Turnen erklärt
Das große Turnen-Lexikon von A bis Z. Jeder Begriff verständlich erklärt, mit einer Grafik.
469Begriffe
20Kategorien
Von den Grundlagen der Turnsprache über die Geräte, das Helfen und Sichern und die Elemente an jedem einzelnen Gerät bis zu Wertung, Wettkampf, Kinderturnen und Geschichte. Hier findest du 469 Turnen-Begriffe in 20 Kategorien, jeden einzeln erklärt und mit einer eigenen Grafik veranschaulicht. Wähle eine Kategorie oder stöbere durch die Begriffe.
Grundlagen & Turnsprache
Körperpositionen, Griffe & Haltungen
Geräte & Anlage
Hilfsgeräte, Matten & Ausrüstung
Bekleidung & Schutz
Bewegungsgruppen & Grundtechniken
Elemente am Boden
Elemente am Sprung
Elemente an Reck & Stufenbarren
Elemente an Barren, Pauschenpferd & Ringen
Elemente am Schwebebalken
Helfen, Sichern & Sicherheit
Wertung & Wettkampfregeln
Wettkampf, Formate & Rollen
Organisation, Verbände & Ausbildung
Wettbewerbe & Titel
Breitenturnen, Kinderturnen & Schulturnen
Gesundheit & Prävention
Trainingslehre & Methodik
Geschichte, Kultur & Umfeld
Grundlagen & Turnsprache 22
Turnen
Sportart, die Übungen an Geräten und am Boden in festen Formen zusammenfasst und sie nach Schwierigkeit und Ausführung bewertet.
Herkunft des Wortes Turnen
Friedrich Ludwig Jahn führte das Wort 1811 in die Sportsprache ein und gab ihm den Anschein eines uralten deutschen Ausdrucks.
Gerätturnen
Die Wettkampfform des Turnens an genormten Geräten, mit festgelegten Elementen, eigener Terminologie und einer Wertung nach Schwierigkeit und Ausführung.
Kunstturnen
Bezeichnung für das Gerätturnen auf Wettkampf- und Spitzenniveau, international Artistic Gymnastics, in Österreich und der Schweiz auch als Name der Sportart gebräuchlich.
Allgemeines Turnen
Sammelbegriff für das Turnen im Verein außerhalb des Wettkampfsports, vom Kinderturnen über Gymnastik bis zum Gesundheits- und Seniorenturnen.
Turnsprache
Das Fachsprachensystem des Turnens, mit dem jede Bewegung nach festen Regeln so benannt wird, dass sie ohne Bild eindeutig beschrieben ist.
Strukturelle Systematik
Die wissenschaftliche Ordnung des Turn-Übungsguts nach Bewegungsstruktur statt nach Gerät, Grundlage der heutigen Terminologie.
Strukturgruppe
Zusammenfassung aller Turnelemente, die in ihrer Hauptphase dieselbe bewegungstechnische Aktion zeigen, unabhängig vom Gerät.
Turnelement
Die kleinste eigenständige Einheit einer Turnübung, eine normierte Bewegung mit eigener Phasenstruktur und eigenem Fachnamen.
Schwungübung
Turnelement, bei dem der Körper schwunghaft verlagert wird, im Gegensatz zum Halteteil und zur langsam geführten Bewegung.
Halteteil
Turnelement, bei dem eine Position im Kräftegleichgewicht gehalten wird, im Wettkampf mindestens zwei Sekunden lang.
Geführte Bewegung
Turnelement, bei dem der Körper langsam und kontrolliert verlagert wird, ohne Schwung und ohne Haltezeit als Ziel.
Angang
Das erste Element einer Übung, mit dem die Turnerin oder der Turner an das Gerät oder auf das Gerät gelangt.
Mittelteil
Der Hauptteil einer Turnübung zwischen Angang und Abgang, in dem die eigentlichen Wertelemente gezeigt werden.
Abgang
Das letzte Element einer Übung, mit dem die Turnerin oder der Turner das Gerät verlässt und zum Stand landet.
Bewegungsphasen
Die Gliederung eines Turnelements in einleitende Phase, Hauptphase und Endphase, mit der sich Technik und Fehler genau beschreiben lassen.
Drehachse
Die Achse, um die sich der Körper dreht, im Turnen entweder fest am Gerät, wandernd auf der Unterlage oder frei durch den Körperschwerpunkt.
Körperachsen
Die drei anatomischen Achsen, um die sich ein turnender Körper drehen kann: Breitenachse, Längsachse und Tiefenachse.
Körperschwerpunkt
Gedachter Punkt, in dem die gesamte Masse des Körpers zusammengefasst werden kann, im Turnen der Bezugspunkt für Drehungen und Gleichgewicht.
Arm-Rumpf-Winkel
Der Winkel zwischen Armen und Rumpf, im Turnen eine der beiden zentralen Steuergrößen für Schwungelemente.
Bein-Rumpf-Winkel
Der Winkel zwischen Beinen und Rumpf, dessen schnelles Öffnen und Abbremsen den Antrieb vieler Turnelemente liefert.
Konventionalausdruck
International gebräuchliche Kurzbezeichnung für ein Turnelement, meist nach einem Turner, einem Land oder einem Bild benannt, außerhalb der systematischen Terminologie.
Körperpositionen, Griffe & Haltungen 53
Hang
Grundposition, in der der Körper unterhalb der Griffstelle am Gerät hängt und die Arme das Gewicht tragen.
Streckhang
Hangposition mit vollständig gestrecktem Körper, Ausgangslage vieler Schwungelemente an Reck, Stufenbarren und Ringen.
Beugehang
Hangposition mit vollständig gebeugten Armen, bei der das Kinn über Griffhöhe bleibt und der Körper gestreckt hängt.
Sturzhang
Hangposition mit dem Kopf nach unten und den Beinen nach oben, Ausgangslage vieler Kipp- und Felgbewegungen.
Oberarmhang
Hangposition am Barren, bei der die Oberarme auf den Holmen aufliegen und der Körper zwischen den Holmen pendelt.
Kniehang
Hangposition am Reck, bei der die Kniekehlen die Stange umfassen und der Oberkörper kopfüber nach unten hängt.
Winkelhang
Hangposition, bei der die gestreckten Beine bis zur Waagerechten angehoben werden, sodass Rumpf und Beine einen rechten Winkel bilden.
Hockhang
Hangposition, bei der die Beine angehockt werden, sodass Knie und Hüfte jeweils deutlich über neunzig Grad gebeugt sind.
Grätschwinkelhang
Winkelhang mit geöffneten Beinen, bei dem die gestreckten Beine in einem Winkel von etwa neunzig Grad gegrätscht gehalten werden.
Kipphang
Hang mit völlig gebücktem Körper und waagerechten, gestreckten Beinen, aus dem die Kippelemente eingeleitet werden.
Felghang
Position kopfüber an der Stange, bei der die Oberschenkel auf Stangenhöhe liegen und aus der der Felgunterschwung eingeleitet wird.
Hocksturzhang
Gehockte Fassung des Sturzhangs, bei der man kopfüber am Gerät hängt und die Knie eng angezogen hält.
Knieliegehang
Position am Reck oder Barren, bei der die Hände die Stange fassen und zugleich beide Kniekehlen über der Stange eingehängt sind.
Hüfthang
Position, bei der die Hüfte auf dem Gerät aufliegt und der Oberkörper darunter hängt, meist als Absenken aus dem Stütz geturnt.
Risthang
Hang, bei dem die Turnenden im Ristgriff am Gerät hängen, benannt nach der Griffart und nicht nach der Körperhaltung.
Hangwaage
Halteelement, bei dem der waagerechte Körper vorlings oder rücklings im Hang an einem Gerät gehalten wird.
Stütz
Grundposition, in der der Körper über der Stützstelle ist und die Arme die Kräfte auf das Gerät übertragen.
Seitstütz
Stütz im Seitverhalten, bei dem die Schulterachse parallel zur Längsachse des Gerätes verläuft.
Querstütz
Stütz im Querverhalten, bei dem Schulterachse und Gerätlängsachse rechtwinklig zueinander stehen.
Winkelstütz
Halteposition im Stütz, bei der die gestreckten Beine zur Waagerechten angehoben und dort ruhig gehalten werden.
Spitzwinkelstütz
Halteposition im Stütz, bei der die gestreckten Beine eng an den Oberkörper und senkrecht nach oben geführt werden.
Oberarmstütz
Stützposition am Barren, bei der die Oberarme auf den Holmen liegen und die Ellenbogen nach außen zeigen.
Liegestütz vorlings
Stützposition am Boden mit der Körpervorderseite nach unten, bei der die Schultern über den Händen bleiben und der Körper gestreckt ist.
Stützwaage
Krafthalteelement, bei dem der gestreckte Körper waagerecht über der Stützstelle gehalten wird, meist an den Ringen oder am Stützbarren.
Vorlings
Angabe der Turnsprache dafür, dass die Körpervorderseite zum Gerät zeigt, abgekürzt vl.
