Shootout
Auch: Shoot-out · Shoot Out · Penaltywerfen im Beachhandball
Die Spielentscheidung im Beachhandball, wenn jede Mannschaft einen Spielabschnitt gewonnen hat: Je fünf Spieler werfen abwechselnd nach einem Zuspiel des eigenen Torwarts auf das gegnerische Tor, gewonnen hat das Team mit mehr Punkten.
Shootout heißt im Beachhandball die Entscheidung eines Spiels, wenn jede Mannschaft einen Spielabschnitt gewonnen hat. Da stets ein Sieger zu ermitteln ist, wird nach den IHF-Regeln dann ein Shootout gespielt. [1] Fünf spielberechtigte Spieler jeder Mannschaft werfen abwechselnd, Sieger ist, wer nach fünf Würfen mehr Punkte erzielt hat. [1] Das Spiel endet dann 2:1 nach Sätzen. [3] Anders als beim Siebenmeterwerfen in der Halle wirft der Spieler nicht aus dem Stand, sondern nach einem Zuspiel aus dem Lauf. [1]
Ablauf einer Aktion
Beide Torhüter stehen zu Beginn mit mindestens einem Fuß auf ihrer Torlinie. [1] Der Werfer steht mit einem Fuß auf dem Kreuzungspunkt von Torraumlinie und Seitenlinie. [1] Nach dem Anpfiff spielt er den Ball zu seinem Torwart, ohne dass der Ball den Sand berührt. [1] Sobald der Ball seine Hand verlassen hat, dürfen sich beide Torhüter vorwärts bewegen. [1] Der eigene Torwart muss den Ball innerhalb von drei Sekunden direkt aufs gegnerische Tor werfen oder dem laufenden Mitspieler zuspielen, wieder ohne Sandkontakt. [1] Der Spieler fängt den Ball und versucht regelgerecht ein Tor zu erzielen, jede Regelwidrigkeit beendet die Aktion. [1]
Punkte und Torwart
Gezählt werden Punkte, nicht Tore. [1] Deshalb lohnt sich auch im Shootout ein Spin-Shot oder Inflight, der DHB nennt den Langpass auf eine solche Aktion ausdrücklich als Trainingsschwerpunkt. [2] Der werfende Torwart darf seinen Torraum nicht verlassen, kann aber direkt aufs gegnerische Tor werfen. [1] Diesen Coast-to-Coast-Direktwurf nennt der DHB als Alternative zum Pass. [2] Ist ein Torwart einer der fünf Werfer, gilt er in dieser Situation als Feldspieler. [1] Vereitelt der verteidigende Torwart ein Tor durch eine Regelwidrigkeit, gibt es einen Sechsmeter. [1]
Gleichstand nach fünf Würfen
Ist nach dem ersten Durchgang keine Entscheidung gefallen, werden die Seiten gewechselt, die Auswechselräume aber nicht. [1] Wieder werfen fünf Spieler abwechselnd, nun beginnt die andere Mannschaft. [1] Entschieden ist das Spiel, sobald eine Mannschaft bei gleicher Zahl von Versuchen führt. [1] Hat eine Mannschaft weniger als fünf Spieler, darf niemand zweimal werfen, sie hat dann weniger Versuche. [1] Alle Würfe werden mit demselben Ball ausgeführt, bei Wind oder tiefer Sonne dürfen die Schiedsrichter auf nur ein Tor spielen lassen. [1]
Im Nachwuchs
In den Nachwuchsformen Mini- und Ultimate-Beachhandball wird das Shootout mit angepassten Regeln in jedem Spiel gespielt. [2] Ab dem Aufbautraining 1 gelten nach dem DHB die internationalen Regeln, ein Shootout gibt es nur noch bei 1:1 nach Sätzen. [2] Eine Erweiterung bleibt: Der abwehrende Torhüter muss zu Beginn mit einem Fuß die Torraumlinie berühren. [2] Auf Pfiff darf er zurück ins Tor laufen oder offensiv agieren. [2]
Schwerpunkte im Training
Für den Passgeber nennt der DHB die winkelöffnende Laufbewegung und den Langpass als Schulungsschwerpunkte. [2] Beim Werfer geht es um Laufweg, Lauftempo und Laufrhythmus, vor allem aber um die Ballannahme im Nullkontakt als Vorbereitung auf Spin-Shot oder Ein-Punkt-Wurf. [2] Der abwehrende Torhüter lernt das offensive Blockspiel, immer absolut ohne Körperkontakt, denn er ist für die Gesundheit des Angreifers verantwortlich. [2] Ist ein Pass sehr lang, kann er ihn angreifen, bleibt der Werfer nach einem kurzen Pass weit vom Tor weg, ist die defensive Position erfolgversprechender. [2]
Nervenspiel bei den World Games
Bei den World Games 2025 in Chengdu gingen alle Spiele der deutschen Männer ins Shootout, auch alle drei K.-o.-Spiele. [4] Bundestrainer Marten Franke sagte, man habe intensiv an der mentalen Stärke gearbeitet. [4] Im Finale gegen Portugal gewann Portugal den ersten Satz 21:18, den zweiten sicherte Robin John in letzter Sekunde mit einem einfachen Treffer zum 19:18. [3] Im Shootout hatten beide Teams von den ersten vier Würfen drei verwandelt, Lennart Wörmann traf zum vierten Mal, dann parierte Torwart Moritz Ebert den letzten Wurf der Portugiesen. [3] Auch die Spiele um Bronze und Platz fünf endeten nach handball-world 2:1 im Shootout. [3]
Abgrenzung
Das Shootout entscheidet ein Beachhandballspiel, das Golden Goal nur einen einzelnen Abschnitt. Im Lexikon sind Beachhandball, Golden Goal, Siebenmeterwerfen und der Penalty im Kinderhandball eigens beschrieben.
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- Spielregeln für Beachhandball (gültig ab 1. April 2026) International Handball Federation
- Shootout, Aufbautraining 1, DHB-Beach-Rahmentrainingskonzeption DHB-Trainercenter
- Deutschlands Beachhandballer mit Gold bei World Games handball-world.news
- Beach Handball: A closer look at Germany’s Men’s The World Games triumph in Chengdu International World Games Association
Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.