Körperpositionen, Griffe & Haltungen

Felghang

Auch: Felghangposition

Position kopfüber an der Stange, bei der die Oberschenkel auf Stangenhöhe liegen und aus der der Felgunterschwung eingeleitet wird.

Im Felghang liegen die Oberschenkel auf Höhe der Reckstange, der Blick geht zu den Füßen

Der Felghang ist die Position, in der man sich nach dem Rückschwung befindet: Man hängt kopfüber an der Stange, und die Knie sind knapp oberhalb der Stange. [1] So erklärt ein Unterrichtsbaustein der Universität Passau den Begriff, der dort zu den sieben Fachwörtern gehört, ohne die der Felgunterschwung nicht zu verstehen ist. [1] Technisch genauer beschrieben liegen die Oberschenkel in Reckstangenhöhe, der Blick geht zu den Füßen. [2] Die Position ist kein Kunststück für sich, sondern ein Durchgang.

Die genauen Merkmale

Die Technikbeschreibung nennt fünf Punkte auf einmal. Die Oberschenkel befinden sich in Reckstangenhöhe, der Arm-Rumpf-Winkel ist möglichst weit geschlossen, der Bein-Rumpf-Winkel dagegen weit geöffnet bei ungefähr hundertsiebzig Grad, der Kopf ist nach vorn geneigt und der Oberkörper gerundet. [2] Diese Kombination trägt in den Skripten den Doppelnamen Felghang oder Sturzhang. [2] Von hier beginnt das Öffnen des Arm-Rumpf-Winkels, mit dem der eigentliche Unterschwung startet. [2]

Warum sie über den Unterschwung entscheidet

Das Lehrmaterial macht daraus einen eigenen Lernschritt. Als Merksätze stehen dort: Brust eingezogen und den Rücken zwischen den Schulterblättern herausgedrückt, Kopf nach vorn geneigt, etwas in der Hüfte gebeugt, Blick auf die Füße, Arme gestreckt und Richtung Körper gedrückt. [2] Dazu kommt der entscheidende Satz, dass nur über die exakt geturnte Felghangposition der Unterschwung hoch und weit geturnt werden kann. [2] Wer hier ungenau ist, verliert die Weite später nicht mehr zurück.

Das Felghangpendel

In der Schulmethodik wird die Position in Bewegung geübt. Das Kipp- oder Felghangpendel gilt dort als Voraussetzung für den Unterschwung aus dem Stand, wobei die Stange möglichst nah Richtung Hüfte liegen soll. [3] Aus dem Absprung führen die Beine zur Stange in die Felghangposition, und zwar nicht Richtung Sprunggelenk, sondern eher Richtung Knie oder höher. [3] Aus dem Pendel folgt die Hüftstreckung mit Hilfestellung, damit die Impulsübertragung und das Öffnen des Arm-Rumpf-Winkels leichter gelingen. [3]

Platz in der Lernreihe

In der Checkliste der Hangpositionen am Reck steht der Felghang an fünfter Stelle, nach Winkelhang, Hockhang, Grätschwinkelhang und Kipphang. [4] In den Kettenaufgaben taucht er später wieder auf: Das fünfte Level beginnt mit ihm, im Level sechs a steht er in der Mitte einer Folge aus neun Positionen und im Level sechs b an zweiter Stelle. [4] Er gehört damit zu den Positionen, die Kinder früh kennenlernen und lange brauchen.

Helfen und Sichern

Die Hilfestellung setzt an drei Punkten an, nämlich an der Schulter, am Beckenkamm oder an der Rückseite des Oberschenkels. [3] Zunächst wirkt sie als Drehhilfe, danach bei der Felgstreckung und beim Öffnen des Arm-Rumpf-Winkels. [3] Bei Überrotation kann die Schulterhand vorwärts in die Schlüsselbeingrube rutschen und so bremsen, und wenn dieser Zeitpunkt verpasst wird, bleibt noch der Griff an der Kleidung. [3] Als passive Hilfe dienen weiche Hindernisse zum Überqueren, etwa ein Seil oder eine Gummischnur. [3]

Typische Fehler

Die Fehlerliste ist kurz und wiederholt sich in jeder Halle. Die Hüfte bleibt zu weit von der Stange entfernt, der Kopf liegt im Nacken, oder die Entlastung durch die Felgstreckung reicht nicht aus, sodass sich der Arm-Rumpf-Winkel nicht schnell genug öffnet. [3] Dazu kommen eine zu frühe Hüftbeugung, weil der Kopf zu früh auf die Brust genommen wird, ein Hohlkreuz bei der Landung und gebeugte Arme, bei denen der Kopf gegen die Stange stoßen kann. [3]

Üben am Boden

Die Position lässt sich ohne Gerät vorbereiten. Dazu wird die Felghangposition am Boden mit einem Stab eingenommen, also als Schiffchen vorwärts, und mit gestreckten Armen Druck auf den Stab Richtung Oberschenkel ausgeübt. [2] Eine helfende Person fasst unter den Stab und versucht ihn mit Gefühl anzuheben, während der Übende dagegenarbeitet, sodass der Arm-Rumpf-Winkel geschlossen bleibt. [2] Der Stab muss dabei durchgehend Kontakt zum Oberschenkel haben. [2] So wird die Spannung geübt, bevor das Körpergewicht an der Stange hängt.

Auf einen Blick

Lage
kopfüber, Knie knapp oberhalb der Stange
Winkel
ARW möglichst geschlossen, BRW etwa 170 Grad
Funktion
Schlüsselposition des Felgunterschwungs

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Gerätturnen für Schüler, Unterrichtsbaustein Felgunterschwung DiLab-Blog, Universität Passau
  2. Technik und Methodik Felgunterschwung KNSU, Universität Koblenz
  3. Methodische Hinweise Reck School in Motion, schuleturnt.de
  4. Checkliste Hangpositionen am Reck Sportfreaks

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

Alle Turnen-Begriffe