Rücklings
Angabe der Turnsprache dafür, dass die Körperrückseite zum Gerät zeigt, abgekürzt rl.
Seitstand
Ausgangsstellung am Gerät, bei der Schulterachse und Gerätlängsachse parallel zueinander verlaufen.
Querstand
Ausgangsstellung am Gerät, bei der Schulterachse und Gerätlängsachse rechtwinklig zueinander stehen.
Ristgriff
Griff, bei dem die Handrücken nach oben zeigen und die Daumen zueinander weisen, der Standardgriff an Reck und Stufenbarren.
Kammgriff
Griff, bei dem die Handteller nach oben zeigen und die kleinen Finger einander zugewandt sind.
Zwiegriff
Griff, bei dem eine Hand im Kammgriff und die andere im Ristgriff fasst.
Ellgriff
Griff mit stark nach außen gedrehten Armen, bei dem die Ellen nach oben zeigen und die Handrücken einander zugewandt sind.
Speichgriff
Griff am Barren, bei dem die Speiche oben liegt, die Handrücken nach außen zeigen und der Daumen neben der Handfläche bleibt.
Kreuzgriff
Griff, bei dem Unterarme und Hände überkreuz an das Gerät fassen, sodass die Arme gekreuzt sind.
Schlussgriff
Griff, bei dem die Hände dicht nebeneinander am Gerät liegen.
Ballengriff
Griffart vorrangig an Ringen und Barren, bei der das Gerät auf den Handballen liegt statt tief in der Hand.
Gestreckte Körperhaltung
Körperhaltung, bei der Schulter, Hüfte und Knöchel in einer Linie liegen und alle Gelenkwinkel geöffnet sind.
Gehockte Körperhaltung
Körperhaltung mit stark gebeugten Knie- und Hüftgelenken, bei der die Beine dicht an den Oberkörper gezogen werden.
Gebückte Körperhaltung
Körperhaltung mit gestreckten Knien und stark gebeugter Hüfte, bei der der Körper in der Hüfte zugeklappt ist.
Gegrätschte Körperhaltung
Körperhaltung mit seitlich geöffneten Beinen, die als Zusatz zu gestreckten und gebückten Positionen angegeben wird.
Bogenspannung
Bewusst überstreckte Körperhaltung mit leichter Rückbeuge, im Turnen als C-Position bezeichnet und zur Schwungerzeugung genutzt.
Körperspannung
Das isometrische Anspannen der Muskulatur, mit dem die Gelenke fixiert und langgestreckte Körperhaltungen überhaupt erst möglich werden.
Handstand
Senkrechte Stützposition auf den Händen mit vollständig gestrecktem Körper, Grundvoraussetzung für viele Turnelemente.
Kopfstand
Statische Position auf Kopf und Händen, bei der Hände und Kopf ein gleichschenkliges Dreieck bilden und der Körper gestreckt nach oben zeigt.
Nackenstand
Rückenlage mit senkrecht nach oben gestreckten Beinen, bei der das Becken von den Händen gestützt wird, umgangssprachlich Kerze.
Standwaage
Gleichgewichtselement auf einem Bein, bei dem Oberkörper und Spielbein über der Waagerechten gehalten werden.
Kniewaage
Gleichgewichtsform im Kniestand, bei der ein Bein gestreckt über die Waagerechte gehoben wird, während die Hände stützen.
Kreuzhang
Krafthalteelement an den Ringen, bei dem der Körper senkrecht hängt und die Arme waagerecht zur Seite gestreckt sind.
Schwalbe
Krafthalteelement an den Ringen, bei dem der gestreckte Körper waagerecht über den Ringen gehalten wird, während die Arme gestreckt bleiben.
Spagat
Halteposition mit maximal geöffneten Beinen, bei der beide Oberschenkel durchgängig am Boden aufliegen.
Winkelsitz
Sitz mit gestreckten Beinen, bei dem der Bein-Rumpf-Winkel unter neunzig Grad liegt und der Oberkörper leicht zu den Beinen geführt wird.
Hockstand
Tiefe Hocke auf den Fußballen mit aufrechtem Oberkörper, aus der zahlreiche Boden- und Balkenelemente beginnen und enden.
Bückstand
Stand mit maximal zu den gestreckten Beinen gebeugtem Oberkörper, Grundform aller gebückten Positionen am Boden.
Geräte & Anlage 24
Boden
Quadratische Turnfläche mit zwölf Metern Seitenlänge, auf der Männer und Frauen ihre Bodenübung zeigen.
Pauschenpferd
Stützgerät der Männer mit zwei aufgesetzten Griffen, an dem ausschließlich kreisende und pendelnde Schwünge geturnt werden.
Ringe
Zwei an Seilen hängende Ringe, an denen Männer Schwung-, Kraft- und Halteelemente turnen, ohne dass die Ringe schwingen dürfen.
Sprungtisch
Gepolstertes Stützgerät am Ende der Anlaufbahn, das seit 2001 das Sprungpferd ersetzt und über das der Sprung geturnt wird.
Barren
Gerät der Männer aus zwei parallelen, in Höhe und Breite verstellbaren Holmen, an dem Schwung- und Flugelemente durch Stütz und Hang geturnt werden.
Reck
Gerät der Männer aus einer federnden Stahlstange zwischen zwei verspannten Säulen, an dem ausschließlich geschwungen und geflogen wird.
Stufenbarren
Gerät der Frauen aus zwei elastischen Holmen in unterschiedlicher Höhe, an dem über, unter und zwischen den Holmen geturnt wird.
Schwebebalken
Fünf Meter langes und zehn Zentimeter breites Gerät der Frauen, auf dem akrobatische und gymnastische Elemente in erhöhter Lage geturnt werden.
Federboden
Gefederte Bodenfläche aus einer Unterkonstruktion mit Federsystem und aufgelegten Schaumrollmatten, auf der die Bodenübung geturnt wird.
Begrenzungslinie der Bodenfläche
Markierung am Rand der Bodenfläche, die betreten, aber nicht übertreten werden darf und von eigenen Linienrichtern überwacht wird.
Pausche
Einer der beiden Griffbügel auf dem Pferdkörper, die das Pauschenpferd in drei Zonen teilen und den Stütz ermöglichen.
Holm
Die tragende Stange des Barrens und des Stufenbarrens, deren Höhe und Abstand je nach Gerät und Turnender eingestellt wird.
Reckstange
Federnde Stahlstange des Recks, seit dem DIN-Maß von 1951 zwei Meter vierzig lang und achtundzwanzig Millimeter stark.
Recksäule und Spannseile
Die beiden Ständer, die die Reckstange tragen, samt der Stahlseilverspannung, die das Gerät im Boden verankert.
Ringegerüst
Aufhängung aus Deckenbefestigung, Seilen und Höhenverstellung, an der die Ringe hängen und die in alle Bewegungsrichtungen tragen muss.
Anlaufbahn
Die bis zu 25 Meter lange, seitlich vermessene Strecke vor dem Sprungtisch, auf der die Geschwindigkeit für den Sprung entsteht.
Höheneinstellung der Geräte
Das Einstellen der Gerätehöhe nach Norm, wobei die Angaben je nach Bezugspunkt vom Hallenboden oder ab Mattenoberkante gelten.
Landefläche
Der Mattenaufbau hinter und unter einem Gerät, auf dem Abgänge und Sprünge landen, mit je nach Gerät festgelegten Mattenhöhen.
Turnhalle
Nach DIN 18032 gebaute Halle für Turnen, Spiele und Mehrzwecknutzung, deren Größe und Deckenhöhe darüber entscheiden, welche Geräte aufgebaut werden können.
Gerätturnhalle
Halle mit fest stehenden Turngeräten und Landegruben, die nicht für jede Einheit auf- und abgebaut werden müssen.
Gymnastiksaal
Kleinerer Sportraum mit elastischem Boden und meist Spiegelwand, in dem Gymnastik, Tanz und Gesundheitssport ohne große Geräte stattfinden.
Einzelhalle
Kleinste ungeteilte Sporthalle nach Norm mit rund 405 Quadratmetern Nutzfläche, in der Turnen meist im Stationsbetrieb stattfindet.
Wettkampfpodium
Erhöhte Plattform, auf der bei größeren Wettkämpfen alle Geräte samt Anlaufflächen stehen, damit die Übungen für Kampfgericht und Publikum einsehbar sind.
Einturnbereich
Der Bereich und die zugemessene Zeit, in denen sich Turnende unmittelbar vor dem Wettkampf am Gerät einturnen dürfen.
Hilfsgeräte, Matten & Ausrüstung 16
Sprungbrett
Federndes Absprunggerät zwischen Anlauf und Gerät, das waagerechtes Tempo in Höhe umsetzt und an anderen Geräten als Absprunghilfe dient.
Minitrampolin
Kleines Sprunggerät aus Stahlrahmen und elastischem Sprungtuch, dessen katapultierende Wirkung Flugelemente ermöglicht, die vom Boden aus unerreichbar wären.
