Hilfsgeräte, Matten & Ausrüstung

Airtrack

Auch: Aufblasbahn · Luftbahn

Luftgefüllte Bahn mit elastischer Oberfläche und einstellbarem Härtegrad, die als Absprunghilfe und als Landefläche dient.

Ein AirTrack ist ein großes Luftkissen und hat auf den ersten Blick Ähnlichkeit mit einer riesigen Luftmatratze. [4] Genauer beschrieben ist er eine luftgefüllte Bahn mit elastischer Oberfläche und individuell regulierbarem Härtegrad. [3] Im Gegensatz zur klassischen Bodenläufermatte ist er ein weiches und federndes großes Kissen, weshalb neue Sprünge ohne großes Risiko eingeübt und auch anspruchsvolle Techniken erlernt werden können. [4] Er ersetzt weder den Federboden noch die Matte, sondern schiebt sich als Lernstufe dazwischen. Genau darin liegt sein Wert.

Maße und Handhabung

Eine typische Vereinsbahn ist zwölf Meter lang, 2,80 Meter breit und im aufgeblasenen Zustand 33 Zentimeter hoch. [4] Sie wiegt rund achtzig Kilogramm und wird mit einem Handgebläse samt Adapter aufgeblasen, wozu Kabeltrommel, Transportkiste und ein Transportwagen mit klappbarem Schiebebügel gehören. [4] Manche Turnkreise haben eine solche Bahn angeschafft und verleihen sie an alle Mitgliedsvereine, wobei eine fachgerechte und ordnungsgemäße Nutzung einschließlich Auf- und Abbau Voraussetzung für das Ausleihen ist. [4] So kommen auch kleine Vereine an das Gerät.

Der Luftdruck als Werkzeug

Der eigentliche Trick steckt im einstellbaren Druck. Er ist individuell verstellbar und lässt sich methodisch nutzen, indem das Gerät für Kinder weicher eingestellt und bei Jugendlichen härter gemacht wird, um die Technik zu verfeinern. [1] Für einen reibungslosen Übergang zum Federboden kann die Bahn jede Woche stufenweise härter eingestellt werden. [1] Damit lässt sich derselbe Aufbau über Monate an den Lernstand anpassen. Kein anderes Turngerät bietet diese stufenlose Anpassung. Der Trainer verändert nicht die Übung, sondern das Gerät.

Was darauf geturnt wird

Das Elementspektrum ist breit. Trainiert werden verschiedene Salto- und Schraubenformen, Flickflacks und Handstandüberschläge sowie gymnastische Sprünge. [1] Die zusätzliche Flughöhe verschafft mehr Zeit für die korrekte Bewegungsausführung, und die weiche Oberfläche nimmt den Trainierenden die Angst. [1] Weil die Anläufe kürzer ausfallen können, wird Energie gespart und die Zahl der Wiederholungen steigt. [1] Im Unterricht dient die Bahn sowohl als Sprunghilfe als auch zum Erlernen von Sprüngen und Saltovarianten. [2]

Die hohe Wiederholungszahl

Eine Zahl macht den Unterschied besonders deutlich. Ein Primarschulkind macht in einer Doppellektion Sport auf dem Airtrack durchschnittlich 450 Sprünge. [2] Eine solche Bewegungsintensität ist mit kaum einem anderen Gerät zu erreichen. [2] Der Grund liegt in der Länge der Bahn und in der Federung, die den Rückweg zum Ausgangspunkt selbst zur Übung macht. Für den Schulsport ist das ein starkes Argument, weil Wartezeiten die häufigste Kritik am Gerätturnen sind. Hier turnt eine ganze Gruppe fast ohne Pause.

Nicht nur für das Kunstturnen

Der Einsatzbereich reicht weit über den Wettkampfsport hinaus. Die Bahn ist super einsetzbar im Breiten- und im Gesundheitssport, für Kinder, Jugendliche und Ältere bis hin zum Seniorenalter. [4] Im Seniorensport eignet sie sich besonders für Balance- und Koordinationsübungen und dient damit der Sturzprophylaxe. [4] Genutzt wird sie im Freizeit-, Senioren- und Profisport gleichermaßen. [3] Durch die elastische Oberfläche ist die Verletzungsgefahr auf der langen Matte sehr gering. [4] Das macht sie zum seltenen Gerät, das alle Altersgruppen bedient.

Was trotzdem zu beachten ist

Geringes Risiko heißt nicht kein Risiko. Der methodische Weg führt auch auf der Bahn von einfachen Sprüngen schrittweise bis zum Salto vorwärts, und die Lehrunterlagen enthalten eigene Abschnitte zu methodischen Hinweisen und Sicherheit. [2] Wer die Federung unterschätzt, springt höher als geplant und landet unkontrolliert. Deshalb gehören ein angepasstes Aufwärmen und ein gezieltes Grundlagentraining zum Einsatz dazu. Auch der Aufbau ist Teil der Sicherheit, denn eine falsch eingestellte Bahn verändert die gewohnte Absprunghöhe.

Verhältnis zur Schnitzelgrube

Airtrack und Schnitzelgrube lösen verwandte Probleme. Die Grube fängt die Landung aus großer Höhe ab, die Bahn erleichtert die gesamte Bewegungsreihe am Boden. Beide arbeiten mit Luft oder Schaumstoff statt mit Härte, und beide erlauben Fehler ohne Folgen. In der Praxis ergänzen sie einander, denn auf beiden lassen sich Sprünge üben und anspruchsvolle Techniken bei geringer Verletzungsgefahr erlernen. [3] Für Vereine ohne Grube ist die Bahn der praktikable Einstieg in dieselbe Trainingslogik, weil sie sich aufblasen, benutzen und wieder wegräumen lässt. [4]

Auf einen Blick

Maße einer Vereinsbahn
12 mal 2,80 Meter, 33 Zentimeter hoch
Gewicht
rund 80 Kilogramm
Härtegrad
über den Luftdruck individuell regulierbar

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Training mit AirTrack Deutscher Turner-Bund, Sprossenwand
  2. Monatsthema 01-02/2019, Sprungfreude auf dem Airtrack mobilesport.ch, Bundesamt für Sport
  3. Luftsprünge machen mit der AirTrack-Bahn Westfälischer Turnerbund
  4. AirTrack, Turnkreis Oldenburg-Land Niedersächsischer Turner-Bund

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

Alle Turnen-Begriffe