Tornetz
Das Netz am Handballtor, das geworfene Bälle im Tor hält; es reicht oben 0,9 und unten 1,1 Meter hinter die Torlinie, die Maschen messen höchstens zehn mal zehn Zentimeter.
Jedes Handballtor muss ein Netz haben. [1] Es muss so befestigt sein, dass ein ins Tor geworfener Ball normalerweise im Tor bleibt oder nicht hindurchfliegen kann. [1] Damit ist das Tornetz mehr als Dekoration. Es zeigt Spielern, Schiedsrichtern und Zuschauern auf einen Blick, dass ein Treffer gefallen ist, und es fängt die Wucht harter Würfe ab. Für die Torentscheidung selbst zählt allerdings nicht das Netz, sondern die Torlinie, die der Ball vollständig überquert haben muss. [1] Wie tief, wie engmaschig und wie fest das Netz hängt, ist genau geregelt. Dazu kommen in vielen Hallen große Ballfangnetze hinter den Toren.
Tiefe und Maschen
Nach den Richtlinien für Spielflächen und Tore soll das Tornetz oben 0,9 Meter und unten 1,1 Meter hinter der Torlinie enden. [1] Für beide Maße gilt eine Toleranz von zehn Zentimetern. [1] Die Maschen sollen nicht größer als zehn mal zehn Zentimeter sein. [1] An Pfosten und Querlatte muss das Netz mindestens alle 20 Zentimeter befestigt sein. [1] So bleibt auch ein scharf geworfener Ball sicher im Tor.
Ein zweites Netz im Tor
Falls nötig darf im Tor hinter der Torlinie ein weiteres Netz angebracht werden. [1] Es ist also keine Pflicht, sondern eine Lösung für Tore, durch die Bälle sonst hindurchfliegen könnten. [1] Es soll etwa 70, mindestens aber 60 Zentimeter hinter der Torlinie hängen. [1] Tornetz und zusätzliches Netz dürfen so zusammengebunden werden, dass kein Ball zwischen beide gelangen kann. [1] Das verhindert, dass ein harter Wurf durch das Tor hindurchfliegt und hinten wieder herauskommt.
Nicht zu straff
Die gesetzliche Unfallversicherung warnt davor, Tornetze zu fest zu spannen. [2] Sonst prallen Bälle stark zurück und können Spieler verletzen, die nah am Tor stehen. [2] Bewährt haben sich versenkte Netzhaken aus verschleißfestem Kunststoff, an denen niemand hängen bleibt. [2] Wie das ganze Tor muss auch das Netz regelmäßig geprüft werden. [2] Ein locker hängendes, unbeschädigtes Netz ist also kein Zeichen von Nachlässigkeit, sondern gewollt.
Das große Netz hinter dem Tor
Neben dem Tornetz gibt es in vielen Hallen ein zweites, viel größeres Netz. Hinter dem Tor sollte mittig und etwa 1,5 Meter von der Torauslinie entfernt ein fünf Meter hohes Sicherheitsnetz von neun bis 14 Metern Länge hängen. [1] Es fängt Bälle ab, die das Tor verfehlen, und schützt Zuschauer und Wände. Das Berliner Planungshandbuch für Schulsporthallen sieht dafür hochziehbare Ballfangnetze von etwa acht Metern Länge und mindestens vier Metern Höhe vor. [3]
Ballfangnetze in der Schulhalle
Für diese Ballfangnetze nennt das Handbuch eine Maschenweite von 100 Millimetern, für Hockey 45 Millimeter. [3] Sie hängen an Halterungen mit etwa einem Meter Ausladung. [3] Die Anzeigetafel für Spielzeit und Ergebnis soll an einer Stirnwand außermittig und oberhalb des Ballfangnetzes hängen. [3] Galerien werden im Sportbetrieb mit schwarzen Ballfangnetzen gesichert, die für Zuschauer hochgezogen werden. [3]
Das Netz als Ziel
Im Schulsport wird das Netz gern Teil des Spiels. Das Schweizer Bundesamt für Sport schlägt vor, Signalhüte in die Torecken zu stellen oder ins Netz zu stecken, die dann getroffen werden müssen. [4] Mit Springseilen lassen sich Zonen im Tor abteilen, die unterschiedlich viele Punkte bringen. [4] Eine weitere Idee sind Medizinbälle in den unteren Torecken, die vom Kasten rollen müssen, damit der Treffer zählt. [4] So üben Kinder gezielte Würfe, auch ganz ohne Torhüter.
Weiche Bälle, heile Netze
Für Einsteiger beschreibt das Heft eine einfache Spielform mit weichem Ball auf Unihockeytore. [4] Weil der Ball weich und leicht ist, geht das Netz dieser kleinen Tore nicht kaputt. [4] Als Alternativen nennt es kleine Matten, einen Schwedenkasten oder ein mit Kreide an die Wand gezeichnetes Tor. [4] Ein echtes Handballtornetz braucht es für den Anfang also nicht.
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- DHB-Zusatzbestimmungen zu den internationalen Handballregeln (Stand 1. Juli 2025) Deutscher Handballbund
- Fußball, Handball, Hockey: Tore (Sporthalle) Sichere Schule (DGUV)
- Planungshandbuch Fachraum Sport (Stand August 2018) Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin
- Monatsthema 08/2012: Handball Bundesamt für Sport BASPO
Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.