Turnmatte
Die kleine Standardmatte von zwei Metern Länge, die sicheren Stand bietet, aber vergleichsweise wenig dämpft.
Weichbodenmatte
Die dickste Matte der Halle, die stark dämpft, wegen ihrer großen Einsinktiefe aber nur für flächige Landungen gedacht ist.
Niedersprungmatte
Die Landematte des Gerätturnens, die dämpft und trotzdem sicheren Stand lässt, weil sie nur flach einsinkt.
Zusatzmatte im Wettkampf
Die zehn Zentimeter starke Extramatte, die im Wettkampf auf die reguläre Landematte gelegt wird und deren Gebrauch selbst Regeln unterliegt.
Schnitzelgrube
Mit Schaumstoffwürfeln gefüllte Grube im Hallenboden, in der neue Flugelemente erprobt werden, bevor sie auf harter Unterlage gelandet werden.
Airtrack
Luftgefüllte Bahn mit elastischer Oberfläche und einstellbarem Härtegrad, die als Absprunghilfe und als Landefläche dient.
Kasten
Aus stapelbaren Teilen aufgebautes Sprung- und Bauelement, das sich in der Höhe verändern lässt und dadurch fast jede Aufgabe im Turnen trägt.
Bock
Dreibeiniges Sprunggerät mit gepolstertem Kopf, das schmaler ist als der Kasten und deshalb enge Stützsprünge verlangt.
Turnbank
Schmale Holzbank mit Umkehrseite, die als Balancierfläche, schiefe Ebene, Hindernis und Sitzgelegenheit dient.
Sprossenwand
An der Hallenwand befestigtes Holzgerät aus waagerechten Sprossen, das zum Klettern, Hängen, Kräftigen und als Aufhängung für andere Geräte dient.
Tau und Kletterstange
Hängende Seile und feste Stangen zum Klettern, Schwingen und Hangeln, deren Kletterhöhe ausdrücklich begrenzt und markiert wird.
Magnesia
Weißes Pulver, das Handschweiß bindet und die Griffsicherheit an Stange und Holm erhöht, dessen Gebrauch im Wettkampf aber geregelt ist.
Longe
Hüftgurt mit Seilen, der von außen gehalten oder über Rollen geführt wird und den Turnenden beim Erlernen von Drehungen vor dem Sturz bewahrt.
Gerätesicherheit und Prüfpflicht
Das gestufte System aus Sichtprüfung, Funktionsprüfung und jährlicher Prüfung durch befähigte Personen, das Turngeräte benutzbar hält.
Bekleidung & Schutz 10
Turnanzug
Der undurchsichtige, eng anliegende Einteiler der Turnerinnen, dessen Ausschnitte und Träger im Regelwerk zentimetergenau festgelegt sind.
Turnhemd
Das ärmellose oder kurzärmelige Oberteil der Turner, dessen Tragen im Wettkampf verpflichtend und in der Mannschaft einheitlich ist.
Turnhose
Die kurze oder lange Hose der Turnenden, deren Länge im Wettkampf vom Gerät abhängt und im Breitensport frei gewählt werden darf.
Bügelhose
Die lange Wettkampfhose der Turner, deren Fußsteg das Hosenbein bis zur Ferse glatt hält und die an den Hanggeräten vorgeschrieben ist.
Turnschläppchen
Dünner, biegsamer Schuh mit rutschfester Sohle, der das Barfußturnen ersetzt, wenn die Halle kalt ist oder der Untergrund es verlangt.
Turnsocken
Socken im Turnen sind je nach Gerät vorgeschrieben, erlaubt oder unerwünscht, weil sie Halt kosten und zugleich Drehungen erleichtern.
Handschutz
Lederriemen mit Löchern für die Finger, die an Reck, Stufenbarren und Ringen die Handfläche schützen und den Griff um die Stange vervollständigen.
Handgelenkstütze
Bandage oder Manschette, die das Handgelenk beim Stützen begrenzt, im Wettkampf erlaubt ist und Schmerzen nachweislich nicht allein verhindert.
Kleidervorschriften
Das Regelwerk, das Schnitt, Farbe, Einheitlichkeit und Zubehör der Wettkampfkleidung festlegt und Verstöße mit festen Abzügen belegt.
Schmuckverbot
Das Verbot, im Turnen Schmuck zu tragen, das im Wettkampf mit Abzügen und im Unterricht mit dem Ausschluss von der Übung durchgesetzt wird.
Bewegungsgruppen & Grundtechniken 29
Felgbewegungen
Strukturgruppe der rückwärts gerichteten Rotationen um feste Drehachsen, bei denen das schnelle Öffnen von Bein- und Arm-Rumpf-Winkel den Körper nach oben trägt.
Aufschwungbewegungen
Teilrotationen um eine feste Drehachse, bei denen der Körper aus einer niedrigeren Ausgangslage in eine höhere Endlage gelangt.
Umschwungbewegungen
Ganzrotationen um eine feste Drehachse, bei denen Ausgangs- und Endlage übereinstimmen und die Annäherung an die Achse die Drehung beschleunigt.
Stemmbewegungen
Rotationen in vertikaler Ebene, bei denen ein abgebremster Beinschwung und der Druck der Arme auf die Griffstellen den Körper in den Stütz oder Handstand heben.
Kippbewegungen
Rotationen um feste Drehachsen, bei denen eine schnellkräftige und aktiv abgebremste Hüftstreckung den Körper um die Breitenachse aufwärts verlagert.
Sprungbewegungen
Strukturgruppe aus Rotation und Vorwärtsbewegung, die mit einem ein- oder beidbeinigen Absprung beginnt und in eine ungestützte Flugphase führt.
Rollbewegungen
Mit Vorwärtsbewegung verbundene Rotationen um eine momentane Drehachse, die zwischen der gekrümmten Körperfläche und der Unterlage entsteht.
Beinschwungbewegungen
Übungen im Hang oder Stütz, bei denen eine schwungvolle Beintätigkeit das Verhalten zum Gerät verändert und den Krafteinsatz der Arme verringert.
Überschlagbewegungen
Ganze Rotationen um Breiten- oder Tiefenachse in der vertikalen Ebene, die mit Stütz an festen oder frei in der Flugphase geturnt werden.
Schwingen
Die pendelnde Grundbewegung an Hang- und Stützgeräten, aus der fast alle Elemente des Gerätturnens entstehen.
Felge
Die Kernaktion der Felgbewegungen: das schnellkräftige Öffnen von Schulter- und Hüftwinkel, das den Körper bei rückwärts gerichteter Rotation nach oben trägt.
Kippe
Die Kernaktion der Kippbewegungen: eine impulsive Hüftstreckung, die kurz vor der vollen Öffnung abgebremst wird und den Körper in den Stütz hebt.
Stemme
Die Kernaktion der Stemmbewegungen: Druck der Arme auf die Griffstellen bei fixierten Gelenken, der den Schultergürtel über das Gerät hebt.
Rolle
Die Grundbewegung des Bodenturnens, bei der sich der gekrümmte Körper über eine wandernde Drehachse abwickelt.
Überschlag
Die volle Drehung des Körpers um die Breiten- oder Tiefenachse, die mit Handstütz als Stütz-Überschlag und ohne Stütz als Salto geturnt wird.
Salto
Der freie, ungestützte Überschlag: eine volle Körperdrehung in der Luft ohne Handstützphase.
Schraube
Die Drehung um die Körperlängsachse, die einem Element hinzugefügt wird und im Namen durch die Vorsilbe Dreh oder durch die Bruchangabe erscheint.
Kehre
Beidbeiniger Beinschwung über das Gerät, bei dem die Körpervorderseite dem Gerät zugewandt bleibt.
Wende
Beidbeiniger Beinschwung über das Gerät, bei dem sich der Körper vom Gerät abwendet und die Rückseite ihm zugekehrt wird.
Flanke
Beidbeiniger Beinschwung, bei dem die Beine seitlich über das Gerät geführt werden und eine Körperseite dem Gerät zugewandt bleibt.
Schere
Einbeinschwung am Pauschenpferd, bei dem die gespreizten Beine im Kreuzen die Position vor und hinter dem Gerät tauschen.
Mühle
Altes Turnwort für das Kreisen beider Beine um das Pauschenpferd, das heute als Kreisflanke bezeichnet wird.
Spreizen
Die einbeinige Ausführung der Beinschwungbewegungen, bei der ein Bein geführt wird, während das andere seine Lage hält.
Hocken
Beidbeinige Beinschwungbewegung mit angehockten Beinen, die als Aufgang, Überquerung und Abgang an fast allen Geräten vorkommt.
Bücken
Beidbeinige Beinschwungbewegung mit gestreckten Beinen und stark gebeugter Hüfte, bei der der Rumpf zu den Beinen kommt.
Grätschen
Beidbeinige Beinschwungbewegung mit seitlich geöffneten Beinen, die als Aufgang, Sprungform und Elementmerkmal vorkommt.
