Elemente am Boden

Bodenübung

Auch: Bodenkür · Bodenturnen

Die Übung auf der zwölf mal zwölf Meter großen Bodenfläche, die akrobatische Elemente mit gymnastischen Teilen zu einem rhythmischen Ganzen verbindet.

Die Bodenübung besteht hauptsächlich aus akrobatischen Elementen, die mit anderen gymnastischen Teilen wie Kraft-, Gleichgewichts- und Beweglichkeitselementen sowie Handständen und choreographischen Verbindungen kombiniert werden. [1] Zusammen sollen sie eine harmonische und rhythmische Gesamtheit bilden und unter Ausnutzung der gesamten Bodenfläche von zwölf mal zwölf Metern absolviert werden. [1] Sie ist damit die einzige Übung des Gerätturnens, die ohne Gerät auskommt, und zugleich die einzige, in der Raumaufteilung selbst bewertet wird.

Die drei Elementgruppen

Der Elementbestand ist in drei Gruppen sortiert. Die erste umfasst nicht-akrobatische Elemente, die zweite akrobatische Elemente vorwärts, also Saltos und Überschläge sowie Abrollelemente ohne Salto, und die dritte akrobatische Elemente rückwärts sowie Sprünge rückwärts mit halber Drehung zu Saltos vorwärts, im Fachjargon Twist genannt. [1] Wer eine Übung aufbaut, muss alle drei bedienen. In der Bewegungssystematik verteilen sich dieselben Elemente auf Rollbewegungen, Überschlagbewegungen und Sprungbewegungen, sodass Wertungsordnung und Bewegungslehre zwei verschiedene Ordnungen desselben Bestands sind. [4]

Die Zeit

Die Bodenübung ist die einzige Männerübung mit Zeitlimit. Ihre Dauer beträgt maximal 75 Sekunden, kontrolliert von einem Zeitnehmer, eine Mindestzeit ist nicht vorgeschrieben. [1] Nach 65 Sekunden gibt der Zeitnehmer ein akustisches Signal und noch einmal nach 75 Sekunden, um das Ende der vorgesehenen Zeit anzuzeigen. [1] Gemessen wird von der ersten Fußbewegung des Turners bis zum Abgang, der im Stand mit geschlossenen Beinen endet. [1] Wer überzieht, bekommt einen Abzug.

Die Linien

Die Begrenzung der Fläche ist Teil des Regelwerks. Die verfügbare Bodenfläche wird durch Seitenlinien oder unterschiedliche Farben begrenzt, wobei die Linien Bestandteil der Fläche sind: Der Turner darf sie betreten, aber nicht übertreten. [1] Kontrolliert wird das von zwei Linienrichtern, die in gegenüberliegenden Ecken sitzen und die ihnen am nächsten liegenden Begrenzungen überwachen. [1] Sie melden Übertretungen schriftlich an das D1-Kampfgericht, das die Abzüge vornimmt. [1]

Was Übertreten kostet

Die Abzüge sind nach Ausmaß gestaffelt. Eine Landung oder Berührung mit einem Fuß oder einer Hand außerhalb der Fläche kostet zehn Hundertstel, eine Berührung mit beiden Füßen, beiden Händen oder anderen Körperteilen dreißig Hundertstel. [1] Die gesamte Übung muss innerhalb der Bodenfläche absolviert werden, und Elemente, die außerhalb begonnen werden, bewertet das E-Kampfgericht zwar normal, das D-Kampfgericht erkennt sie jedoch nicht an. [1] Für das Zurücktreten in die Fläche gibt es dagegen keinen Abzug. [1]

Die Fläche selbst

Unter der Übung liegt kein gewöhnlicher Hallenboden. Für den Wettkampf weist die Wettkampfordnung eine Stellfläche von vierzehn mal vierzehn Metern aus, wobei die eigentliche Wettkampffläche zwölf mal zwölf Meter misst. [2] Der Unterschied ist die Schutzumrandung, die den Auslauf sichert. Zusätzlich wird für das Bodenturnen eine Mattenbahn von vier mal vierzehn Metern geführt, die in Schule und Verein oft die ganze Fläche ersetzt. [2] Der Federboden macht die heutigen Akrobatikreihen überhaupt erst möglich.

In den Pflichtstufen

Nicht jede Bodenübung braucht eine volle Bodenfläche. Die Übungen der Schwierigkeitsstufen P1 bis P9 können auf einer Mattenbahn geturnt werden, und wenn die Übung vor der Bahn begonnen oder darüber hinaus geturnt wird, erfolgt kein Punktabzug. [3] Ab einer bestimmten Stufe kann die Übung auch auf der Bodenfläche geturnt werden. [3] Die Übungen können außerdem ganz oder teilweise gegengleich geturnt werden, wobei ein Schritt mehr oder weniger erlaubt ist. [3]

Was eine gute Übung ausmacht

Bewertet wird nicht nur die Schwierigkeit einzelner Elemente. Der Turner darf keine einfachen Schritte benutzen, um in die Ecke zu gelangen, denn eine Positionsveränderung ohne gymnastische Verbindung, also ohne Drehung von mindestens 180 Grad, Sprung oder Heben des Beines über die Horizontale, zählt als Mangel. [1] Der Abzug für ästhetische und Ausführungsfehler gilt zudem pro Element und nicht für jeden einzelnen Salto innerhalb eines Elements. [1] Die Übung soll also durchgehend gestaltet sein und nicht nur zwischen den Bahnen bestehen.

Auf einen Blick

Fläche
12 mal 12 Meter, Stellfläche 14 mal 14 Meter
Dauer
höchstens 75 Sekunden, Signal nach 65 Sekunden
Linien
dürfen betreten, aber nicht übertreten werden

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Code de Pointage 2022, Boden Schwäbischer Turnerbund
  2. Anlage 3 zur Wettkampfordnung, Abmessungen von Sportstätten und Geräten Deutscher Turner-Bund
  3. Aufgabenbuch P-Übungen männlich Bayerischer Turnerverband, Turngau Mittelfranken
  4. Strukturübersicht von Turnelementen im Gerätturnen KNSU, Universität Koblenz

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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