Regelwidrigkeiten & Strafen

Schlagen

Eine Regelwidrigkeit, bei der ein Spieler dem Gegner den gefassten Ball aus der Hand schlägt oder ihn selbst schlägt; erlaubt ist nur, den Ball mit der offenen Hand herauszuspielen.

Schlagen ist im Handball in zwei Formen verboten, gegen den Ball in der Hand des Gegners und gegen den Gegner selbst. [1] Regel 8:2 untersagt, dem Gegner den Ball aus der Hand zu entreißen oder wegzuschlagen. [1] Ein starker Schlag gegen den Körper oder den Wurfarm wird nach Regel 8:4 direkt mit einer Hinausstellung bestraft. [1] Für das Vergehen haben die Schiedsrichter ein eigenes Handzeichen, die Nummer 5. [1] Erlaubt bleibt dagegen, dem Gegner den Ball mit der offenen Hand herauszuspielen. [1] Die Grenze zwischen beidem ist nach dem Schiedsrichterportal des Deutschen Handballbundes oft eine Frage der Bewegung. [2]

Der gefasste Ball

Ein Ball, den ein Spieler mit mindestens einer Hand gefasst hat, gilt als unter Kontrolle. [2] Der Gegner darf ihn dann mit der offenen Hand aus jeder Richtung wegspielen, ihn aber weder aus der Hand reißen noch wegschlagen. [2] Häufig versuchen Abwehrspieler, einem Angreifer den Ball herauszuschlagen, wenn er ihn in der Vorwärtsbewegung in Bauchhöhe mit beiden Händen hält. [2] Das ist regelwidrig und führt zu einem Freiwurf. [2] Progressiv bestraft wird es im Grundfall nicht, weil sich die Aktion gegen den Ball richtet, wird der Gegner gefährdet, kommt eine Strafe aber in Betracht. [2]

Beim Prellen

Prellt ein Angreifer den Ball, ist dieser jeweils für einen kurzen Moment frei in der Luft. [2] Diesen Moment darf ein Gegenspieler nutzen, um den Ball zu spielen, auch von der Seite oder von hinten. [2] Dabei darf er aber keine Regelwidrigkeit begehen, etwa einen Schlag auf den Arm. [2] Das Schiedsrichterportal zeigt einen Gegenstoß, bei dem ein Verteidiger von der Seite mit deutlicher Ausholbewegung von oben auf den Arm des prellenden Angreifers schlägt. [2] Obwohl der Angreifer die Körperkontrolle behält, ist das regelwidrig, die ballbesitzende Mannschaft erhält einen Freiwurf. [2]

Herausspielen im Wurfansatz

Den realistischsten Anwendungsfall für das erlaubte Herausspielen sieht das Schiedsrichterportal im Ansatz eines Wurfes. [2] Die Aktion muss dabei deutlich dem Ball gelten. [2] Der Abwehrspieler darf den Ball mit der offenen Hand nur berühren und gewissermaßen abstreifen, eine Schlagbewegung ist nicht erlaubt. [2] Ein gutes Kriterium ist die Flugbahn danach. Fliegt der Ball senkrecht nach oben oder zurück in Richtung Spielfeld, spricht das für ein korrektes Herausspielen. [2] Ein Kontakt zu Wurfhand oder Wurfarm soll dabei ausbleiben. [2] Ein Schlag gegen den Wurfarm ist ausdrücklich verboten. [1]

Freie Bälle

Um einen freien Ball, etwa nach einem Abpraller vom Block oder vom Tor, dürfen Spieler beider Mannschaften in beliebiger Weise kämpfen, springend, fallend oder liegend. [2] Voraussetzung ist, dass sie den Torraum nicht berühren und den Gegner nicht regelwidrig behindern oder gefährden. [2] Hält ein Spieler im Kampf um den freien Ball den Arm des Gegners fest oder schlägt darauf, gibt es Freiwurf gegen ihn. [2] Gefährlich sind auch das Festhalten eines Beines und das Hineinspringen in einen Gegner, der den Ball aufnehmen will. [2]

Schläge gegen den Körper

Zielt ein Schlag auf den Körper, wird es ernst. Ein starker Schlag gegen Körper oder Wurfarm und Vergehen gegen Kopf, Hals oder Nacken werden direkt mit einer Hinausstellung geahndet. [1] Eine besonders aggressive Aktion gegen Gesicht, Hals oder Nacken führt zur Disqualifikation. [1] Stufen die Schiedsrichter eine Aktion als besonders rücksichtslos, gefährlich, vorsätzlich oder arglistig ein, reichen sie außerdem einen schriftlichen Bericht ein. [1] Das gilt etwa für eine vorsätzliche Aktion ohne jeden Bezug zum Spiel. [1]

Hinter dem Rücken der Schiedsrichter

Die Schweizer Regelfragen schildern einen Spieler, der seinem Gegner abseits des Spielgeschehens mit der Faust ins Gesicht schlägt, ohne dass die Schiedsrichter es sehen. [3] Bei solchen besonders groben Unsportlichkeiten darf der Delegierte die Schiedsrichter informieren, die den Spieler dann disqualifizieren. [3] Hat nur der Zeitnehmer den Vorfall gesehen, darf er die Schiedsrichter in der nächsten Unterbrechung informieren. [3] Eine Strafe im Spiel ist dann nicht möglich, die Schiedsrichter müssen aber einen Bericht schreiben, damit die Rechtsinstanzen den Fall untersuchen können. [3]

Kopf und Gesicht

Wie gefährlich Treffer am Kopf sind, zeigt der Sportreport 2025 der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft. Für die erste und zweite Handball-Bundesliga wurden 357 Verletzungsszenen per Video ausgewertet. [4] Kopfverletzungen hatten dabei mit 72,2 Prozent den höchsten Anteil an direkten Kontaktverletzungen. [4] Rund die Hälfte aller Kopfverletzungen ging mit einem Foulspiel einher, jede fünfte mit einem Foul des Verletzten selbst. [4]

Auf einen Blick

Regel
8:2a, starker Schlag 8:4d
Handzeichen
Nr. 5
Erlaubt
Ball mit offener Hand herausspielen

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. DHB-Zusatzbestimmungen zu den internationalen Handballregeln (Stand 1. Juli 2025) Deutscher Handballbund
  2. Wie darf der Ball dem Gegenspieler weggespielt werden? DHB-Schiedsrichterportal
  3. Regelfragen 1 bis 98 (September 2020) Schweizerischer Handball-Verband
  4. VBG-Sportreport 2025: Analyse des Verletzungsgeschehens Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG)

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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