Grundtechniken: Fangen, Passen, Prellen & Täuschen

Kreisanspiel

Auch: Anspiel an den Kreis

Der Pass an den Kreisläufer, der zwischen oder hinter den Abwehrspielern an der Torraumlinie steht; gelingt er, folgt meist ein Wurf aus kürzester Distanz mit sehr hoher Trefferquote.

Kreisanspiel heißt der Pass an den Kreisläufer, der an der Torraumlinie zwischen oder hinter den Abwehrspielern steht. Für die angreifende Mannschaft ist er eine der gefährlichsten Lösungen, denn nach einem gelungenen Anspiel wirft der Kreisläufer aus wenigen Metern. In der Handball-Bundesliga trafen Würfe von der Kreismitte zu 83 Prozent. [3] Für die Abwehr gilt umgekehrt, den Kreisläufer vor sich zu halten und das Anspiel zu verhindern. [2] Passgeber sind meist die Rückraumspieler, oft nachdem der Kreisläufer eine Sperre gestellt hat. [2] Auch Außenspieler spielen den Kreis an, häufig mit Pässen über den Torraum. [1] Das Anspiel verlangt genaues Timing, weil der Kreisläufer meist nur für einen Moment frei ist.

Wie der Kreis frei wird

handballtraining.de beschreibt ein typisches Muster gegen eine aktive 6:0-Abwehr. [2] Der Kreisläufer stellt an der Innenseite eines Halbverteidigers eine Sperre, während ein Innenverteidiger gegen den Rückraumspieler heraustritt. [2] Er hält die Sperre, bis der Pass zur Mitte gespielt ist, und läuft dann dem Ball nach. [2] Der Spieler auf Rückraum Mitte entscheidet, ob ein Anspiel an den Kreis möglich ist, wenn ihm ein Verteidiger entgegentritt. [2] So nutzt der Angriff die Räume, die durch die offensivere Abwehrarbeit entstehen. [2]

Was der Kreisläufer können muss

Das DHB-Trainercenter nennt für Kreisspieler die einhändige Ballannahme unter Gegnerdruck als zentrale Technik. [1] Dazu gehört die Annahme von Pässen der Außenspieler, die über den Torraum gespielt werden. [1] Auch die Ballannahme im Sprung über dem Torraum wird gezielt geübt. [1] Für den Abschluss braucht der Kreisspieler Wurfvarianten, die dem ständigen Druck der Verteidiger standhalten. [1] Er soll außerdem erkennen, welche Angriffsmittel gegen einzelne Abwehrspieler wirken, und sie bei den Mitspielern einfordern. [1]

Die Trefferquote

handballytics wertete über 75.000 Würfe aus drei Spielzeiten der Handball-Bundesliga nach dem Wurfort aus. [3] Würfe von der Kreismitte machten 7,1 Prozent aller Würfe aus und trafen zu 83 Prozent. [3] Vom Kreis links lag die Quote bei 77, vom Kreis rechts bei 76 Prozent. [3] Zum Vergleich trafen Würfe aus neun Metern Mitte nur zu 43 Prozent. [3] Ein Kreisanspiel, das zu einem Wurf führt, ist also fast doppelt so viel wert wie ein Fernwurf. [3]

Die Abwehr dagegen

Für die Abwehr ist es nach handballtraining.de zwingend, den Kreisläufer vor sich zu halten. [2] Sperren an der Innenseite der Abwehrspieler sollen vermieden oder umlaufen werden. [2] Der Kreisläufer darf nicht ungehindert im freien Raum an der Sechs-Meter-Linie dem Ball nachlaufen. [2] Im Schulsport übt das Bundesamt für Sport dazu das sogenannte Anstechen. [4] Die Verteidigerinnen schieben schnell vor und zurück und verhindern so einen Pass an den Kreis. [4]

Üben in der Schule

In der Übung des Bundesamts für Sport spielen drei Angreiferinnen gegen zwei Verteidigerinnen, eine Angreiferin steht am Kreis. [4] Berührt eine Verteidigerin die Ballführerin vor der Freiwurflinie, darf diese kein Tor mehr erzielen. [4] Als Variante zählt ein Anspiel an den Kreis einen Punkt. [4] So lernen Angreifer, den Kreis zu suchen, und Verteidiger, ihn abzuschirmen. [4]

Passformen

Für das Kreisanspiel eignen sich verschiedene Passarten. Gegen hoch erhobene Abwehrarme ist der Bodenpass beliebt, gegen eine tiefe Abwehr der Pass im Bogen über die Arme. Aus dem Sprung kann ein Rückraumspieler über die Abwehr hinweg zuspielen, während die Abwehr einen Wurf erwartet. Kurze Rückhand- oder Handgelenkspässe helfen, wenn der Kreisläufer ganz nah steht.

Regeln am Kreis

Der Kreisläufer darf den Torraum nicht betreten, auch nicht, um einen Pass anzunehmen. Den Luftraum über dem Torraum darf er im Sprung nutzen, wenn er den Ball vor der Landung abspielt oder wirft. Ein Pass, der im Torraum liegen bleibt, gehört dem Torwart. Wer ins Kreisanspiel geht, muss diese Grenzen deshalb immer im Blick haben.

Auf einen Blick

Trefferquote Kreis Mitte (Handball-Bundesliga)
83 %, 7,1 % aller Würfe
Kreis links und rechts
77 % und 76 %
Häufige Passgeber
Rückraum Mitte, Halbspieler, Außen über den Torraum

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Positionsspezifisches Angriffsspiel (Aufbautraining 2) DHB-Trainercenter, Deutscher Handballbund
  2. Abwehrsystem: Die 6:0 Abwehr, Verteidigen im Innenblock handballtraining.de
  3. Expected Goals: Wurfeffizienz handballytics
  4. mobile 5/06: Handball, rassiges Hin und Her Bundesamt für Sport BASPO

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

Alle Handball-Begriffe