] Es bildet damit die Grundbewegungen des Grundschulalters von A bis Z ab. [2] Entwickelt wurde es von einem Landesturnverband gemeinsam mit einem Verein. [2] Die Ideen sollen helfen, Kinder nach längeren Sportpausen wieder für den Verein zu begeistern. [2] Sie lassen sich nach Können planen. [2] Ergänzt werden sie durch Videos. [2]

Die Übungsleitung

Angeleitet wird von lizenzierten Personen. Die Ausbildung auf der ersten Lizenzstufe umfasst 120 Lerneinheiten im sportartübergreifenden Breitensport und kennt eigene Schwerpunkte für Eltern-Kind-Turnen, Kleinkinderturnen und Kinderturnen. [1] Davor steht eine Vorstufenqualifikation. [1] Fort- und Weiterbildungen ergänzen das Angebot. [1] Eine eigene Akademie führt Veranstaltungen zentral und vor Ort durch. [1] Damit ist die Qualifizierung fest verankert. [1] Sie ist Teil eines bundesweiten Programms. [1]

Die Instrumente

Zum Programm gehören eigene Angebote. Genannt werden ein Kinderturn-Club, kindgerechte Wettbewerbe, ein Kinderturn-Test, ein Kinderturn-Abzeichen sowie ein Gerätturnabzeichen. [1] Dazu kommen Aktionen mit Kooperationspartnern und Kinderturn-Feste. [1] Die Angebote sollen die Marke Kinderturnen stärken und Mitglieder binden und gewinnen. [1] Die Offensive richtet sich besonders an Kinder zwischen drei und sieben Jahren. [1] Teilhabe aller Kinder steht dabei im Vordergrund. [1] Ausdrücklich genannt sind Inklusion und Integration. [1]

Seine Bedeutung

Kinderturnen ist der Einstieg in den Sport überhaupt. Weil es keine Sportart voraussetzt und alle Grundtätigkeiten schult, gilt es als Grundlage aller Sportarten. [1] Für Vereine ist es zugleich der wichtigste Zugang zu neuen Mitgliedern. [1] Für Schulen ist das Bewegungsfeld Bewegen an Geräten ein umfassendes Aktionsfeld zum Erwerb grundlegender Bewegungserfahrungen. [3] Beide Wege ergänzen sich. [3] Wer früh vielseitig lernt, findet später leichter zu einer Sportart. [1] Genau das ist das erklärte Ziel. [1]

Auf einen Blick

Zielgruppe
etwa drei Monate bis zehn Jahre
Inhalt
vielseitiges Spielen, Bewegen und Fertigkeitslernen
Grundtätigkeiten
Krabbeln, Laufen, Springen, Klettern, Stützen, Werfen

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Programm Kinderturnen Deutsche Turnerjugend
  2. Bewegungs-ABC, Handbuch für die Praxis Schwäbischer Turnerbund
  3. Bewegen an Geräten, Handreichung Sport Bildungsserver Berlin-Brandenburg
  4. Gerätturnen in Schule und Verein, sicher und attraktiv Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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