Abdruck
Der Absprung mit den Händen: der kurze, kräftige Druck vom Gerät, der eine zweite Flugphase auslöst.
Absprung
Der Übergang vom Boden oder Gerät in die ungestützte Flugphase, in dem Höhe, Weite und Drehimpuls endgültig festgelegt werden.
Landung
Der Abschluss jeder Flugphase, in dem die Bewegungsenergie kontrolliert abgebaut wird und der als Unfallschwerpunkt des Turnens gilt.
Elemente am Boden 26
Bodenübung
Die Übung auf der zwölf mal zwölf Meter großen Bodenfläche, die akrobatische Elemente mit gymnastischen Teilen zu einem rhythmischen Ganzen verbindet.
Rolle vorwärts
Das erste Turnelement der meisten Menschen: eine Vorwärtsrotation über den runden Rücken bis zum Aufstehen ohne Hände.
Rolle rückwärts
Rückwärtsrotation über den runden Rücken, bei der ein früher Handstütz die Halswirbelsäule entlastet.
Rolle rückwärts in den Nackenstand
Rückwärtsrotation, die nicht bis zum Stand durchläuft, sondern in der senkrechten Nackenstandposition angehalten wird.
Sprungrolle
Rolle vorwärts mit vorgeschaltetem beidbeinigem Absprung und kurzer Flugphase vor dem Handaufsatz.
Hechtrolle
Sprungrolle mit gestrecktem Körper in der Flugphase, bei der die Hände erst weit vor dem Absprungort aufsetzen.
Flugrolle
Gebräuchlicher zweiter Name der Sprungrolle, der im Elementkatalog mit ihr in einer Zeile steht und vor allem als Anschluss nach einem Überschlag vorkommt.
Freie Rolle
Rolle vorwärts ohne Handstütz, die als nationales Element in den älteren Altersklassen gewertet wird.
Handstand abrollen
Verbindung aus Handstand und Rolle vorwärts, bei der der Körper aus der Senkrechten mit rundem Rücken abrollt und ohne Hände aufsteht.
Handstand-Stützhüpfen
Kleine Sprünge auf den Händen im Handstand, die Stützkraft, Schulterstabilität und das Gefühl für den Abdruck schulen.
Rad
Seitliche Überschlagbewegung über den Handstand, bei der Hände und Füße nacheinander auf einer Linie aufsetzen.
Einarmiges Rad
Rad mit nur einer stützenden Hand, das dieselbe Bahn beschreibt, aber die gesamte Stützlast auf einen Arm legt.
Rondat
Rad mit Beinschluss und Vierteldrehung, das den Anlauf in Rückwärtsbewegung umlenkt und jede rückwärts gerichtete Akrobatikreihe eröffnet.
Bogengang vorwärts
Langsam geturnter Handstütz-Überschlag vorwärts mit gespreizten Beinen, bei dem der Körper ohne Flugphase über die Hände geführt wird.
Bogengang rückwärts
Langsam rückwärts geturnter Handstütz-Überschlag mit gespreizten Beinen, der über die Brücke in den Handstand und zurück in den Stand führt.
Handstützüberschlag vorwärts
Schneller Überschlag vorwärts über den Handstand mit Abdruck der Arme und anschließender Flugphase bis zur Landung.
Flick-Flack
Rückwärts gesprungener Handstützüberschlag mit Flugphase, kurzem Handstütz und sofortigem Abdruck, der akrobatische Reihen antreibt.
Felgrolle
Rückwärtsrolle, die durch das Öffnen von Hüft- und Schulterwinkel bis in den Handstand geführt wird.
Tick-Tack
Verbindung aus langsamem Überschlag vorwärts und rückwärts, die im Regelwerk als ein Element der Vorwärtsakrobatik gewertet wird.
Salto vorwärts
Freier Überschlag vorwärts ohne Handstütz, dessen Gelingen sich im Absprung entscheidet.
Salto rückwärts
Freier Überschlag rückwärts, der meist aus Rondat und Flick-Flack heraus geturnt wird und mit aufrechtem Oberkörper landen muss.
Schraubensalto
Salto, dem eine Drehung um die Längsachse hinzugefügt wird, sodass der Körper gleichzeitig um zwei Achsen rotiert.
Doppelsalto
Salto mit zwei vollen Umdrehungen um die Breitenachse in einer einzigen Flugphase.
Strecksprung
Beidbeiniger Sprung mit vollständig gestrecktem Körper, der Grundlage aller gymnastischen Sprünge und Rotationen ist.
Hocksprung
Sprung, bei dem beide Knie in der Flugphase deutlich angezogen und wieder geöffnet werden.
Spagatsprung
Einbeinig abgesprungener Sprung, bei dem die Beine in der Luft weit gespreizt werden, im Idealfall bis zur Spagatlinie.
Elemente am Sprung 18
Sprunganlauf
Die höchstens 25 Meter lange Beschleunigungsstrecke vor dem Sprungbrett, die zwar zum Sprung gehört, aber selbst nicht bewertet wird.
Absprung vom Brett
Der beidbeinige Absprung vom Sprungbrett, mit dem die Bewertung beginnt und der über Höhe und Drehung des gesamten Sprungs entscheidet.
Erste Flugphase
Der Flug vom Sprungbrett bis zum Handaufsatz auf dem Tisch, in dem Drehungen erlaubt, Salti aber verboten sind.
Abdruck vom Tisch
Die kurze Stützphase auf dem Sprungtisch mit sofortigem Abdruck, die aus der ersten Flugphase die zweite erzeugt.
Zweite Flugphase
Der Flug vom Abdruck bis zur Landung, in dem der Körperschwerpunkt deutlich über die Abdruckhöhe steigen muss.
Sprunglandung
Der Abschluss des Sprungs im Stand hinter dem Tisch, für den eine markierte Landezone und eigene Abzugsregeln gelten.
Sprunghocke
Stützsprung, bei dem die Beine während der kurzen Stützphase angehockt zwischen den Armen hindurchgeführt werden.
Sprunggrätsche
Stützsprung, bei dem die gestreckten Beine während der Stützphase seitlich an den Armen vorbeigeführt werden.
Sprungaufhocken
Sprung auf das Gerät in den Hockstand, meist mit anschließendem Strecksprung, als Vorstufe des Stützsprungs.
Handstütz-Sprungüberschlag
Grundsprung des Kunstturnens: ein Überschlag vorwärts über den Sprungtisch mit Handstütz und hoher zweiter Flugphase.
Überschlag mit Schraube
Handstütz-Sprungüberschlag, dem eine Längsachsendrehung in der ersten oder zweiten Flugphase hinzugefügt wird.
Yamashita
Handstütz-Sprungüberschlag, bei dem der Körper in der zweiten Flugphase kurz gebückt und danach wieder geöffnet wird.
Tsukahara
Sprungfamilie mit Drehung in der ersten Flugphase und Salto rückwärts in der zweiten, benannt nach ihrem ersten Turner.
Jurtschenko
Sprungfamilie mit Rondat auf das Sprungbrett, die eine Sicherheitsumrandung zwingend voraussetzt.
Kasamatsu
Tsukahara-Variante, bei der in der zweiten Flugphase zusätzlich um die Längsachse gedreht wird.
Produnowa
Handstützüberschlag mit Doppelsalto vorwärts, einer der schwierigsten und umstrittensten Sprünge im Turnen der Frauen.
Sprungwertigkeit
Der feste Schwierigkeitswert, den jeder Sprung im Katalog trägt und den der Turnende vor der Ausführung anzeigen muss.
Zweiter Sprung
Der zweite Sprungversuch, der im Gerätefinale Pflicht ist, aus einer anderen Sprunggruppe kommen muss und in den Pflichtstufen die bessere Wertung liefert.
Elemente an Reck & Stufenbarren 37
Hüft-Aufschwung
Aufgang vom Stand in den Stütz: Schwungbein und Abdruckbein drehen den Körper rückwärts um die Reckstange.
Hüft-Umschwung vorlings
Ganze Drehung rückwärts um die Reckstange aus dem Stütz vorlings zurück in den Stütz.
Hüft-Umschwung vorwärts
Ganze Drehung vorwärts um die Reckstange aus dem Stütz in den Stütz, mit der Stange als festem Drehpunkt in der Leistenbeuge.
Felgunterschwung
Abgang unter der Stange hindurch: Aus dem Felghang öffnet sich der Arm-Rumpf-Winkel, der Körper fliegt gestreckt nach vorn und landet.
Felgumschwung
Ganze Rückwärtsdrehung um die Reckstange ohne Berührung mit der Hüfte, aus dem Stütz in den Stütz oder in den Handstand.
Aufgrätsch-Felgunterschwung
Felgunterschwung, bei dem die Beine zuvor außen an den Händen vorbei auf die Stange gegrätscht werden.
Riesenfelge
Ganze Drehung um die Reckstange aus dem Handstand durch den Langhang zurück in den Handstand.
Schwungstemme am Reck
Aufschwung aus dem Langhangschwung in den Stütz, bei dem die gestreckten Arme im Rückschwung auf die Stange drücken.
