Wettkampf, Formate & Rollen

Einturnen

Auch: Warm-up · Einturnzeit

Festgelegte Zeit vor dem Wettkampf, in der am Wettkampfgerät geübt werden darf.

Das Einturnen ist der geregelte Teil der Wettkampfvorbereitung. Es findet am Wettkampfgerät statt und ist zeitlich genau begrenzt. [1] In den Landesligen liegt die Erwärmungszeit bei 20 Minuten, in der akrobatische Elemente nur aus dem Stand integriert sein dürfen, und die Einturnzeit an jedem Gerät beträgt acht Minuten. [1] Bei großen Meisterschaften stehen dagegen eigene Einturnblöcke von 75 bis 90 Minuten im Zeitplan, denen am Vortag ein Podiumstraining vorausgeht. [3] Das Einturnen dient dem Gefühl für das konkrete Gerät. [1] Federung, Höhe und Mattenlage unterscheiden sich von Halle zu Halle. [2] Ohne diese Gewöhnung steigt das Risiko deutlich. [4] Deshalb ist die Zeit fest im Ablauf verankert. [1] Sie gehört zum Wettkampf wie die Übung selbst. [1]

Die Einturnzeit der Mannschaft

Im Mannschaftswettkampf gilt eine gemeinsame Zeit. Die Mannschaft verfügt über eine vorgegebene Einturnzeit und ist dafür verantwortlich, dass innerhalb dieser Zeit jede Turnerin eine Einturnmöglichkeit erhält. [2] Bei gemischten Gruppen verfügt dagegen jede Turnerin über ihre persönliche Einturnzeit. [2] Die Reihenfolge im Rahmen der Einturnzeit sollte dieselbe sein wie im Wettkampf. [2] So wird das Einturnen zur Generalprobe des Ablaufs. [2] Wer zu spät an das Gerät kommt, verliert seinen Anteil an der gemeinsamen Zeit. [2]

Die Zeitüberschreitung

Die Zeit wird kontrolliert. Überschreitet eine Turnerin die Einturnzeit nach Verwarnung, kostet das 0,30 Punkte. [2] Damit ist die Regel bewehrt und nicht nur eine Empfehlung. [2] Die Einhaltung überwacht die Wettkampfleitung, die auch über Sonderfälle entscheidet. [2] Ein Antrag auf Holmerhöhung am Stufenbarren muss ihr vor dem allgemeinen Einturnen schriftlich vorgelegt werden. [2]

Was erlaubt ist

Nicht alles darf verändert werden. Die Geräteausstattung einschließlich Sprungbretter und Mattenlagen darf nicht verändert werden, es sei denn, es liegt eine Erlaubnis der Wettkampfleitung vor. [2] Am Stufenbarren darf Magnesia benutzt werden, am Schwebebalken dürfen kleine Markierungen angebracht werden. [2] Während der Übung ist das Betreten der Fläche nur erlaubt, um das Sprungbrett zu entfernen. [2] Diese Regeln gelten sinngemäß auch im Einturnen. [2] Markierungen mit Magnesia auf der Bodenfläche sind dagegen nur eingeschränkt zulässig. [2]

Vor dem Einturnen

Vor dem Gerät steht die allgemeine Erwärmung. Im Ligabetrieb ist sie mit 20 Minuten ausgewiesen und auf Elemente aus dem Stand beschränkt. [1] Sportmedizinisch wird empfohlen, in die Erwärmung ein Kraft- und Spannungstraining einzubauen, weil ein schnelles und sicheres Lernen erst möglich ist, wenn die speziellen Leistungsvoraussetzungen ausreichend hoch sind. [4] Liegestütze lassen sich am Ende einer Erwärmung ohne besonderen Aufwand durchführen. [4] Solche Übungen vermindern zugleich die Beanspruchung von Gelenken und Wirbelsäule. [4]

Die Sicherheitsfunktion

Einturnen ist auch Unfallvorbeugung. Eine unzureichende konditionelle, koordinative und kognitive Vorbereitung auf die jeweilige Übung gilt als eine der Hauptursachen für Unfälle im Schulturnen. [4] Auch Unterforderung birgt ein unerwartet hohes Unfallrisiko, weil bei zu leichten Aufgaben die nötige Konzentration fehlt. [4] Das Einturnen stellt deshalb beides her: körperliche Bereitschaft und Konzentration. [4] Es ist kein bloßer Formalakt. [4]

Bei Meisterschaften

Auf höchster Ebene ist das Einturnen aufwendiger. Im Zeitplan einer Deutschen Meisterschaft stehen Podiumstraining, Einturnen und Wettkampf an aufeinanderfolgenden Tagen und für Männer und Frauen getrennt. [3] Auch vor den Gerätfinals ist jeweils ein eigener Einturnblock vorgesehen. [3] Geturnt wird auf Podium, die Geräte stellt ein benannter Ausstatter. [3] Damit turnen alle unter identischen Bedingungen. [3] Auch die Bodenmusiken werden vorab an die Wettkampfleitung übergeben. [3]

In der Praxis

Für Vereine ist die Einturnzeit ein knappes Gut. Acht Minuten je Gerät müssen für bis zu fünf startende Turnerinnen reichen, was eine feste Absprache in der Riege verlangt. [1] Wer zu lange braucht, nimmt anderen die Zeit. [2] Deshalb wird das Einturnen im Training geübt wie die Übung selbst. [2] Die Riegenführung teilt die Zeit ein. [2]

Auf einen Blick

Ligabetrieb
20 Minuten Erwärmung, acht Minuten je Gerät
Meisterschaft
Einturnblöcke von 75 bis 90 Minuten im Zeitplan
Überschreitung
0,30 Punkte Abzug nach Verwarnung

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Ligaordnung Fachbereich Gerätturnen Frauen Niedersächsischer Turner-Bund
  2. Arbeitshilfe zum Wettkampfprogramm Kür modifiziert, Leistungsklassen 1 bis 4 Kari-Turnen, Gerätturnen weiblich
  3. Ausschreibung Deutsche Meisterschaften Gerätturnen weiblich und männlich 2026 Schleswig-Holsteinischer Turnverband
  4. Gerätturnen in Schule und Verein, sicher und attraktiv Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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