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Helfen, Sichern & Sicherheit

Bewegungsbegleitendes Sichern

Auch: mitgehende Sicherung · begleitendes Sichern

Sicherungsform, bei der die helfende Person die Bewegung des Turnenden mitgeht und jederzeit eingreifen kann.

Helfende Person geht seitlich mit der Bewegung des Turnenden mit

Sichern heißt nicht abwarten, sondern mitgehen. Grundsätzlich ist der bewegungsbegleitenden Sicherung gegenüber der abwartenden Sicherheitsstellung der Vorrang zu geben. [1] Die helfende Person folgt dabei der Bewegung des Turnenden, hält Kontakt oder bleibt in Reichweite und kann jederzeit eingreifen. [1] Beim Helfen wird aktiv in die Bewegung eingegriffen, beim Sichern dagegen nur im Notfall. [2] Das bewegungsbegleitende Sichern liegt zwischen beiden: Es ist bereit zum Eingriff, ohne die Bewegung zu verändern. [3] Genau deshalb ist es die bevorzugte Form. [1]

Die Position

Wo die sichernde Person steht, entscheidet über ihre Wirksamkeit. Die Helfer sollten nicht in der Schwunglinie des Turnenden stehen, weil sie dort selbst gefährdet wären und zugleich die Bewegung behindern. [1] Zugleich muss sich der Helfende nah am Turnenden befinden, denn ein Griff über Distanz greift nicht rechtzeitig. [3] Aus beiden Vorgaben folgt die typische Position seitlich neben der Bewegungsbahn. [1] Ausreichend Matten müssen zusätzlich den Raum unter dem Gerät sichern, wobei die große Schwungweite zu berücksichtigen ist. [1]

Warum es dem Abwarten vorgezogen wird

Eine abwartende Position kommt oft zu spät. Wer erst reagiert, wenn der Sturz begonnen hat, muss die volle Fallenergie abfangen, während ein mitgehender Helfer schon vorher korrigieren kann. [1] Die Schulunfallkasse nennt unter den Unfallursachen beim Turnen am Gerät ausdrücklich keine oder unzureichende Hilfestellung, neben unzureichender Stützkraft und falscher Hand- oder Armhaltung. [4] Bewegungsbegleitendes Sichern beugt genau diesem Fall vor. [4]

Der Übergang aus dem Helfen

Bewegungsbegleitendes Sichern ist die letzte Stufe vor dem freien Turnen. Im Lernprozess wird die Intensität der Hilfe schrittweise verringert, bis nur noch begleitet wird. [3] Für das Helfen ist dabei wichtig zu wissen, über welchen Zeitraum die Hilfe angewandt wird, zu welchem Zeitpunkt sie beginnt und endet und in welche Richtung sie auszuführen ist. [3] Beim Sichern entfällt die Richtung, weil kein geplanter Eingriff mehr vorgesehen ist. [2] Es bleibt die Bereitschaft. [2]

Die Griffe für den Notfall

Auch beim Sichern braucht es einen Plan. Der Kleidergriff wird beim Salto rückwärts, beim Hüftumschwung, bei der Rolle rückwärts und beim Flickflack genannt und eignet sich, weil er schnelles Zugreifen ohne exakten Körpergriff erlaubt. [3] Am Reck ist zusätzlich beschrieben, dass bei Überrotation die Schulterhand nach vorn in die Schlüsselbeingrube rutschen und so bremsen kann. [1] Wird dieser Zeitpunkt verpasst, bleibt noch der Griff an der Kleidung. [1]

Die Vorbereitung

Sichern will ebenso eingewiesen sein wie Helfen. Der Helfende muss den gewünschten Helfergriff und dessen Funktion kennen, sich des auszuführenden Turnelements bewusst sein, weder an Gelenken noch an der Wirbelsäule stützen, den Turnenden aktiv unterstützen und sich nah am Turnenden befinden. [3] Die Helfer sollten die Möglichkeiten vorher gemeinsam besprechen. [3] Können sie das nicht selbstständig lösen, muss die Lehrkraft eine Variante vorgeben. [3]

Die Matten darunter

Sicherung endet nicht bei den Händen. Ausreichend Matten, insbesondere Weichböden, müssen den Raum unter dem Gerät sichern, wobei die große Schwungweite zu berücksichtigen ist. [1] Bei den Unfallursachen beim Abgang vom Gerät nennt die Schulunfallkasse ausdrücklich ungeeignete Landematten sowie eine schlechte Mattenauslage mit Stolperstellen und Mattenlücken. [4] Die Mattenauslage ist damit Teil der Sicherung und nicht bloß Ausstattung. [4]

Im Unterricht

Bewegungsbegleitendes Sichern ist zugleich eine Ausbildungsaufgabe. Die Handlungsfähigkeit im Gerätturnen umfasst ausdrücklich den Bereich des Helfens, Sicherns und Korrigierens. [1] Ziel ist, dass der Unterricht von den Turnenden mitorganisierend, teils selbstorganisierend und mitverantwortlich getragen werden kann. [1] Wer sichern kann, übernimmt Verantwortung für andere und lernt die Bewegung dabei von außen kennen. [3] Die Aufsicht bleibt trotzdem Sache der Lehrkraft. [4] Fehlende oder unzureichende Hilfestellung wird ausdrücklich als Unfallursache genannt. [4] Wer begleitend sichert, beugt genau dem vor. [1]

Auf einen Blick

Grundsatz
Vorrang gegenüber der abwartenden Sicherheitsstellung
Position
nah am Turnenden, nicht in der Schwunglinie
Unterschied zum Helfen
Eingriff nur bei Bedarf, nicht dauerhaft

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Grundlegende Gesichtspunkte zum Gerätturnen, Sportskript SC Gerätturnen Berlin
  2. Geräteturnen, Definition Helfen und Sichern mobilesport.ch, Bundesamt für Sport
  3. Helfergriffe und Arten des Helfens KNSU, Universität Koblenz
  4. Gerätturnen in der Schule, DGUV Information 202-114 Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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