D-Kampfgericht
Auch: D-Jury · Schwierigkeitskampfgericht
Kampfgericht aus zwei Kampfrichtern, das den Übungsinhalt erfasst und gemeinsam die D-Note festlegt.
Das D-Kampfgericht bestimmt, wie schwierig eine Übung war. Die zwei Kampfrichterinnen, bezeichnet als D 1 und D 2, erfassen den gesamten Übungsinhalt in Symbolschrift, bewerten unvoreingenommen und unabhängig voneinander und legen dann gemeinsam die D-Note der Übung fest. [1] Ausdrücklich dürfen sie dabei miteinander diskutieren. [1] Der Buchstabe D steht für das englische Wort difficulty, also Schwierigkeit. [1] Damit unterscheidet sich das D-Kampfgericht grundlegend vom E-Kampfgericht. [1] Beide Kampfgerichte arbeiten am selben Gerät, aber mit unterschiedlichem Auftrag. [1]
Die Symbolschrift
Ohne Mitschrift wäre die Arbeit nicht zu leisten. Das D-Kampfgericht erfasst den gesamten Übungsinhalt in Symbolschrift, also in einem Zeichensystem, das jedes Element mit einem kurzen Symbol festhält. [1] Die Prinzipien dieser Schrift wurden 1997 durch ein Dokument auf alle Geräte ausgeweitet, und die Symbole der am häufigsten gezeigten Elemente sollen weiter vereinfacht werden. [4] Am Pauschenpferd gilt die Regel, stets simultan zur Übung mitzuschreiben und die Notizen erst am Ende durchzugehen. [4]
Warum zwei Personen
Zwei unabhängige Mitschriften sichern die Vollständigkeit. Weil bei schnellen Elementfolgen einzelne Teile übersehen werden können, notieren beide Kampfrichterinnen getrennt und gleichen danach ab. [1] Das Symbolheft weist ausdrücklich darauf hin, dass am Reck einfache Elemente oft übersehen werden, weil wenig Zeit bleibt, komplizierte Symbole zu notieren. [4] Erst der Abgleich ergibt ein verlässliches Bild der Übung. [1] Deshalb ist die Diskussion hier erlaubt. [1] Erst danach steht fest, welche Elemente überhaupt in die Rechnung eingehen. [1]
Die Aufgaben der ersten Kampfrichterin
Eine der beiden trägt zusätzliche Verantwortung. Die erste Kampfrichterin leitet und koordiniert das gesamte Kampfgericht am Gerät, also D- und E-Kampfrichter sowie Assistentinnen. [1] Sie nimmt die neutralen Abzüge für Zeit-, Linien- und Verhaltensfehler vor, bevor die offizielle Endnote angezeigt wird. [1] Im Extremfall hat sie das Recht, in das Bewertungsgeschehen einzugreifen, um der Turnerin eine korrekte und faire Wertung zu sichern. [1]
Die Anzeige der D-Note
Die zweite Kampfrichterin übernimmt die Bekanntgabe. Unmittelbar nach Berechnung der D-Note sollte diese durch die zweite Kampfrichterin des D-Kampfgerichts angezeigt werden. [1] Die Turnerin hat das Recht, zeitnah nach Beendigung ihrer Übung die Endnote zu erfahren, wofür die erste Kampfrichterin verantwortlich ist. [1] Damit erfährt sie zuerst die Schwierigkeit und danach das Gesamtergebnis. [1]
Der Ablauf am Gerät
Das D-Kampfgericht organisiert mehr als die Wertung. Die erste Kampfrichterin stellt den ordnungsgemäßen Ablauf am Gerät sicher, einschließlich der Einturnzeit. [1] Sie gibt das Gerät frei, wofür ein grünes Licht oder ein Handzeichen mit grüner Fahne verwendet wird, und die Turnerin muss die Übung innerhalb von 30 Sekunden danach beginnen. [1] Zusammen mit der Kampfrichtereinsatzleitung entscheidet sie über Wiederholungen nach Unterbrechungen. [1] Die Zeitnehmerinnen unterstützen sie dabei und kontrollieren Einturnzeiten, Übungsdauer und Karenzzeiten. [1]
Was das D-Kampfgericht prüft
Die Arbeit besteht aus mehreren Schritten. Zu prüfen ist, welche Elemente gezeigt wurden, ob sie die spezifischen technischen Anforderungen erfüllen und in der beschriebenen Körperposition gezeigt wurden, ob ein Element wiederholt wurde und welche Kompositionsanforderungen erfüllt sind. [1] Ein Element kann nur einmal in einer Übung einen Schwierigkeitswert erhalten, und die Anerkennung erfolgt in chronologischer Reihenfolge. [1] Erst danach steht die D-Note fest. [1]
Gerätespezifische Aufgaben
An einzelnen Geräten kommen eigene Prüfungen hinzu. Am Sprung muss vor der Ausführung die Sprungnummer für das D-Kampfgericht angezeigt werden, und für jedes Gerät gibt es gerätespezifische Abzüge, die dem D-Kampfgericht zugeordnet sind. [2] Am Sprung entscheidet es außerdem über ungültige Sprünge. [1] Für die Männer regeln die nationalen Bestimmungen ergänzend, wann ein Sprung nicht anerkannt wird. [3] Damit unterscheidet sich die Arbeit von Gerät zu Gerät spürbar. [2] Für die Turnenden bedeutet das, dass an jedem Gerät andere Details geprüft werden. [1]
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- Arbeitshilfe zum Wettkampfprogramm Kür modifiziert, Leistungsklassen 1 bis 4 Kari-Turnen, Gerätturnen weiblich
- Code de Pointage 2022, Sprung Schwäbischer Turnerbund
- DTB-Regelungen Gerätturnen männlich, Kür modifiziert Deutscher Turner-Bund
- Symbolheft für das Gerätturnen der Männer Fédération Internationale de Gymnastique
Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.