Laufkippe
Kippe in den Stütz, die mit einem Vorlaufen unter der Stange hindurch eingeleitet wird.
Schwebekippe
Kippe, bei der die Füße vor dem Ankippen dicht über dem Boden nach vorn schweben, statt zu laufen.
Langhangkippe
Kippe in den Stütz, die aus dem Schwung im Langhang geturnt wird statt aus dem Anlauf oder aus dem Stütz.
Fallkippe
Kippe aus dem Stütz: Der Körper fällt zurück in den Kipphang und kippt aus dem Umkehrpunkt wieder in den Stütz.
Spreiz-Kippaufschwung
Kippe in den Spreizstütz: Die Beine werden erst spät gespreizt, sodass ein Bein zwischen den Händen zu liegen kommt.
Spreizumschwung
Ganze Drehung um die Stange im Spreizstütz, bei der ein Bein vor und eines hinter der Stange bleibt.
Wolkenschieber
Kippaufschwung rücklings vorwärts: Die gestreckten Beine werden im Hang fast bis zum Kopf geschwungen und dann nach vorn oben herausgeschoben.
Vorhocken
Beinschwungbewegung, bei der die gehockten Beine zwischen den Händen nach vorn durch das Gerät geführt werden.
Aufbücken
Beinschwungbewegung, bei der die gestreckten Beine gebückt an die Stange geführt und die Füße dort abgesetzt werden.
Aufgrätschen
Beinschwungbewegung, bei der die gestreckten Beine gegrätscht außen an den Händen vorbei auf die Stange geführt werden.
Hüft-Aufzug
Aufgang in den Stütz ohne Schwungbein: Aus dem Hang oder Stand ziehen die Arme den Körper um die Stange.
Riesen-Aufschwung
Aufschwung, der aus dem Langhangschwung heraus über den Weg der Riesenfelge in den Stütz führt.
Stalder
Stangennaher Umschwung rückwärts mit gegrätschten Beinen, benannt nach seinem Erfinder.
Endo
Stangennaher Umschwung vorwärts mit gegrätschten Beinen, das vorwärts gedrehte Gegenstück zum Stalder.
Adlerumschwung
Riesenfelge im Ellgriff: Die Arme sind maximal nach außen gedreht, sodass der Körper mit weit geöffneten Schultern um die Stange läuft.
Tkatschew
Flugelement am Reck: Der Körper grätscht rückwärts über die Stange und fängt sie auf der anderen Seite wieder.
Gienger
Flugelement am Reck: Salto rückwärts über die Stange mit halber Drehung, benannt nach Eberhard Gienger.
Kovacs
Doppelsalto rückwärts über die Reckstange in den Hang, benannt nach dem ungarischen Turner Peter Kovacs.
Kolman
Doppelsalto rückwärts gestreckt über die Reckstange mit ganzer Längsachsendrehung, eine Steigerung des Kovacs.
Cassina
Flugelement am Reck aus der Familie der Doppelsalti rückwärts mit Längsachsendrehung, benannt nach seinem Erfinder.
Jäger
Salto vorwärts über die Reckstange mit Wiederfassen, das erste der modernen Flugelemente am Reck.
Yamawaki
Flugelement am Reck aus der Gruppe der Vorwärtssalti mit Drehung, dessen Symbol im Kampfrichterheft eigens verkürzt wurde.
Gaylord
Doppelsalto vorwärts gebückt über die Reckstange mit Wiederfassen, das Gegenstück zum rückwärts gedrehten Kovacs.
Pak-Salto
Flugelement am Stufenbarren: Aus dem hohen Holm dreht die Turnerin rückwärts und fängt den tiefen Holm.
Shaposhnikova
Flugelement am Stufenbarren: Aus dem tiefen Holm fliegt die Turnerin rückwärts hinauf und fängt den hohen Holm.
Weiler-Kippe
Stangennahes Element am Reck: aus dem Handstand eine Felge vorwärts zurück in den Handstand.
Abgang mit Salto rückwärts
Abgang vom Reck oder Stufenbarren, bei dem der Turnende aus dem Schwung löst und rückwärts in den Stand dreht.
Niedersprung
Einfachster Abgang vom Reck: Aus dem Rückschwung im Stütz lässt der Turnende die Stange los und landet im Stand.
Felgunterschwung als Abgang
Abgang, bei dem der Körper unter der Stange durchschwingt, sich streckt und nach vorn in den Stand fliegt.
Elemente an Barren, Pauschenpferd & Ringen 37
Schwingen im Stütz
Grundbewegung am Barren: Der Körper pendelt im Stütz auf beiden Holmen vor und zurück.
Oberarmschwingen
Schwingen am Barren, bei dem der Körper mit den Oberarmen auf den Holmen ruht und darunter pendelt.
Oberarmstand
Halteelement am Barren: Der Körper steht senkrecht über den auf den Holmen aufliegenden Oberarmen.
Ablegen aus dem Oberarmstand
Übergang vom Oberarmstand zurück in das Schwingen, aus dem die nächste Stemme entsteht.
Stemmaufschwung vorwärts
Aufschwung am Barren, bei dem der Turnende aus dem Vorschwung durch Armdruck in den Stütz kommt.
Stemmaufschwung rückwärts
Aufschwung, bei dem der Turnende aus dem Rückschwung durch Armdruck in den Stütz oder Handstand kommt.
Schwungstemme am Barren
Stemme, die aus einem großen Schwung heraus in den Stütz oder Handstand führt, ohne Zwischenhalt.
Kippaufschwung in den Winkelsitz
Kippe am Barren, die nicht im Stütz, sondern im Grätsch- oder Winkelsitz auf den Holmen endet.
Felgaufschwung
Aufschwung, bei dem eine rückwärts gerichtete Felgbewegung den Körper aus dem Hang in den Stütz trägt.
Hockwende
Beinschwungbewegung, bei der die gehockten Beine mit einer Vierteldrehung über das Gerät geführt werden.
Stützkehre
Element, bei dem der Turnende aus dem Stütz mit einer Vierteldrehung vom Gerät weg über den Holm schwingt.
Wende als Abgang
Abgang, bei dem der Turnende die Beine mit einer Vierteldrehung über das Gerät führt und seitlich davon landet.
Rückgrätschen
Bewegung am Barren, bei der die gegrätschten Beine rückwärts über die Holme geführt werden, meist direkt in den Handstand.
Diamidow
Barrenelement: eine Riesenfelge auf einem Holm mit ganzer Drehung um die Längsachse in den Handstand.
Healy
Element mit ganzer Längsachsendrehung, das am Barren und am Reck geturnt wird und im Handstand endet.
Kreisflanke
Grundelement am Pauschenpferd: Die geschlossenen Beine kreisen mit gestrecktem Körper einmal um das Gerät herum.
Schere am Pauschenpferd
Einbeinschwung am Pauschenpferd, bei dem die gespreizten Beine im Stütz die Position tauschen.
Wandern
Fortbewegung über das Pauschenpferd, bei der der Turnende im Kreisen von einem Geräteteil zum nächsten setzt.
Querwandern
Wandern über das Pauschenpferd im Querstütz, bei dem der Turnende quer zum Gerät steht und sich der Länge nach fortbewegt.
Spindel
Drehung um die eigene Längsachse, die der Turnende innerhalb einer oder mehrerer Kreisflanken ausführt.
Russenwendeschwung
Kreisschwung am Pauschenpferd, bei dem der Turnende sich zugleich um die eigene Längsachse dreht, oft mehrfach.
Stöckli
Kreisschwung am Pauschenpferd mit Drehung auf eine Pausche, Grundbaustein der Flopsequenzen.
Magyar
Querwandern vorwärts über das ganze Pauschenpferd, benannt nach dem ungarischen Turner Zoltan Magyar.
Sivado
Querwandern rückwärts über das Pauschenpferd, das Gegenstück zum vorwärts geturnten Magyar.
Tschechenkehre
Kehrschwung am Pauschenpferd, bei dem der Turnende die geschlossenen Beine mit einer Drehung vom Gerät weg über die Pauschen führt.
Flanke am Pauschenpferd
Beinschwung, bei dem die geschlossenen Beine seitlich über das Pauschenpferd geführt werden.
Kehre am Pauschenpferd
Beinschwung über das Pauschenpferd, bei dem sich der Turnende während der Bewegung vom Gerät wegdreht.
Abgang am Pauschenpferd
Schlusselement einer Pauschenpferdübung, heute meist eine Thomasflanke über den Handstand.
Kraftteil
Element, bei dem eine Position ausschließlich durch Muskelkraft erreicht und mindestens zwei Sekunden gehalten wird.
Zug zum Kreuzhang
Kraftbewegung an den Ringen, die in den Kreuzhang mit waagerecht ausgebreiteten Armen führt.
Felgaufzug
Aufschwung an den Ringen, der den Körper aus dem Hang über eine Felgbewegung in den Stütz bringt.
