Gerätewechsel
Auch: Gerätwechsel · Riegenwechsel
Der Übergang einer Riege von einem Wettkampfgerät zum nächsten.
Der Gerätewechsel gliedert jeden Mehrkampf. Weil nicht alle gleichzeitig am selben Gerät turnen können, wandern die Riegen im Rundlauf von Gerät zu Gerät. [1] Die Reihenfolge ist dabei nicht beliebig: Programme geben offizielle Gerätereihenfolgen vor, im Männerturnen Boden, Pauschenpferd, Ringe, Sprung, Barren und Reck. [2] Bei den Frauen lautet sie Sprung, Stufenbarren, Schwebebalken und Boden. [3] Jede Riege beginnt an einem anderen Gerät und durchläuft die Reihenfolge zyklisch. [1] So sind alle Geräte gleichzeitig belegt. [1] Nach jedem Wechsel folgt zunächst die Einturnzeit. [1] Erst danach beginnt die Wertung. [1] Der Ablauf wiederholt sich, bis alle Geräte durchlaufen sind. [1]
Die Einturnzeit am neuen Gerät
Jeder Wechsel bringt eine neue Eingewöhnung. In den Landesligen beträgt die Einturnzeit an jedem Gerät acht Minuten, in denen alle startenden Turnerinnen einer Mannschaft an die Reihe kommen müssen. [1] Die Mannschaft ist selbst dafür verantwortlich, dass jede eine Einturnmöglichkeit erhält. [3] Die Reihenfolge sollte dabei dieselbe sein wie im Wettkampf. [3] Überschreitungen kosten nach Verwarnung 0,30 Punkte. [3] Bei gemischten Gruppen verfügt dagegen jede Turnerin über ihre persönliche Einturnzeit. [3]
Kein Wechsel während der Übung
Innerhalb einer Übung ist der Wechsel ausgeschlossen. Ein Wechsel des Gerätes während der Übung ist nicht erlaubt; erfolgt er dennoch, wird nur die am ersten Gerät gezeigte Übung bewertet. [2] Diese Regel betrifft vor allem Programme, in denen zwischen mehreren Gerätevarianten gewählt werden darf, etwa zwischen Tiefreck, Hochreck und Stufenbarren. [2] Die Wahl muss vor Übungsbeginn getroffen werden. [2] Danach gilt sie für die ganze Übung. [2]
Der Geräteaufbau
Der Wechsel setzt einen sauberen Aufbau voraus. Die Verantwortung für die Einhaltung der Geräteanforderungen liegt bei der Wettkampfleitung, die Details zu den verwendeten Geräten in der Ausschreibung bekannt gibt. [2] Es müssen die vom Veranstalter zur Verfügung gestellten Geräte verwendet werden. [2] Die Geräteausstattung einschließlich Sprungbretter und Mattenlagen darf ohne Erlaubnis der Wettkampfleitung nicht verändert werden. [3] Während der Übung darf die Fläche nur betreten werden, um das Sprungbrett zu entfernen. [3]
Der Zeitplan
Gerätewechsel bestimmen die Dauer eines Wettkampfs. Bei einer Deutschen Meisterschaft sind für den Mehrkampf der Männer rund drei Stunden angesetzt, für den Vierkampf der Frauen gut zwei Stunden. [4] In dieser Zeit müssen alle Riegen alle Geräte durchlaufen, jeweils mit Einturnen und Wertung. [4] Verzögerungen an einem Gerät wirken sich deshalb auf den gesamten Zeitplan aus. [4] Die Wettkampfleitung steuert den Takt. [2]
Für die Riege
Der Wechsel ist ein organisatorischer Moment. Die Riege sammelt sich, geht gemeinsam zum nächsten Gerät und stellt dort ihre Reihenfolge her. [1] Wer gerade nicht turnt, hilft beim Umlegen der Matten oder sichert. [1] Auch die Kampfrichter wechseln in manchen Formaten mit oder bleiben am Gerät. [1] Beides ist in der Ausschreibung geregelt. [1] In den Landesligen wandern die Mannschaften während Hin- und Rückrunde durch dieselbe Gerätefolge. [1]
Die Belastungssteuerung
Zwischen zwei Geräten liegt eine Pause. Weil nach dem Einturnen erst alle anderen turnen, vergehen bis zum eigenen Start oft mehrere Minuten, in denen die Muskulatur wieder abkühlt. [3] Erfahrene Turnerinnen halten sich deshalb in Bewegung. [3] Die Verbände empfehlen, in die Erwärmung ein Kraft- und Spannungstraining einzubauen, damit die Leistungsvoraussetzungen über den ganzen Wettkampf tragen. [1] Der Gerätewechsel ist damit auch eine Frage der Belastungssteuerung. [1]
Im Breitensport
Bei Kinderturnfesten läuft der Wechsel einfacher ab. Dort werden an jedem Gerät mehrere Übungen unterschiedlicher Schwierigkeit ausgeschrieben, aus denen jedes Kind wählt, sodass eine Riege ohne lange Vorbereitung an das nächste Gerät wechseln kann. [4] Der turnerische Teil umfasst dabei Boden, Sprung und weitere Geräte. [4] Die Gruppen bleiben über den ganzen Wettkampf zusammen. [4] Das hält den Ablauf für Kinder überschaubar. [4] Auch am Sprung reicht die Auswahl von einfachen bis zu anspruchsvollen Formen. [4]
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- Ligaordnung Fachbereich Gerätturnen Frauen Niedersächsischer Turner-Bund
- Turn10 2025+, Vollversion für Vereine, Basis- und Oberstufe Bayerischer Turnverband
- Arbeitshilfe zum Wettkampfprogramm Kür modifiziert, Leistungsklassen 1 bis 4 Kari-Turnen, Gerätturnen weiblich
- Ausschreibung Deutsche Meisterschaften Gerätturnen weiblich und männlich 2026 Schleswig-Holsteinischer Turnverband
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