Geräte & Anlage

Einzelhalle

Auch: Einfachhalle · Einzel-Sporthalle

Kleinste ungeteilte Sporthalle nach Norm mit rund 405 Quadratmetern Nutzfläche, in der Turnen meist im Stationsbetrieb stattfindet.

Die Einzelhalle ist die kleinste Halle, die noch als vollwertige Sporthalle gilt. Sie wird mit vierhundertfünf Quadratmetern Nutzfläche geführt, was den Normmaßen von fünfzehn mal siebenundzwanzig Metern entspricht. [1] Darunter liegt in der Reihe der Hallentypen nur noch die Turnmehrzweckhalle mit zweihundertfünfundzwanzig Quadratmetern. [1] Für Schulen und Vereine ist sie der häufigste Hallentyp überhaupt, weil sie eine Klasse oder eine Trainingsgruppe vollständig aufnimmt. Als Nutzfläche zählt dabei nur die tatsächlich für Spiel und Sport hergerichtete Fläche, nicht aber Umkleiden, Geräteraum und Zugänge. [1]

Die Reihe der Hallengrößen

Die Norm staffelt die Hallen in klaren Schritten. Auf die Turnmehrzweckhalle mit zweihundertfünfundzwanzig Quadratmetern folgen die Einzel-Sporthalle mit vierhundertfünf, die Zweifach-Sporthalle mit neunhundertachtundsechzig, die Dreifach-Sporthalle mit tausendzweihundertfünfzehn und die Mehrfach-Sporthalle mit tausendsiebenhundertfünfzig Quadratmetern. [1] Der Sprung von der Einzel- zur Zweifachhalle ist mit mehr als der doppelten Fläche der größte dieser Schritte. [1] Wer eine Halle plant, rechnet zusätzlich damit, dass die Bruttogeschossfläche üblicherweise sechzig bis achtzig Prozent über der reinen Nutzfläche liegt. [1]

Was hineinpasst

Für das Gerätturnen wird es in einer Einzelhalle schnell eng. Allein die Bodenturnfläche beansprucht vierzehn mal vierzehn Meter, also fast die Hälfte der Nutzfläche, der Schwebebalken sechs mal achtzehn und Reck wie Stufenbarren je sechs mal zwölf Meter. [3] Für den Sprung sind zwei mal sechsunddreißig Meter für Anlauf, Gerät und Landung vorgesehen, was in eine siebenundzwanzig Meter lange Halle gar nicht hineinpasst. [3] Ein vollständiger Wettkampfaufbau ist damit ausgeschlossen.

Die Höhe

Neben der Fläche begrenzt die Decke die Möglichkeiten. Hallen mit weniger als sieben Metern Deckenhöhe sind für Ligawettkämpfe im Kunstturnen der Frauen nicht zulässig. [2] Für Gymnastik, Rhythmische Sportgymnastik und Trampolinturnen schreibt die Wettkampfordnung sogar mindestens acht Meter vor. [3] Viele ältere Einzelhallen liegen darunter, weshalb sie für Wettkämpfe ausscheiden, für Training und Schulsport aber uneingeschränkt taugen.

Abstände in der engen Halle

Je kleiner die Halle, desto schwerer sind die Abstände einzuhalten. Alle Geräte müssen so aufgebaut werden, dass zwei Meter Sturzraum um das Gerät frei bleiben, auch zu Wänden und Stützpfeilern. [2] Zwischen zwei Geräten sind ebenfalls mindestens zwei Meter einzuhalten, gemessen von der äußersten Kante des Geräts beziehungsweise der Landematte. [2] In einer Einzelhalle bedeutet das meist, dass nicht alle Geräte gleichzeitig stehen können.

Der Boden

Der Hallenboden muss viele Sportarten gleichzeitig bedienen. Ein Sportboden muss nachgiebig, trittsicher und eben sein, um große Belastungen des Bewegungsapparats zu vermeiden. [4] Zur Auswahl stehen flächenelastische, punktelastische, kombiniertelastische und mischelastische Bauarten, die sich in ihrem Verhalten deutlich unterscheiden. [4] Für das Turnen kommt ohnehin die Mattenauslage hinzu, denn der Hallenboden ersetzt keinen Federboden. [3]

Turnen im Stationsbetrieb

Aus der Enge folgt eine eigene Unterrichtsform. Statt aller Geräte werden einzelne Stationen aufgebaut, an denen Gruppen im Wechsel arbeiten, was zugleich die Wartezeiten verkürzt. Für den Schulsport ist das ohnehin die übliche Organisationsform, weil eine Klasse an einem einzigen Gerät kaum sinnvoll zu beschäftigen wäre. Die Geräte kommen dabei vor jeder Stunde aus dem Geräteraum und danach wieder hinein, was Zeit kostet und den Aufbau vereinfacht. Zusätzliche Matten als Höhenausgleich und Kastenteile als Absprunghilfe machen die vorhandenen Geräte für verschiedene Gruppen nutzbar. [3]

Wofür sie reicht

Für das Breitenturnen ist die Einzelhalle vollkommen ausreichend. Kinderturnen, Eltern-Kind-Gruppen, Gerätebahnen und Bewegungslandschaften brauchen keine Wettkampfflächen, sondern Platz für viele Kinder gleichzeitig. Auch die Pflichtübungen der unteren Stufen kommen mit Kasten, Bock und niedrigen Geräten aus. [3] Erst wenn Flugelemente und volle Amplituden dazukommen, wird eine Halle mit größerer Höhe und stehenden Geräten nötig. [2] Für den Wettkampfbetrieb weichen Vereine dann auf größere Hallen oder auf den Landesstützpunkt aus, während das wöchentliche Training in der Einzelhalle bleibt.

Auf einen Blick

Nutzfläche
405 Quadratmeter, also 15 mal 27 Meter
Nächstgrößer
Zweifachhalle mit 968 Quadratmetern
Grenze
unter 7 Meter Deckenhöhe keine Ligawettkämpfe

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Sporthallenflächen und Spielfeldmaße nach DIN 18032 ff VIBSS, Landessportbund Nordrhein-Westfalen
  2. Anlage II, Verbindliche Hallen- und Gerätenormen Schwäbischer Turnerbund, Liga Gerätturnen weiblich
  3. Anlage 3 zur Wettkampfordnung, Abmessungen von Sportstätten und Geräten Deutscher Turner-Bund
  4. Sportboden, bauliche Anforderungen in der Sporthalle Sichere Schule, Unfallkassen

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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