Wertung & Wettkampfregeln

D-Note

Auch: Schwierigkeitsnote · Ausgangswert

Teil der Wertung, der den Schwierigkeitswert der gezeigten Elemente und die erfüllten Kompositionsanforderungen zusammenfasst.

Die D-Note beschreibt, wie schwierig eine Übung ist. Am Stufenbarren, am Reck, am Schwebebalken und am Boden beinhaltet sie den Schwierigkeitswert und die Kompositionsanforderungen. [1] Am Sprung ist sie dagegen schlicht der Schwierigkeitswert aus der Elementetabelle des Regelwerks und der nationalen Elementeliste. [1] Anders als die Ausführungsnote ist die D-Note nach oben offen, weil die Elementetabelle nach oben offen und nach Bedarf erweiterbar ist. [1] Wer schwieriger turnt, kann also mehr erreichen. [1]

Der Schwierigkeitswert

Der erste Bestandteil zählt die schwierigsten Elemente. Je nach Leistungsklasse gehen unterschiedlich viele Elemente ein: In der höchsten Klasse sind es die sieben schwierigsten Elemente der Übung plus der Abgang, also acht, in der untersten fünf plus Abgang, also sechs. [1] Der Wert enthält Wertteile aus der Elementetabelle des Regelwerks, aus der nationalen Elementeliste und in der untersten Klasse zusätzlich turnerische Elemente. [1] Nach der Berechnung wird dieser Wert verdoppelt. [1]

Die Wertstufen

Jedes Element trägt einen festen Punktwert. Turnerische Elemente zählen 0,00 Punkte, nationale Elemente 0,05 Punkte, A-Teile 0,10, B-Teile 0,20, C-Teile 0,30, D-Teile 0,40 und alle Stufen ab E 0,50 Punkte. [1] Ein Rechenbeispiel für eine Bodenübung nennt zwei C-Teile mit 0,60 Punkten, drei B-Teile mit 0,60 Punkten, zwei A-Teile mit 0,20 Punkten und ein nationales Element mit 0,05 Punkten, zusammen 1,45 Punkte, verdoppelt also 2,90 Punkte. [1]

Die Anerkennung

Nicht jedes gezeigte Element zählt. Um den Schwierigkeitswert zu erhalten, muss jedes Element die spezifischen technischen Anforderungen erfüllen und in der beschriebenen Körperposition gezeigt werden. [1] Ein Element kann nur einmal in einer Übung einen Schwierigkeitswert erhalten, und die Anerkennung erfolgt in chronologischer Reihenfolge. [1] Bei einer Wiederholung bleibt das gleiche Schwierigkeitselement in der D-Note unberücksichtigt. [1] Wer also zweimal dasselbe turnt, gewinnt nichts. [1]

Die Kompositionsanforderungen

Der zweite Bestandteil belohnt den Aufbau. Neben dem Schwierigkeitswert enthält die D-Note an vier Geräten die Kompositionsanforderungen, also die Vorgabe, aus welchen Elementgruppen eine Übung Teile enthalten muss. [1] Am Reck sind das Langhangschwünge, Flugelemente, stangennahe und Adler-Elemente sowie Abgänge. [2] Wer eine Gruppe auslässt, verliert die zugehörigen Punkte, auch wenn alle gezeigten Elemente gelingen. [2] Die Gruppen sichern damit die Vielseitigkeit einer Übung. [2]

Der Verbindungswert

An manchen Geräten kommen Bonuspunkte hinzu. Verbindungswert kann nur für bestimmte Kombinationen vergeben werden, und alle Elemente, für die Bonuspunkte vergeben werden, müssen zu den zehn zählenden Elementen einer Übung gehören. [2] Am Pauschenpferd war die Bonusvergabe historisch so großzügig, dass zwei Viererflops hintereinander allein 0,6 Punkte brachten, bis die Reform von 2001 dies auf einen Flop mit 0,2 Punkten begrenzte. [4] Der Verbindungswert ist damit ein starkes Steuerungsinstrument. [4]

Wer sie ermittelt

Für die D-Note ist ein eigenes Kampfgericht zuständig. Vor der Ausführung muss am Sprung die Sprungnummer für das D-Kampfgericht angezeigt werden, damit klar ist, welches Element angemeldet wurde. [2] Für die richtige Ermittlung der Endnote ist grundsätzlich die erste Kampfrichterin des D-Kampfgerichts verantwortlich. [1] Sie führt am Ende D-Note, E-Note und neutrale Abzüge zusammen. [1] Die Symbolschrift der Kampfrichter hilft dabei, weil sie jedes gezeigte Element in Echtzeit festhält. [3] Kombinierte Flugelemente werden dort eigens unterstrichen, um Verbindungen zu verdeutlichen. [3]

Die Verdopplung

Ein Detail sorgt oft für Verwirrung. Nach der Festlegung der Elemente und der Berechnung des Schwierigkeitswerts wird dieser Wert verdoppelt. [1] Diese Regel gilt in den deutschen Leistungsklassen und führt dazu, dass ein zusätzliches C-Teil nicht 0,30, sondern effektiv 0,60 Punkte bringt. [1] Für die Übungsplanung heißt das, dass sich jede Steigerung der Schwierigkeit doppelt auszahlt. [1] Zugleich wiegt ein nicht anerkanntes Element doppelt schwer. [1] Deshalb wird bei knappen Entscheidungen zuerst die Anerkennung einzelner Elemente überprüft. [1]

Auf einen Blick

Bestandteile
Schwierigkeitswert und Kompositionsanforderungen
Nach oben offen
keine Obergrenze
Zuständig
das D-Kampfgericht

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Arbeitshilfe zum Wettkampfprogramm Kür modifiziert, Leistungsklassen 1 bis 4 Kari-Turnen, Gerätturnen weiblich
  2. Code de Pointage 2022, Reck Schwäbischer Turnerbund
  3. Symbolheft für das Gerätturnen der Männer Fédération Internationale de Gymnastique
  4. Die Entwicklung der Technik am Pauschenpferd GYMmedia International

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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