Balkenübung
Auch: Übung am Schwebebalken · Balkenkür
Zusammenhängende Übung auf dem zehn Zentimeter breiten Schwebebalken aus Schritten, Sprüngen, Drehungen, Halteteilen und Akrobatik.
Die Balkenübung ist die schwierigste Aufgabe im Wettkampfprogramm der Frauen. Auf einer nur zehn Zentimeter breiten und fünf Meter langen Fläche werden neben einfachen Balancierübungen und Schrittverbindungen auch Sprünge, Drehungen, verschiedene Halteübungen und Überschläge geturnt. [1] In Wettkampfsituationen beträgt die Höhe des Gerätes 1,20 Meter. [1] Seit das Turnen am Schwebebalken eine olympische Grunddisziplin des Frauenwettkampfs ist, hat die Begeisterung für dieses Gerät erstaunliche Entwicklungen genommen. [1]
Was das Gerät besonders macht
Die Besonderheit ergibt sich aus zwei Eigenschaften. Gemeint sind die schmale Turnfläche und die Gerätehöhe, die zusammen jede Bewegung zu einer Gleichgewichtsaufgabe machen. [1] Voraussetzung für das Balkenturnen ist eine gut entwickelte Körperspannung, um die hohe Belastung des Stütz- und Bewegungsapparats ohne große Risiken zu bewältigen. [1] Außerdem erfordern die koordinativ anspruchsvollen Bewegungen und Lageveränderungen auf der schmalen Fläche ein hohes Maß an Orientierungs- und Gleichgewichtsfähigkeit. [1] Wer diese Voraussetzungen nicht mitbringt, kommt über einfache Schritte nicht hinaus. [1]
Der Zeitrahmen
Anders als an den meisten Geräten läuft am Balken die Uhr mit. Der Wettkampf gibt der Turnerin höchstens 90 Sekunden Zeit, in denen sie ihre Übung zeigen muss. [4] Wer überzieht, erhält einen Abzug, der unabhängig von der Ausführung anfällt. [4] Die Übung selbst besteht aus komplexen Bewegungen mit akrobatischen Sprüngen, Drehungen und Gleichgewichtselementen, zu denen der Ausdruck der Turnerin hinzukommt. [4] Am Schwebebalken zählt damit nicht nur, was geturnt wird, sondern auch, wie lange dafür gebraucht wird. [4]
Der Blick
Eine Regel gilt vom ersten Schritt an. Während des Turnens am Balken oder auch auf der Bank sollte der Blick immer zum Ende des Gerätes hin gerichtet sein. [1] Dadurch wird der Kopf nicht zu weit abgesenkt, und der Turnenden fällt es wesentlich leichter, sich auf der schmalen Fläche zu orientieren. [1] Wer nach unten auf die Füße schaut, verliert genau die Orientierung, die er sucht. [1]
Der Ballenstand
Viele Elemente werden nicht auf dem ganzen Fuß geturnt. Ein- oder beidbeinige Drehungen werden im Ballenstand ausgeführt, weil dem Turnenden das Drehen auf dem Fußballen aufgrund der kleineren Fläche wesentlich leichter fällt. [1] Neben diesem praktischen Grund kommt der ästhetische hinzu. [1] Auch viele Schritte werden erst über den Fußballen und dann über die Ferse aufgesetzt. [1] Das Leitbild verlangt für Drehungen ausdrücklich den Ballenstand. [2]
Die Arme
Die Armhaltung gehört zur Übung. Die Arme können beim Turnen etwa in der Hochhalte oder in der Seithalte positioniert werden, und sie können wie beim Schöpfschritt mitgeführt werden. [1] Sie dienen dabei nicht nur der Gestaltung, sondern auch dem Ausgleich, weil sie das Gleichgewicht über der schmalen Fläche stabilisieren. [1] Beim Rad verlangt das Leitbild eine Endposition mit den Armen in Hochhalte. [2] Deshalb gehört die Armführung in jeder Lehrreihe von Anfang an dazu. [1]
Körperspannung
Ohne Spannung geht am Balken nichts. Ohne Körperspannung lässt sich kaum eine Übung auf dem Balken in ästhetischer und korrekter Form ausführen; besonders auf das Strecken der Beine und Füße ist zu achten. [1] Fehlende Körperspannung vermindert nicht nur das ästhetische Erscheinungsbild, sondern kann auch das Verletzungsrisiko deutlich erhöhen. [1] Damit ist die Spannung am Balken zugleich ein Sicherheitsfaktor. [3]
Der Aufbau einer Übung
Eine Balkenübung folgt einem festen Grundmuster. Sie beginnt mit einem Aufgang, führt über Sitze, Stände, Schrittverbindungen, gymnastische Sprünge und Drehungen und endet mit einem Abgang. [1] Für Einsteiger wird die Auswahl auf wenige einfache Übungen beschränkt, die einen ersten Einstieg und eine Gewöhnung an den Balken schaffen. [1] Im Wettkampf kommen akrobatische Elemente wie Rad, Überschlag und Salto hinzu. [2] Die Reihenfolge ist dabei nicht beliebig, sondern folgt dem Grundsatz, dass jede Übung mit einem erkennbaren Element beginnt und endet. [2]
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- Grundlegendes zum Turnen am Schwebebalken KNSU, Universität Koblenz
- Leitbilder Schwebebalken, Turn10 Schwäbischer Turnerbund
- Gerätturnen in der Schule, DGUV Information 202-114 Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
- Kunstturnen weiblich, die vier Geräte Österreichischer Fachverband für Turnen
Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.