Riesenfelge an den Ringen
Ganze Drehung um die Aufhängung der Ringe, die aus dem Handstand durch den Hang zurück in den Handstand führt.
Kippe an den Ringen
Kippbewegung an den Ringen, bei der eine schnelle Hüftstreckung den Körper aus dem Hang in den Stütz trägt.
Ringe ruhig halten
Anforderung an den Ringen, die Aufhängung während Halteelementen nicht ins Pendeln geraten zu lassen.
Abgang von den Ringen
Schlusselement einer Ringeübung, meist ein Doppelsalto aus dem Riesenumschwung in den Stand.
Tippelt
Barrenelement mit Drehung aus der Riesenfelge, das im Symbolheft mit den Initialen des Erfinders abgekürzt wird.
Jonasson
Doppelsalto vorwärts gebückt an den Ringen, das Gegenstück zum Gaylord am Reck.
Elemente am Schwebebalken 21
Balkenübung
Zusammenhängende Übung auf dem zehn Zentimeter breiten Schwebebalken aus Schritten, Sprüngen, Drehungen, Halteteilen und Akrobatik.
Aufgang am Schwebebalken
Erstes Element einer Balkenübung, mit dem die Turnerin vom Boden oder Brett auf das Gerät gelangt.
Rolle vorwärts auf dem Balken
Vorwärtsrolle auf der zehn Zentimeter breiten Balkenfläche, geturnt ohne Klammern mit Händen oder Beinen.
Rolle rückwärts auf dem Balken
Rückwärtsrolle auf dem Schwebebalken, bei der Handstütz und Handabdruck gleichzeitig erfolgen und die Landung auf den Füßen steht.
Schulterrolle
Rollbewegung über eine Schulter statt über den Nacken, die den Kopf entlastet und auf schmalen Flächen sicherer ist.
Gleichgewichtselement
Halteelement am Schwebebalken, das zwei Sekunden lang in einer definierten Gleichgewichtsposition gezeigt wird.
Handstand auf dem Balken
Halteelement auf dem Schwebebalken, bei dem der gestreckte Körper zwei Sekunden senkrecht über den Händen steht.
Strecksprung auf dem Balken
Beidbeiniger Sprung auf dem Schwebebalken mit gestrecktem Körper und sicherer beidbeiniger Landung.
Strecksprung mit halber Drehung
Beidbeiniger Sprung auf dem Schwebebalken, bei dem sich der gestreckte Körper in der Flugphase um 180 Grad dreht.
Hocksprung auf dem Balken
Beidbeiniger Sprung auf dem Schwebebalken, bei dem die Knie in der Flugphase sichtbar angehockt werden.
Sprung mit Beinwechsel
Gymnastischer Sprung auf dem Balken, bei dem die Beine in der Flugphase die Position tauschen.
Spagatsprung auf dem Balken
Sprung mit einbeinigem Absprung auf dem Balken, bei dem die gestreckten Beine mindestens 90 Grad gespreizt werden.
Gymnastische Drehung
Drehung um die Längsachse im Ballenstand auf dem Schwebebalken, über eine halbe oder eine ganze Umdrehung.
Rad auf dem Balken
Seitliches Überschlagen über die Hände auf dem Schwebebalken, geturnt über den Handstand ohne Hüftwinkel.
Flickflack auf dem Balken
Rückwärtsüberschlag über die Hände auf dem Schwebebalken, eines der schwierigsten akrobatischen Elemente des Gerätes.
Abgang mit Rondat
Abgang vom Schwebebalken über eine Radwende, bei der die Beine im Bereich des Handstands geschlossen werden.
Abgang mit Handstützüberschlag
Abgang vom Schwebebalken über einen Überschlag vorwärts, der über den Handstand geführt wird.
Abgang mit Salto vom Balken
Abgang vom Schwebebalken mit freiem Salto vorwärts oder rückwärts und kontrollierter Landung.
Balancieren
Grundfertigkeit am Schwebebalken: das Halten des Gleichgewichts auf einer nur zehn Zentimeter breiten Fläche.
Zeitlimit am Schwebebalken
Vorgabe, dass eine Balkenübung höchstens 90 Sekunden dauern darf, überwacht von einer eigenen Zeitnahme.
Methodik am Schwebebalken
Systematischer Aufbau des Balkenturnens von der Bodenlinie über die Turnbank bis zum hohen Wettkampfgerät.
Helfen, Sichern & Sicherheit 19
Helfen und Sichern
Manuelle Unterstützung eines Turnenden während einer Bewegung, unterschieden nach Helfergriff, Ansatzstelle und Art der Hilfe.
Halber Klammergriff
Helfergriff, bei dem nur eine Hand ein Körperteil umfasst und die zweite Hand für einen weiteren Griff frei bleibt.
Klammergriff
Helfergriff, bei dem beide Hände ein Körperteil des Turnenden von zwei Seiten umfassen.
Dreh-Klammergriff vorwärts
Helfergriff mit vorgedrehten Händen, der eine vorwärts gerichtete Drehung des Turnenden unterstützt.
Dreh-Klammergriff rückwärts
Helfergriff mit rückwärts gedrehten Händen, der eine rückwärts gerichtete Drehung des Turnenden begleitet.
Kleidergriff
Helfergriff, bei dem die helfende Person die Sportkleidung des Turnenden fasst, meist zur Sicherung bei Drehbewegungen.
Tragegriff
Helfergriff, mit dem die helfende Person das Gewicht des Turnenden ganz oder teilweise übernimmt.
Schubhilfe
Art des Helfens, bei der die helfende Person den Turnenden in Bewegungsrichtung schiebt.
Zughilfe
Art des Helfens, bei der die helfende Person den Turnenden zieht, meist nach oben oder in die Bewegungsrichtung.
Drehhilfe
Art des Helfens, bei der die helfende Person die Drehbewegung des Turnenden um eine Achse unterstützt.
Stabilisierungshilfe
Art des Helfens, bei der die helfende Person eine Position oder Bewegung gegen das Kippen sichert.
Tragehilfe
Art des Helfens, bei der die helfende Person das Körpergewicht des Turnenden ganz oder teilweise übernimmt.
Kombinierte Hilfe
Hilfestellung, bei der ein Griff mehrere Funktionen zugleich erfüllt, etwa Schieben und Drehen.
Helfereinweisung
Vorbereitung der helfenden Personen auf Griff, Ansatzstelle, Funktion und Zeitpunkt der Hilfestellung.
Ansatzstelle
Körperstelle, an der ein Helfergriff angesetzt wird, ausgewählt nach Wirkung und Sicherheit.
Bewegungsbegleitendes Sichern
Sicherungsform, bei der die helfende Person die Bewegung des Turnenden mitgeht und jederzeit eingreifen kann.
Wartende Sicherheitsstellung
Sicherungsform, bei der die helfende Person bereitsteht und erst im Notfall eingreift.
Mattenkunde
Wissen über die vier genormten Mattenarten des Turnens und ihren jeweils richtigen Einsatz.
Aufsichtspflicht
Pflicht der Lehr- oder Übungsleitung, den Turnbetrieb kontinuierlich, aktiv und vorbeugend zu beaufsichtigen.
Wertung & Wettkampfregeln 30
Code de Pointage
Internationales Regelwerk des Gerätturnens, das Elemente, Schwierigkeitswerte und Abzüge für alle Geräte festlegt.
D-Note
Teil der Wertung, der den Schwierigkeitswert der gezeigten Elemente und die erfüllten Kompositionsanforderungen zusammenfasst.
E-Note
Teil der Wertung, der von zehn Punkten ausgeht und für jeden Ausführungsfehler Abzüge vornimmt.
Endnote
Ergebnis einer Übung aus D-Note plus E-Note abzüglich der neutralen Abzüge.
D-Kampfgericht
Kampfgericht aus zwei Kampfrichtern, das den Übungsinhalt erfasst und gemeinsam die D-Note festlegt.
E-Kampfgericht
Kampfgericht, das die Ausführung einer Übung bewertet und die Abzüge unabhängig voneinander vornimmt.
Oberkampfrichter
Leitende Kampfrichterin oder leitender Kampfrichter am Gerät, zuständig für Ablauf, neutrale Abzüge und Endnote.
Schwierigkeitswert
Punktwert, den ein einzelnes Turnelement nach der Elementetabelle trägt, gestaffelt von A bis I.
Elementgruppen
Einteilung der Elemente eines Gerätes in vier Gruppen, aus denen eine Übung jeweils Teile enthalten muss.
Kompositionsanforderungen
Vorgaben, welche Elementgruppen und Verbindungen eine Übung enthalten muss, um den vollen Ausgangswert zu erreichen.
Verbindungswert
Zusatzpunkte für bestimmte, direkt aneinandergereihte Elemente innerhalb einer Übung.
Startwert
Wert, mit dem eine Übung in die Bewertung geht, gebildet aus Kompositionsanforderungen und Schwierigkeitswert.
