Wettkampf, Formate & Rollen

Gerätefinale

Auch: Gerätfinale · Finale am Einzelgerät

Eigener Wettkampf am einzelnen Gerät für die besten Turnenden des Mehrkampfs.

Das Gerätefinale ist ein eigener Wettkampf an einem einzelnen Gerät. Teilnahmeberechtigt sind die besten sechs Turnerinnen und Turner des Mehrkampfes am jeweiligen Gerät. [1] Der Mehrkampf dient dabei als Qualifikationswettkampf, dessen Ergebnisse für die Finalplätze ausgewertet werden. [1] Im Finale zählt nur die eine Übung, die dort gezeigt wird. [1] Die Mehrkampfnote wird nicht mitgenommen. [1] Damit können Spezialisten gewinnen, die im Mehrkampf keine Rolle spielten. [1] Umgekehrt kann ein Mehrkampfsieger im Finale leer ausgehen. [1] Das macht die Finals attraktiv für Publikum und Fernsehen. [1] Sie bilden den Abschluss großer Meisterschaften. [1]

Die Qualifikation

Der Weg ins Finale führt über den Mehrkampf. Grundsätzlich wird ein vollständiger Mehrkampf verlangt; in Ausnahmefällen kann die Teilnahme erfolgen, wenn mindestens drei Geräte im Mehrkampf geturnt wurden und die erreichte Rangfolgeleistung am Gerät vorliegt. [1] Für Kaderturnerinnen besteht bei weniger als drei geturnten Geräten auf Antrag mit der Meldung eine weitere Ausnahme. [1] Für das Sprungfinale müssen im Mehrkampf zwei Sprünge nach den Anforderungen für Gerätfinals gezeigt werden. [1] Ohne diesen Nachweis gibt es keinen Startplatz. [1]

Zu- und Absagen

Ein Finalplatz muss bestätigt werden. Bei den Frauen ist die Teilnahme am Gerätefinale unmittelbar nach der Siegerehrung bei der Wettkampfleitung zu bestätigen. [1] Bei den Männern ist ein Verzicht der Wettkampfleitung spätestens 90 Minuten nach der Siegerehrung des Mehrkampfes anzuzeigen, damit der Reserveturner rechtzeitig informiert werden kann. [1] Bei Verstoß gegen diese Regel ist ein Betrag von 100 Euro pro Gerätfinale und Person zu entrichten. [1] Die Frist ist damit bewehrt. [1]

Die Wertung

Gewertet wird wie im Mehrkampf. Die Endnote setzt sich aus Schwierigkeits- und Ausführungsnote zusammen, vermindert um neutrale Abzüge. [2] Weil nur eine Übung zählt, wirken Fehler ungleich stärker als in der Mehrkampfaddition. [2] Ein Sturz kostet einen vollen Punkt und beendet die Finalchance meist. [2] Deshalb wird im Finale oft mehr Risiko geturnt als im Mehrkampf. [1] Alle Fehlerabzüge sind in den Wertungsvorschriften abschließend festgelegt. [2]

Bei Punktgleichheit

Auch im Finale kann Gleichstand entstehen. Weil nur ein Gerät gewertet wird, greift die schrittweise Tie-Break-Logik über mehrere Gerätewertungen nicht. [3] Ergibt sich kein Sieger, werden gleiche Platzierungen vergeben. [3] Das kommt bei Meisterschaften regelmäßig vor. [3] Ein Stechen ist nicht vorgesehen. [3] Die Tie-Break-Regelung des Weltverbandes ist für den Vergleich mehrerer Gerätewertungen im Mannschaftswettkampf vorgesehen. [3]

Der organisatorische Rahmen

Die Finals sind eigene Veranstaltungstage. Bei den Deutschen Meisterschaften stehen Gerätfinals I und II an den beiden letzten Tagen im Zeitplan, jeweils mit eigenem Einturnblock von 75 Minuten. [1] Geturnt wird auf Podium, die Geräte stellt ein benannter Ausstatter. [1] Die Durchführung erfolgt nach dem gültigen Technischen Reglement des Weltverbandes. [1] Damit gelten dieselben Regeln wie international. [1] Die Regelungen zur Mattenlage aus dem Trainer-Handbuch finden bei den Deutschen Meisterschaften der Frauen keine Anwendung. [1]

Einsprüche im Finale

Die Einspruchsfrist ist besonders knapp. Einsprüche müssen bis zur Anzeige der Wertung der nächsten Turnerin oder des nächsten Turners am Gerät bei der Kampfrichtereinsatzleitung eingelegt werden. [1] Für die letzte Person eines Durchgangs gilt eine Frist von zwei Minuten nach Anzeige der Wertung. [1] Stellt die Kampfrichterleitung nach Rücksprache mit dem D-Kampfgericht einen Fehler fest, wird dem Einspruch stattgegeben. [1] Andernfalls erfolgt eine Abweisung. [1]

Die sportliche Bedeutung

Gerätefinals haben eigenen Rang. Sie erlauben Spezialisten, sich an einem Gerät zu messen, ohne den vollen Mehrkampf zu bestreiten, sofern die Mindestbedingungen erfüllt sind. [1] Am Reck oder an den Ringen entscheiden dabei oft einzelne Flugelemente oder Kraftteile, die im Regelwerk hohe Schwierigkeitswerte tragen. [4] Für das Publikum sind die Finals deshalb der Höhepunkt. [1] Für die Turnenden bedeuten sie einen zweiten Wettkampf innerhalb weniger Tage. [1] Am Barren wird vorausgesetzt, dass Elemente im Handstand beginnen und enden, was die Mitschrift im Finale erleichtert. [4]

Auf einen Blick

Teilnehmerfeld
die besten sechs des Mehrkampfs je Gerät
Sprungfinale
zwei Sprünge nach Finalanforderung nötig
Verzicht
bis 90 Minuten nach der Siegerehrung anzuzeigen

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Ausschreibung Deutsche Meisterschaften Gerätturnen weiblich und männlich 2026 Schleswig-Holsteinischer Turnverband
  2. Arbeitshilfe zum Wettkampfprogramm Kür modifiziert, Leistungsklassen 1 bis 4 Kari-Turnen, Gerätturnen weiblich
  3. Handreichung zum Schulwettkampf Gerätturnen U16 Deutscher Turner-Bund
  4. Symbolheft für das Gerätturnen der Männer Fédération Internationale de Gymnastique

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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