Torlinie
Der acht Zentimeter breite Abschnitt der Torauslinie zwischen den beiden Torpfosten; ein Tor zählt erst, wenn der Ball sie vollständig überquert hat.
Die Torlinie ist der Teil der Torauslinie, der zwischen den beiden Torpfosten liegt. Die Regeln nennen die Breitseiten der Spielfläche Torauslinien, zwischen den Pfosten aber Torlinien. [1] Weil das Tor im Lichten drei Meter breit ist, ist auch die Torlinie drei Meter lang. [1] Mit acht Zentimetern ist sie die breiteste Linie des Spielfelds, alle anderen messen fünf Zentimeter. [1] An ihr entscheidet sich die wichtigste Frage des Spiels, nämlich Tor oder kein Tor. Ein Tor ist erzielt, wenn der Ball die Torlinie vollständig überquert hat. [1] In der Handball-Bundesliga helfen dabei seit der Saison 2025/26 Kameras im Tor. [2] Wer genau hinsieht, erkennt die Torlinie als dicken Strich am Boden zwischen den Pfosten.
Breit wie die Pfosten
Torpfosten und Querlatte sind quadratisch und acht Zentimeter stark. [1] Die hintere Seite der Pfosten muss mit der hinteren Seite der Torlinie eine Linie bilden. [1] Die Torlinie liegt also genau unter den Pfosten und ist so breit, wie diese tief sind. Die Vorderseite der Pfosten ragt dadurch drei Zentimeter über die schmalere Torauslinie hinaus. [1] Von vorn betrachtet bilden Pfosten, Latte und Linie einen geschlossenen Rahmen.
Vollständig über die Linie
Für einen Treffer reicht es nicht, dass der Ball die Linie berührt oder größtenteils dahinter ist. Er muss die Torlinie vollständig überquert haben. [1] Der Torschiedsrichter bestätigt den Treffer mit zwei kurzen Pfiffen und einem Handzeichen. [1] Haben Schiedsrichter, Zeitnehmer oder Delegierter das Spiel unterbrochen, bevor der Ball ganz hinter der Linie war, zählt das Tor nicht. [1] Hält ein Zuschauer oder ein Gegenstand den Ball auf, wird trotzdem auf Tor entschieden, wenn die Schiedsrichter überzeugt sind, dass er sonst ins Tor gegangen wäre. [1]
Maßstab für andere Linien
Die Torlinie ist auch der Bezugspunkt für die Abstände vor dem Tor. Die Torraumlinie liegt sechs Meter, die 7-m-Linie sieben Meter und die Torwartgrenzlinie vier Meter vor ihr. [1] Gemessen wird jeweils von der hinteren Kante der Torlinie zur vorderen Kante der anderen Linie. [1] Auch das Tornetz richtet sich nach ihr, es soll oben 0,9 Meter und unten 1,1 Meter hinter der Torlinie enden. [1] Ein zusätzliches Netz im Tor hängt etwa 70, mindestens aber 60 Zentimeter hinter der Linie. [1]
Kameras in der Bundesliga
In der Handball-Bundesliga stimmten die Clubs einstimmig für die Torlinientechnologie zur Saison 2025/26. [2] Sie kommt in allen Spielen zum Einsatz, wenn für die Schiedsrichter nicht eindeutig ist, ob der Ball mit vollem Durchmesser hinter der Torlinie war. [2] Dafür sitzen in jedem Tor zwei zusätzliche hochauflösende Kameras in den oberen Ecken. [2] Die Technik erweitert den Videobeweis, den die Liga seit der Saison 2023/24 nutzt. [2] Die letzte Entscheidung bleibt bei den Schiedsrichtern. [2]
Warum es die Technik braucht
Vor der Einführung half der Videobeweis bei Torlinienfragen nicht, weil keine Kameras im Tor und auf Höhe der Torlinie angebracht waren. [3] Bei den Final-Four-Turnieren um den DHB-Pokal war die Technik dagegen schon häufiger im Einsatz. [3] Neu angestoßen wurde die Debatte im Dezember 2024 durch das Spitzenspiel zwischen dem SC Magdeburg und den Füchsen Berlin. [3] Dort wurde ein Treffer nicht gegeben, weil die Schiedsrichter ohne Torlinienbilder eine Tatsachenentscheidung treffen mussten. [3] Solche Szenen sollen nun schnell aufgelöst werden. [2]
Magnetfeld statt Kamera
Kameras sind nicht der einzige Weg. Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen entwickelte mit GoalRef ein System, das ein schwaches Magnetfeld rund um das Tor erzeugt. [4] Spulen im Ball verändern dieses Feld, Antennen messen die Änderung und ein Rechner bestimmt daraus die Position des Balls. [4] Hat der Ball die Linie vollständig überquert, erhält der Schiedsrichter die Information zum Beispiel auf seiner Uhr. [4]
Zuerst im Handball erprobt
Bemerkenswert ist, dass GoalRef zuerst im Handball eingesetzt wurde. Nach Angaben des Instituts lief die Technik 2008 erstmals bei der Juniorinnen-Weltmeisterschaft in Mazedonien. [4] 2010 gab der Weltverband IHF sie für die Handball-Weltmeisterschaft frei. [4] Erst danach wurde sie für den Fußball weiterentwickelt und 2012 vom Fußball-Regelgremium IFAB zugelassen. [4] Im Vereinsalltag bleibt die Torlinie aber, was sie immer war, ein acht Zentimeter breiter Strich, auf den die Schiedsrichter genau schauen.
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- DHB-Zusatzbestimmungen zu den internationalen Handballregeln (Stand 1. Juli 2025) Deutscher Handballbund
- Zentrale Einführung der Torlinientechnologie zum Saisonstart 2025/26 Handball-Bundesliga (HBL)
- Fix: Handball-Bundesliga führt Torlinientechnik ein handball-world
- GoalRef Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS
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