Ausführungsabzug
Punktabzug für eine Abweichung von der geforderten Bewegungsausführung, gestaffelt in vier Stufen.
Neutralabzug
Abzug für Zeit-, Linien- oder Verhaltensfehler, der nicht von der E-Note, sondern von der Endnote abgeht.
Sturz
Verlust der Kontrolle, bei dem der Turnende auf Matte oder Gerät aufkommt, mit einem Abzug von einem vollen Punkt.
Linienabzug
Neutraler Abzug dafür, dass eine Turnerin die Begrenzungslinie der Bodenfläche überschreitet.
Zeitüberschreitung
Neutraler Abzug dafür, dass eine vorgeschriebene Zeit im Wettkampf überschritten wird.
Haltezeit
Vorgeschriebene Dauer, die ein Halteelement gehalten werden muss, damit es als Wertteil zählt.
Wiederholungsverbot
Regel, dass ein Element in einer Übung nur einmal einen Schwierigkeitswert erhält.
Gewertete Elemente
Die Elemente einer Übung, die tatsächlich in die Schwierigkeitsnote eingehen.
Pflichtübung
Vom Verband vorgegebene Übung, die alle Teilnehmenden einer Wettkampfklasse identisch turnen.
Kür
Selbst zusammengestellte Übung, deren Elemente die Turnenden innerhalb der Regeln frei wählen.
Kür modifiziert
Wettkampfform zwischen Pflicht und Kür, bei der Elemente frei gewählt, aber aus vorgegebenen Listen entnommen werden.
Nationale Elemente
Vom nationalen Verband festgelegte Zusatzelemente, die die internationale Elementetabelle nach unten ergänzen.
Einspruch gegen die Wertung
Formal geregelte Möglichkeit, die Schwierigkeitsnote einer Übung noch im laufenden Wettkampf überprüfen zu lassen.
Anmelden beim Kampfrichter
Pflicht, sich vor der Übung beim Kampfgericht zu melden und gegebenenfalls das geplante Element anzuzeigen.
Symbolschrift
Zeichensystem, mit dem Kampfrichter jedes Turnelement in Echtzeit mitschreiben.
Wertungsbogen
Formular, auf dem Kampfrichter die Mitschrift, ihre Abzüge und die berechnete Note festhalten.
Streichwertung
Regel im Mannschaftswettkampf, nach der nicht alle Einzelwertungen in das Teamergebnis eingehen.
Punktgleichheit
Situation, in der zwei Ergebnisse identisch sind, und das dafür vorgesehene Entscheidungsverfahren.
Wettkampf, Formate & Rollen 24
Mehrkampf
Wettkampfform, in der alle Geräte einer Disziplin geturnt und die Einzelnoten addiert werden.
Sechskampf
Der Mehrkampf der Männer an Boden, Pauschenpferd, Ringen, Sprung, Barren und Reck.
Vierkampf
Der Mehrkampf der Frauen an Sprung, Stufenbarren, Schwebebalken und Boden.
Gerätefinale
Eigener Wettkampf am einzelnen Gerät für die besten Turnenden des Mehrkampfs.
Mannschaftswettkampf
Wettkampfform, in der mehrere Turnende eines Vereins gemeinsam ein Ergebnis erturnen.
Qualifikation
Nachweis einer Mindestleistung, der zur Teilnahme an einem höherrangigen Wettkampf berechtigt.
Ligawettkampf
Mannschaftswettkampf in einem Auf- und Abstiegssystem über eine ganze Saison.
Riegenwettkampf
Wettkampfform, bei der eine feste Turngruppe gemeinsam antritt und gemeinsam gewertet wird.
Pflichtwettkampf
Wettkampfform, in der alle Teilnehmenden dieselbe vorgegebene Übung turnen.
Turn10
Wettkampfprogramm für Vereine und Schulen, bei dem aus einem Katalog bis zu zehn Elemente frei gewählt werden.
Altersklassen
Einteilung der Wettkämpfe nach Geburtsjahrgängen, an die Programme und Anforderungen gekoppelt sind.
Leistungsklassen
Abgestufte Wettkampfklassen mit eigenen Anforderungen an Schwierigkeit und Übungsaufbau.
Einturnen
Festgelegte Zeit vor dem Wettkampf, in der am Wettkampfgerät geübt werden darf.
Gerätewechsel
Der Übergang einer Riege von einem Wettkampfgerät zum nächsten.
Einmarsch
Gemeinsamer Einzug der Mannschaften zur Eröffnung eines Turnwettkampfs.
Turnerin und Turner
Die aktiven Sportlerinnen und Sportler im Turnen mit ihren Rechten und Pflichten im Wettkampf.
Riege
Gruppe von Turnenden, die gemeinsam an einem Gerät übt und im Wettkampf gemeinsam antritt.
Riegenführer
Person, die eine Turnriege anleitet, die Übung vorturnt und im Wettkampf für den Ablauf sorgt.
Vorturner
Historische Führungsrolle im Vereinsturnen, die Übungen vormachte und Riegen anleitete.
Trainer im Turnen
Verantwortliche Person für Training, Betreuung und Sicherheit der Turnenden im Wettkampfsport.
Übungsleiter
Lizenzierte Person, die regelmäßige Sport- und Bewegungsangebote im Verein plant und durchführt.
Kampfrichter
Lizenzierte Person, die Turnübungen nach dem Regelwerk bewertet.
Wettkampfleiter
Verantwortliche Stelle für Ablauf, Geräte und Entscheidungen eines Turnwettkampfs.
Anschreiber
Person, die Wertungen erfasst, Ergebnisse berechnet und die Anzeige vorbereitet.
Organisation, Verbände & Ausbildung 25
FIG
Der Weltverband des Turnens, der die internationalen Wertungsvorschriften herausgibt.
UEG
Der europäische Kontinentalverband des Turnens, Ausrichter der Europameisterschaften.
DTB
Der deutsche Dachverband des Turnens mit rund fünf Millionen Mitgliedern.
DTJ
Die eigenständige Jugendorganisation des deutschen Turnverbandes.
SHTV
Der Landesturnverband für Schleswig-Holstein mit rund 170.000 Mitgliedern.
Kreisturnverband
Regionale Untergliederung eines Landesturnverbandes auf Kreisebene.
Turngau
Historisch gewachsene Bezeichnung für die regionale Untergliederung eines Landesturnverbandes.
Turnverein
Die Grundeinheit des organisierten Turnens, in der trainiert und gemeldet wird.
Turnabteilung
Die auf eine Sportart bezogene Untergliederung innerhalb eines Vereins.
DOSB
Dachorganisation des deutschen Sports, zuständig für Lizenzsystem, Stützpunkte und Olympiateilnahme.
Landesturnschule
Bildungseinrichtung eines Landesturnverbandes für Aus- und Fortbildung.
Bundesstützpunkt
Trainingsort für das tägliche Training von Bundeskaderathletinnen und Bundeskaderathleten.
Landesstützpunkt
Regionale Trainingseinrichtung für Landeskader und den Übergang in den Bundeskader.
Kadersystem
Die gestufte Einteilung geförderter Athletinnen und Athleten von Landes- bis Olympiakader.
Kaderkriterien
Die jährlich festgelegten Bedingungen für die Aufnahme in einen Kader.
Startrecht
Die Berechtigung, für einen bestimmten Verein in einer Sportart an Wettkämpfen teilzunehmen.
Turn-Team Deutschland
Die Dachmarke der deutschen Nationalmannschaften in den olympischen Turnsportarten.
Übungsleiter-C-Lizenz
Die erste Lizenzstufe für die Leitung sportartübergreifender Angebote im Breitensport.
Trainer-C-Lizenz
Die erste sportartspezifische Trainerlizenz für Breiten- oder Leistungssport.
Trainer-B-Lizenz
Die zweite Trainerstufe mit Schwerpunkt auf Talentförderung und Aufbautraining.
Trainer-A-Lizenz
Die höchste reguläre Trainerstufe für Anschluss- und Hochleistungstraining.
Kinderturn-Übungsleiter
Übungsleitung mit dem Ausbildungsschwerpunkt Kinderturnen.
Kampfrichterlizenz
Der Nachweis, in einer bestimmten Wettkampfebene werten zu dürfen.
Kampfrichterausbildung
Die Lehrgänge und Prüfungen, mit denen Kampfrichter für ihre Aufgabe qualifiziert werden.
Lizenzverlängerung
Die Erneuerung einer befristeten Lizenz durch Fortbildung.
Wettbewerbe & Titel 15
Olympische Spiele
Der größte internationale Wettkampf, bei dem Gerätturnen seit 1896 im Programm steht.
Weltmeisterschaft
Der jährliche Titelkampf des Weltverbandes außerhalb der Olympiajahre.
Europameisterschaft
Der kontinentale Titelkampf, ausgerichtet vom europäischen Turnverband.
Weltcup
Serie internationaler Einzelwettkämpfe des Weltverbandes zwischen den Titelkämpfen.
DTB-Pokal
Nationale Pokalwettkämpfe des Bundesverbandes neben den Meisterschaften.
