Spielformen & Varianten

Inklusionshandball

Auch: Special Handball · Unified Handball · Inklusionsliga · Freiwurf-Liga

Handball für Menschen mit Behinderung, vor allem mit geistiger Beeinträchtigung, allein in Traditional-Teams oder gemeinsam mit Partnern ohne Behinderung in Unified-Teams; in Hamburg spielt seit 2013 die erste vom DHB anerkannte inklusive Liga.

Inklusionshandball heißt Handball, in dem Menschen mit Behinderung ihren Sport finden, oft gemeinsam mit Menschen ohne Behinderung. Special Olympics Deutschland bietet im Handball zwei Disziplinen an: den traditionellen Teamwettbewerb, in dem Athleten gegeneinander antreten, und den Unified-Wettbewerb, in dem Athleten mit Partnern gemeinsam spielen. [3] In Hamburg startete im September 2013 die bundesweit erste Handball-Unified-Liga. [1] Sie ist nach einem Bericht von Szene Hamburg vom DHB als inklusive Liga im regulären Spielbetrieb anerkannt. [2]

Traditional und Unified

Gespielt wird bei Special Olympics nach den bekannten Grundregeln: zwei Mannschaften mit je sechs Feldspielern und einem Torwart, drei Schritte, drei Sekunden. [3] In Traditional-Teams spielen ausschließlich Athleten mit geistiger Beeinträchtigung, in Unified-Teams spielen Athleten und Partner ohne Beeinträchtigung zusammen. [3] [4] Beim Hamburger Modell ist die Zahl der Partner begrenzt: Pro Mannschaft dürfen nur zwei Spieler ohne geistige Behinderung eingesetzt werden, die sogenannten Unified-Partner. [1]

Die Freiwurf-Hamburg-Liga

Die Liga entstand in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Handball-Verband und startete mit vier Vereinen: AMTV, SV Eidelstedt, Elmshorner HT und FC St. Pauli. [1] Seitdem treten jedes Jahr bis zu acht Teams aus Hamburger Sportvereinen an, mit offiziellem Schiedsgericht, festen Hallenzeiten und Ergebniserfassung wie in jeder anderen Liga. [2] Gemeinsam mit dem DHB wurden Regelergänzungen entwickelt, die bundesweit gelten. [2] Der Hamburger Verband sprach bei der Gründung von einer Win-win-Situation für alle Seiten. [1]

Sonderregeln

Eine Trennung nach Alter oder Geschlecht gibt es in der Hamburger Liga nicht, Männer und Frauen spielen ebenso zusammen wie Erwachsene und Jugendliche. [1] Spielausweise werden nicht benötigt. [1] Die bekannteste Besonderheit ist die Vier-Tore-Regel: Jeder Spieler darf in einem Spiel höchstens vier Tore werfen, jedes weitere wird als Abwurf gewertet. [1] Die Regel soll ein ausgeglichenes Spiel ermöglichen und helfen, alle Spieler einzubinden. [1]

Freiwurf Hamburg

Träger der Liga ist die Initiative Freiwurf Hamburg, die 2010 als Idee einiger handballbegeisterter Trainer begann. [2] Sie versteht sich als Knotenpunkt für inklusiven Handball in der Stadt, unter ihrem Dach haben mehrere Hamburger Vereine inklusive Teams aufgebaut. [2] Forschungsgruppen der Universität Hamburg begleiteten das Modell über Jahre, mehr als 30 wissenschaftliche Arbeiten befassen sich damit. [2] Gründer Martin Wild beschreibt das Ziel so: Jeder, der Handball spielen will, soll dafür auch eine Plattform bekommen. [2] 2021 gründete der Verein mit den Freibeutern zudem ein Rollstuhlhandball-Team, in dem Erwachsene zwischen 20 und 60 Jahren trainieren, die Sportrollstühle werden gestellt. [2]

Nationale Spiele 2026

Bei den Nationalen Spielen Saarland 2026 von Special Olympics Deutschland waren mehr als 4.000 Athletinnen und Athleten in über 20 Sportarten am Start. [4] Der HVNB nennt die Spiele das größte Multisport-Event Deutschlands für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung. [4] Zwei Teams des SV Werder Bremen, die sonst in der Inklusionsliga des HVNB spielen, traten im Unified-Wettbewerb an. [4] Eine Mannschaft gewann Silber, die zweite wurde Vierte ihrer Leistungsgruppe. [4]

Haltung

Bei einem Spieltag 2013 beobachtete der DHB, wie beide Teams nach dem Abpfiff an der Mittellinie einen Kreis bildeten und sich mit einem gemeinsamen Schlachtruf verabschiedeten. [1] Die Spieler definierten sich über ihre Sportart und nicht über ihre Behinderung, sagte die frühere Zweitligaspielerin Katharina Pohle. [1] Der DHB kündigte damals an, sich der Inklusion stärker zu öffnen und Projekte wie die Hamburger Liga zu fördern. [1] Freiwurf Hamburg erhielt unter anderem einen Sonderpreis bei startsocial und wurde vom Hamburger Senat als Wegbereiter der Inklusion geehrt. [2]

Abgrenzung

Inklusionshandball wird in der Halle zu Fuß gespielt, Rollstuhlhandball im Sportrollstuhl nach eigenen IHF-Regeln. Im Lexikon sind Rollstuhlhandball, Freizeithandball, Walking Handball und gemischte Mannschaften eigens beschrieben.

Auf einen Blick

Formen
Traditional und Unified bei Special Olympics
Erste Liga
Freiwurf-Hamburg-Liga seit September 2013
Sonderregel
höchstens vier Tore pro Spieler und Spiel

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Mittendrin statt nebenbei: Erste Handball-Unified-Liga entwickelt sich zu einem vollen Erfolg Deutscher Handballbund
  2. Freiwurf Hamburg: Knotenpunkt für inklusiven Handball Szene Hamburg
  3. Handball Special Olympics Hamburg
  4. HVNB-Inklusions-Teams bei den Nationalen Spielen im Saarland vertreten Handballverband Niedersachsen-Bremen

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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