Anlaufbahn
Auch: Anlaufteppich · Sprunganlauf
Die bis zu 25 Meter lange, seitlich vermessene Strecke vor dem Sprungtisch, auf der die Geschwindigkeit für den Sprung entsteht.
Die Anlaufbahn ist die längste Strecke im Turnen und gehört fest zum Sprunggerät. Die verbindlichen Hallennormen legen die Anlauflänge auf fünfundzwanzig Meter fest. [2] Dieselbe Marke steht in den Wettkampfregeln, nach denen der Sprung mit einem ruhigen Stand mit geschlossenen Beinen beginnt, höchstens fünfundzwanzig Meter vom Sprungtisch entfernt. [1] Auch der österreichische Fachverband nennt eine Höchstlänge von fünfundzwanzig Metern. [3] Wer weiter hinten startet, bekommt einen Abzug. [1]
Die Markierung
Die Bahn ist kein bloßer Teppich, sondern ein vermessenes Feld. Der Anlauf muss mit einem Maßband an der Seite gekennzeichnet sein, damit die Startposition überprüfbar ist. [1] Am Ende der Anlaufbahn muss ein Block befestigt sein. [1] Turnende suchen sich ihre Anlaufmarke im Training und finden sie im Wettkampf über dieses Maßband wieder, denn schon ein halber Meter Unterschied verschiebt den Absprung auf dem Brett. Nach dem ersten Sprung geht der Turner ohne Verzögerung zurück und wartet auf das Signal des Oberkampfrichters für den zweiten. [1]
Unterbrechen ja, wiederholen nein
Für den Ablauf gilt eine klare Regel: Der Anlauf darf unterbrochen, aber nicht wiederholt werden. [1] Wer also stehen bleibt, darf nicht zum Startpunkt zurückkehren und neu beginnen. Ein zusätzlicher Anlauf ist nur mit einem Abzug von einem ganzen Punkt zulässig, und auch das nur, wenn dabei weder das Brett noch das Gerät berührt wurde. [1] Mehr als fünfundzwanzig Meter Anlauf werden ebenfalls abgezogen. [1]
Wann die Bewertung beginnt
Anlauf und Bewertung fallen zeitlich auseinander. Der Sprung beginnt mit dem ersten Schritt des Turners, die Bewertung dagegen erst in dem Moment, in dem er das Sprungbrett berührt. [1] Das Aufgabenbuch für die Pflichtstufen formuliert es genauso. [4] Der Anlauf selbst wird also nicht benotet, obwohl er über Höhe und Weite des Sprungs entscheidet. Bewertet wird nur, was danach passiert, und der Sprung endet mit der Landung hinter dem Gerät mit geschlossenen Beinen. [4]
Der Belag
Über den Untergrund gibt es eigene Vorgaben. Eine Anlauf- und Handstützmatte über die volle Länge von fünfundzwanzig Metern ist nicht bindend erforderlich. [2] Die Mattenlage im Landebereich muss dagegen der Norm des Weltverbands entsprechen, alternativ sind dreißig Zentimeter Weichbodenmatten mit durchgängigem Überzug zulässig. [2] Außerdem müssen ein hartes und ein weiches Sprungbrett zur Verfügung stehen, damit Turnende das zu ihrem Anlauf passende wählen können. [2] Eine Rondatmatte als Sprungbrettumrandung ist verpflichtend, sobald eine Mannschaft Rondatsprünge zeigt. [2]
Anlauf auch am Stufenbarren
Nicht nur der Sprung braucht Anlauf. Für den Stufenbarren ist ein Anlauf von mindestens sechs Metern Länge über geeignete Mattenlage einzurichten. [2] Viele Aufgänge beginnen dort mit wenigen Schritten und einem Absprung vom Sprungbrett, was ohne Anlaufstrecke nicht funktioniert. Auch am Barren ist ein Beginn mit Absprung und Anlauf ausdrücklich vorgesehen, wobei Sprungbrett und Kastenteile als Absprunghilfe erlaubt sind. [4] Die Anlaufbahn ist damit kein reines Sprunggerät-Zubehör.
Was am Ende der Bahn passiert
Die Geschwindigkeit aus dem Anlauf wird am Brett umgelenkt. Der Sprung beginnt mit dem Anlauf und dem Absprung mit beiden Füßen, mit oder ohne Rondat, vom Sprungbrett, danach folgt eine kurze Stützphase mit einer oder beiden Händen auf dem Sprungtisch. [1] Im Frauenbereich erfolgen alle Sprünge über die Handstandphase und einen Abdruck von beiden Händen. [3] Aus waagerechtem Tempo wird so Höhe.
Warum die Länge begrenzt ist
Fünfundzwanzig Meter reichen aus, um die persönliche Höchstgeschwindigkeit zu erreichen, und begrenzen zugleich den Platzbedarf in der Halle. Die Hallennormen machen die Länge deshalb verbindlich und überlassen sie nicht dem Ausrichter. [2] Damit turnen alle unter denselben Bedingungen, unabhängig davon, wie groß die Halle ist. Wer schneller anlaufen will, muss an der Beschleunigung arbeiten und nicht an der Streckenlänge, denn ein längerer Anlauf wird abgezogen. [1]
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- DTB-Regelungen Gerätturnen männlich, Kürmodus 2020 Deutscher Turner-Bund
- Anlage II, Verbindliche Hallen- und Gerätenormen Schwäbischer Turnerbund, Liga Gerätturnen weiblich
- Kunstturnen weiblich, die vier Geräte Österreichischer Fachverband für Turnen
- Aufgabenbuch P-Übungen männlich Bayerischer Turnerverband, Turngau Mittelfranken
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