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Positionen & Rollen

Linkshänder im Handball

Auch: Linkshänder

Spieler, die mit der linken Hand werfen; sie sind im Handball begehrt, weil sie auf der rechten Angriffsseite einen besseren Wurfwinkel haben, und besetzen dort meist Rückraum rechts und Rechtsaußen.

Linkshänder sind im Handball Spieler, die mit der linken Hand werfen. Sie sind gesucht, weil ihr Wurfarm auf der rechten Angriffsseite zur Spielfeldmitte zeigt und der Winkel zum Tor dadurch größer bleibt. Nach dem DHB-Trainercenter werden Linkshänder schon ab der C-Jugend meist auf Rückraum rechts oder Rechtsaußen eingesetzt. [2] Für einen geordneten Spielaufbau und einen flüssigen Ballumlauf braucht eine Mannschaft mindestens zwei Linkshänder auf dem Feld. [1] Weil auch sie ausgewechselt werden, umfasst ein Kader in der Regel mindestens vier. [1] Das ist rund ein Viertel einer Mannschaft, obwohl in Frankreich nur etwa zehn Prozent der Bevölkerung Linkshänder sind. [1] Bei der Europameisterschaft 2024 trafen Linkshänder auf den Außen- und Halbpositionen häufiger als Rechtshänder. [3]

Die rechte Seite

Im modernen Handball spielen Linkshänder im Angriff bevorzugt auf der rechten Seite und in der Abwehr auf der linken. [3] Trainer setzen sie wegen ihrer anderen Bewegungsmuster außerdem gern im mittleren Rückraum ein. [3] Auf der linken Seite hätte ein Linkshänder dagegen den Wurfarm an der Seitenlinie. Für ihn bliebe dort nur ein deutlich spitzerer Winkel. Spiegelbildlich besetzen deshalb fast immer Rechtshänder die linke Angriffsseite.

Treffsicherheit

Eine Studie zur Europameisterschaft 2024 in Deutschland wertete 5.710 Würfe aus 65 Spielen aus. [3] Erfasst wurden 238 Spieler auf Außen- und Halbpositionen, 112 Linkshänder und 126 Rechtshänder. [3] Die Linkshänder trafen mit 63,08 Prozent häufiger als die Rechtshänder mit 57,86 Prozent. [3] Die Rechtshänder warfen dafür mehr Bälle und erzielten insgesamt mehr Tore. [3] Ihre Würfe waren mit 101,38 Kilometern pro Stunde zudem etwas schneller als die der Linkshänder mit 99,36. [3]

Leichter in den Kader

Eine französische Untersuchung an 74 Jungen einer Elite-Akademie, im Schnitt 13,9 Jahre alt, verglich Links- und Rechtshänder auf gleichen Positionen. [1] Die Rechtshänder waren tendenziell größer, schneller und sprangen höher. [1] Die Autoren folgern, dass Linkshänder für die Aufnahme in eine Akademie körperlich nicht ganz so stark sein müssen. [1] Trainer hätten bei Rechtshändern schlicht mehr Auswahl und wählten deshalb die mit den besten Positionswerten aus. [1]

Was Trainer daraus machen

Für Rechtshänder empfehlen die Autoren, bei der Auswahl die Technik in den Vordergrund zu stellen. [1] Bei Linkshändern sollen Trainer dagegen das gesamte Profil sehen und Körpermaße und Athletik nicht übersehen. [1] Beides lasse sich mit Kraft- und Sprungtraining noch verbessern. [1] Einen direkten Zusammenhang zwischen Sprungkraft und Wurferfolg fanden die Autoren übrigens nicht. [1]

Körpermaße an der Spitze

Auch im Spitzenhandball sind die Spieler der rechten Seite im Schnitt kleiner und leichter. [4] Bei der Europameisterschaft 2022 maßen die Spieler auf Rückraum rechts 192,7 Zentimeter, die auf Rückraum links 195,5 Zentimeter. [4] Rechtsaußen waren mit 186,4 Zentimetern und 83,6 Kilogramm die kleinsten Feldspieler, Linksaußen brachten es auf 189,0 Zentimeter. [4] Erfasst wurden 180 Spieler der acht bestplatzierten Mannschaften. [4] Die Studie unterscheidet zwar nach Positionen und nicht nach Händigkeit, das Muster passt aber zu den Befunden aus der Nachwuchsauswahl.

Nicht zu früh festlegen

Trotz der klaren Vorliebe warnt das DHB-Trainercenter davor, Linkshänder im Training auf eine einzige Position zu beschränken. [2] Im Grundlagentraining sollen alle Spieler Kenntnisse auf sämtlichen Spielpositionen erwerben. [2] Positionsübergreifende Inhalte werden dazu um positionsspezifische ergänzt, ohne jemanden endgültig festzulegen. [2] Ziel ist, dass die Spieler die Aufgaben verschiedener Positionen bewältigen können und auch wollen. [2]

Vorteil im Kopf

In der Bevölkerung sind etwa 10 bis 12 Prozent Linkshänder, in Sportarten mit direktem Gegnerbezug sind sie überdurchschnittlich häufig. [3] Als Erklärung nennen Forscher Unterschiede bei seitenbetonten Vorgängen im Gehirn, etwa bei räumlicher Orientierung und Aufmerksamkeit. [3] Hinzu kommt nach den Autoren ein Gewöhnungseffekt: Abwehrspieler sind vor allem an Rechtshänder gewöhnt, Situationen gegen Linkshänder sind für sie ungewohnter. [3]

Auf einen Blick

Linkshänder auf dem Feld
mindestens 2, im Kader meist mindestens 4
Anteil in der Bevölkerung
rund 10 % (Frankreich), 10 bis 12 % allgemein
Trefferquote EM 2024
Linkshänder 63,08 %, Rechtshänder 57,86 %

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Anthropometric and physical performance requirements to be selected in elite handball academies: is being left-handed an advantage? Sport Performance & Science Reports
  2. Alle Ziele auf einen Blick (Grundlagentraining) DHB-Trainercenter, Deutscher Handballbund
  3. Who Shoots Better: Are Left-Handers at an Advantage? Journal of Functional Morphology and Kinesiology, über PubMed Central
  4. Worst-case scenario analysis of physical demands in elite men handball players by playing position through big data analytics Biology of Sport

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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