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Training, Athletik & Methodik

Aufbau einer Trainingseinheit

Auch: Trainingseinheit · Trainingsaufbau · Hauptteil · Cool-down

Die Gliederung eines einzelnen Trainings in vorbereitenden Teil mit Aufwärmen, Hauptteil mit den eigentlichen Trainingszielen und abschließenden Teil mit Abwärmen und Nachbesprechung; Inhalte und Durchführung bestimmen die Trainingswirkung.

Aufbau einer Trainingseinheit heißt die zeitliche und inhaltliche Gliederung eines einzelnen Trainings. Die Trainingseinheit ist die kleinste Einheit des Trainingsprozesses und dient der gezielten Schulung allgemeiner und sportartspezifischer Leistungsfaktoren. [3] Sie besteht grundsätzlich aus drei Teilen: einem vorbereitenden Teil, einem Hauptteil und einem abschließenden Teil. [3] Nach dem DHB hängt die Wirkung jeder Übung von ihrer Durchführung ab, sie ist deshalb nicht beliebig austauschbar. [1]

Vorbereitender Teil

Der vorbereitende Teil schafft die Voraussetzungen für den Hauptteil. [3] Er bereitet den Körper auf die Belastung vor und sorgt für die pädagogischen und psychologischen Rahmenbedingungen, etwa Begrüßung, Zielangabe und Konzentration. [3] Die Belastung steigt an, als Zeit werden etwa 15 bis 20 Minuten vorgeschlagen. [3] Die VBG plant für ihr Handball-Warm-up je nach Kombination mit Spiel- oder Übungsformen etwa 20 bis 25 Minuten ein. [2]

Das Warm-up im Baukasten

Ein strukturiertes Aufwärmen aktiviert nach der VBG Herz und Kreislauf, verbessert die Durchblutung der Muskulatur und fokussiert den Kopf, zugleich lassen sich vorbeugende Übungen regelmäßig und zeitsparend einbauen. [2] Das VBG-Programm Das 4x4 des Handballs gliedert die Aufwärmübungen in vier Bereiche: Stabilisation und Kräftigung, Mobilisation und Beweglichkeit, Schulterkontrolle sowie Beinachsenkontrolle und Landetechnik. [2] In jedem Aufwärmprogramm sollten alle Bereiche vorkommen, mit drei bis vier Übungen pro Bereich. [2] Schwierigere, komplexere oder intensivere Übungen gehören jeweils ans Ende eines Blocks. [2] Kombiniert wird mit Laufübungen, Koordination, Balltechnik oder Spielformen, die Übungen sind nach dem Baukastenprinzip austauschbar. [2] Für unterschiedliche Leistungsniveaus gibt es Varianten mit gekennzeichneten Schwierigkeitsgraden. [2]

Hauptteil

Der Hauptteil dient der eigentlichen Entwicklung der Leistungsfähigkeit. [3] Je nach Planung stehen konditionelle, koordinativ-technische, taktisch-kognitive oder soziale und psychologische Ziele im Vordergrund. [3] Die Belastung ist hoch, vorgeschlagen werden etwa 45 bis 60 Minuten. [3] Wichtig ist nach dem DHB nicht nur die Übungsauswahl, sondern auch die Durchführung: Langsames, langes Laufen trainiert eine andere Energiebereitstellung als schnelleres, kürzeres Laufen. [1] Jede Bewegungssituation mischt koordinative und konditionelle Anteile. [1] Ziel ist, Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten zu vermitteln und zu festigen. [3]

Abschließender Teil

Der abschließende Teil leitet die Erholung ein und schließt das Training organisatorisch, pädagogisch und psychologisch ab. [3] Dazu gehören Geräte abbauen, Nachbesprechung, Erfolge hervorheben und ein freudvoller Abschluss, der Lust auf das nächste Training oder Spiel macht. [3] Die Belastung klingt ab, vorgeschlagen werden etwa 15 bis 20 Minuten. [3] Für das Cool-down empfiehlt die VBG zum Beispiel die Faszienrolle, jede Muskelgruppe etwa eine Minute lang langsam ausrollen, ohne über Gelenke zu rollen. [2] Durch die Selbstmassage lassen sich außerdem muskuläre Schmerzpunkte finden und lösen, was das Wohlbefinden verbessern kann. [2]

Inhalte gewichten

Die Rahmentrainingskonzeption gibt Hinweise, welchen Umfang die Trainingsschwerpunkte in den einzelnen Altersklassen haben sollen. [1] Diese Angaben sind als Anhaltspunkte gedacht, nicht als strikte Vorgaben. [1] Athletische und motorische Voraussetzungen bilden dabei nicht nur das Fundament, sondern stützen die handballerische Entwicklung dauerhaft, sonst würde sie schmalspurig und störanfällig. [1] Jede Einheit bietet zudem die Gelegenheit, Fortschritte zu beobachten und die Planung anzupassen. [3] Systematische Beobachtung, Auswertung und Dokumentation sind deshalb eine wichtige Säule der Trainingssteuerung. [3]

Beispiel Freizeithandball

In einer Studie mit älteren Freizeitspielern begann jede Einheit mit einem 15-minütigen standardisierten Aufwärmen aus Laufen, Koordination, Beweglichkeit, Gleichgewicht und Kraft. [4] Danach folgten drei Spielabschnitte zu 15 Minuten mit je zwei Minuten Pause. [4] Alle drei Minuten wechselten die Spieler ihre Positionen, auch ins Tor. [4] Die Autoren empfehlen diesen Rahmen für Freizeithandball zur Gesundheitsförderung. [4]

Abgrenzung

Die Trainingseinheit ist die kleinste Planungseinheit, die Periodisierung ordnet viele Einheiten über Wochen und Monate. Im Lexikon sind Aufwärmen, Spielformen im Training, Saisonvorbereitung und Taktiktraining eigens beschrieben.

Auf einen Blick

Gliederung
vorbereitender Teil, Hauptteil, abschließender Teil
Zeitvorschlag
etwa 15 bis 20, 45 bis 60 und 15 bis 20 Minuten
Warm-up nach VBG
etwa 20 bis 25 Minuten, vier Übungsbereiche

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Trainingssteuerung und Methodik, DHB-Rahmentrainingskonzeption DHB-Trainercenter
  2. Trainingsübungen: Das 4x4 des Handballs (VBG, 2018) VBG, veröffentlicht vom Handballverband Württemberg
  3. Aufbau einer Trainingseinheit, Leistungsfach Sport Band 1 Verlag Weineck
  4. Acute physiological response to different recreational team handball game formats in over 60-year-old inactive men PLOS ONE (Carneiro u. a., 2022)

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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