Turnier der Meister
Internationaler Gerätewettkampf in Cottbus, seit 1973 ausgetragen.
Deutsche Meisterschaften
Die ranghöchsten nationalen Wettkampfveranstaltungen einer Sportart.
Bundesliga im Turnen
Die höchste deutsche Mannschaftsklasse mit eigenem Duell- und Scoresystem.
Deutsches Turnfest
Das große Breiten- und Wettkampffest des deutschen Turnverbandes im Vierjahresrhythmus.
Weltgymnaestrada
Das weltweite Breitensportfest des Turnweltverbandes ohne Wertung und Medaillen.
Landesmeisterschaft
Der Titelkampf eines Landesturnverbandes, zugleich Qualifikationswettkampf für nationale Wettkämpfe.
Kreismeisterschaft
Der Titelkampf auf Kreis- oder Gauebene, oft der erste Wettkampf im Turnerleben.
Vereinsmeisterschaft
Wettkampf innerhalb eines Vereins, meist ohne Verbandsmeldung.
Länderkampf
Wettkampf zwischen Auswahlmannschaften von Verbänden oder Nationen.
Jugendwettbewerbe
Wettkampf- und Wettbewerbsformen für Kinder und Jugendliche in Schule und Verein.
Breitenturnen, Kinderturnen & Schulturnen 21
Kinderturnen
Die motorische Grundlagenausbildung für alle Kinder und Grundlage aller Sportarten.
Eltern-Kind-Turnen
Turnangebot für Kleinkinder gemeinsam mit einer Bezugsperson.
Altersstufen im Kinderturnen
Die gestufte Gliederung der Kinderturnangebote vom Baby bis zum Schulkind.
Motorische Grundlagenausbildung
Die breite Schulung grundlegender Bewegungsformen als Basis für jede Sportart.
Bewegungslandschaft
Aufbau aus mehreren Geräten, der zum freien Bewegen und Erproben einlädt.
Gerätebahn
Reihenfolge aus Geräten, die nacheinander durchlaufen wird.
Stationsbetrieb
Organisationsform, bei der Gruppen an mehreren Stationen zugleich arbeiten.
Turnstunde
Die einzelne Übungseinheit im Verein oder in der Schule mit festem Aufbau.
Kinderturn-Abzeichen
Abzeichen für Kinder, das Vielseitigkeit statt einzelner Höchstleistungen prüft.
Gerätturnabzeichen
Abzeichen des Turnverbandes, das turnerisches Können an mehreren Geräten dokumentiert.
Turnen im Sportabzeichen
Die Turnübungen als Teil des Deutschen Sportabzeichens.
Turnspiele
Spielformen, mit denen turnerische Grundbewegungen gelernt und gefestigt werden.
Gymnastik im Verein
Angebotsform ohne Wettkampfbindung, die Kräftigung, Beweglichkeit und Rhythmus verbindet.
Funktionsgymnastik
Gezielte Kräftigungs- und Dehnübungen zum Ausgleich muskulärer Ungleichgewichte.
Gesundheitsturnen
Turnangebote mit gesundheitlichem Schwerpunkt für Prävention und Rehabilitation.
Seniorenturnen
Turn- und Bewegungsangebote für ältere Menschen im Verein.
Freies Turnen
Übungsform ohne feste Vorgaben, bei der Bewegungen selbst erprobt und gestaltet werden.
Schulturnen
Das Turnen als Bewegungsfeld des Sportunterrichts.
Parkour in der Halle
Bewegungsform des Hindernisüberwindens, die mit Turngeräten in der Halle betrieben wird.
Rope Skipping
Wettkampfsport mit dem Springseil, im Turnverband als eigene Sportart geführt.
Übergang in den Leistungssport
Der Schritt vom Breitensportangebot in das leistungsorientierte Training.
Gesundheit & Prävention 14
Handgelenksüberlastung
Überlastungsschaden der Wachstumsfuge am Handgelenk durch wiederholtes Stützen.
Spondylolyse
Spaltbildung im Wirbelbogen, die durch wiederholte Überstreckung der Lendenwirbelsäule begünstigt wird.
Sprunggelenksdistorsion
Verstauchung des oberen Sprunggelenks, meist beim Umknicken nach einer Landung.
Kreuzbandriss bei der Landung
Riss eines Kreuzbandes im Knie, im Turnen typischerweise bei einer misslungenen Landung.
Schulterbelastung an den Ringen
Die hohe Beanspruchung des Schultergürtels durch Halte- und Kraftelemente an den Ringen.
Ellenbogenüberstreckung
Belastung des Ellenbogens über die normale Streckstellung hinaus, meist beim Stützen.
Fersenschmerz und Wachstumsfugen
Schmerzhafte Reizung des Wachstumsbereichs am Fersenbein bei Kindern.
Beweglichkeit und Dehnen
Die Schulung des Bewegungsumfangs als Voraussetzung vieler Turnelemente.
Rumpfkraft
Die Kraft der Rumpfmuskulatur als Grundlage für Haltung, Technik und Gelenkschutz.
Aufwärmen im Turnen
Die Vorbereitung von Kreislauf, Muskulatur und Aufmerksamkeit vor dem Turnen.
Landetechnik
Die erlernbare Technik, hohe Landekräfte kontrolliert abzufangen.
Übertraining
Zustand anhaltender Überbeanspruchung durch zu hohe Belastung bei zu wenig Erholung.
Gewichtsdruck
Der Druck, ein niedriges Körpergewicht zu halten, und seine gesundheitlichen Folgen.
Safe Sport
Der Schutz vor Gewalt und Grenzverletzungen im Sport und die dafür geschaffenen Strukturen.
Trainingslehre & Methodik 9
Methodische Übungsreihe
Abfolge von Teilschritten, die schrittweise zur Zielübung führt.
Bewegungsvorstellung
Die gedankliche Vorstellung eines Bewegungsablaufs vor und während der Ausführung.
Techniktraining
Das gezielte Erlernen und Verfeinern turnerischer Bewegungsformen.
Krafttraining im Turnen
Die gezielte Kräftigung als Voraussetzung für turnerische Elemente.
Sprungkrafttraining
Training der Absprungkraft für Sprünge, Salti und Aufgänge.
Koordinationstraining
Schulung der Steuerung und Abstimmung von Bewegungen.
Videoanalyse
Die Auswertung von Bewegungsaufnahmen zur Korrektur und zum Lernen.
Trainingsumfang
Die Menge an Trainingszeit, die für eine Leistungsstufe aufgewendet wird.
Talentsichtung
Das systematische Erkennen und Auswählen von Nachwuchstalenten.
Geschichte, Kultur & Umfeld 19
GutsMuths
Pädagoge, der die neuzeitlichen Leibesübungen begründete und Jahn den Weg bereitete.
Friedrich Ludwig Jahn
Begründer des deutschen Turnens, dessen Wirken bis heute umstritten diskutiert wird.
Hasenheide 1811
Der erste öffentliche Turnplatz, mit dem 1811 die deutsche Turnbewegung begann.
Die Deutsche Turnkunst
Das 1816 erschienene Grundlagenwerk, das Übungen und Turnsprache erstmals systematisch festhielt.
Turnsperre
Das preußische Turnverbot von 1820 bis 1842.
Deutsche Turnerschaft
Die 1868 gegründete Dachorganisation der deutschen Turnvereine.
Geschichte der Turnfeste
Die Entwicklung der Turnfeste von der politischen Versammlung zum Breitensportereignis.
Turnen bei Olympia
Die Entwicklung des Turnens im olympischen Programm seit 1896.
Frauenturnen
Die Geschichte und heutige Form des Turnens von Mädchen und Frauen.
Neufassung der Terminologie
Die Überarbeitung der Turnfachsprache zwischen Tradition, Wissenschaft und internationalem Regelwerk.
Vom Sprungpferd zum Sprungtisch
Der Wechsel des Sprunggeräts im Jahr 2001 und seine Folgen für die Technik.
Abschaffung der Zehn
Die Ablösung der Höchstnote 10,0 durch ein nach oben offenes Wertungssystem.
Der Turnverein als Vereinsform
Die rechtliche und organisatorische Gestalt des Turnvereins und ihre Geschichte.
Schauturnen
Turnerische Vorführung ohne Wertung, meist als Gruppenauftritt vor Publikum.
TurnGala
Professionell inszenierte Show aus Turnen, Akrobatik und Tanz, veranstaltet von Turnverbänden.
Ehrenamt im Turnen
Das unbezahlte Engagement, auf dem der Turnbetrieb in Vereinen und Verbänden beruht.
Vorturner-Tradition
Die über ein Jahrhundert prägende Einrichtung des Vorturners im deutschen Vereinsturnen.
Wettkampf-Etikette
Die geschriebenen und ungeschriebenen Verhaltensregeln bei Turnwettkämpfen.
Turnen in Geesthacht
Die Turnangebote der Geesthachter Vereine und ihre Einbindung in den Verbandsaufbau.