Freundschaftsspiel und Turnier
Auch: Testspiel · Vorbereitungsturnier · Spielfest
Spiele ohne Meisterschaftscharakter, etwa zur Vorbereitung, sowie Wettbewerbe mit mehreren Mannschaften an einem Tag; sie müssen dem Verband angezeigt werden, und die Mannschaften dürfen Spielzeit, Feldgröße und Spielerzahl abweichend vereinbaren.
Freundschaftsspiel heißt ein Spiel ohne Meisterschaftscharakter, im Sprachgebrauch oft Testspiel. Nach § 73 der DHB-Spielordnung muss der Veranstalter es dem zuständigen Verband anzeigen. [1] Die Mannschaften dürfen dabei abweichende Vereinbarungen zu Spielzeit, Feldgröße und Spielerzahl treffen, die im Spielbericht eingetragen werden. [1] Ein Turnier verbindet mehrere Spiele mehrerer Mannschaften an einem Tag, als Vorbereitung, als Wettbewerb oder im Kinderhandball als Spielfest. [3] Auch Meisterschafts- und Pokalspiele können nach § 54 in Turnierform stattfinden. [1] Der Hamburger Handball-Verband verlangt für Turniere mit höherklassigen Mannschaften frühzeitig angeforderte Schiedsrichter. [2] In der Jugend werden Turniere in Schleswig-Holstein eigens abgerechnet. [4]
Wer mitspielen darf
An Freundschaftsspielen eines Vereins dürfen nach § 73 nur Spieler teilnehmen, die für diesen Verein spielberechtigt sind. [1] Haben sie ein zusätzliches Spielrecht für einen anderen Verein, dürfen sie auch in dessen Rahmen mitspielen. [1] Für Gastspieler ist eine Genehmigung des Verbands nötig, dem der antragstellende Verein angehört. [1] Der Antrag mit dem Einverständnis des Stammvereins soll grundsätzlich zehn Tage vor der Veranstaltung vorliegen. [1] Die Wartefrist nach einem Vereinswechsel gilt nach § 26 nicht für Freundschaftsspiele. [1]
Regeln in Hamburg
Der Hamburger Handball-Verband verlangt in seinen Durchführungsbestimmungen, dass Turniere und Freundschaftsspiele grundsätzlich angezeigt werden. [2] Sind Mannschaften der Bundesligen oder der 3. Liga beteiligt, ist das zwingend. [2] Bei Beteiligung von Teams von der Bundesliga bis zur Regionalliga müssen Schiedsrichter spätestens 14 Tage vorher angefordert werden. [2] Spiele gegen ausländische Mannschaften brauchen eine Genehmigung für den internationalen Spielverkehr. [2] Auch Schiedsrichter müssen solche Spielleitungen 14 Tage vorher anmelden. [2]
Turnierform in Meisterschaft und Jugend
Wird eine Meisterschaft oder ein Pokal in Turnierform gespielt, müssen nach § 54 Spielzeit, Mannschaftszahl, Finanzen und Einspruchsfristen vor der Saison festgelegt sein. [1] Ein Turnierspiel gilt beim Spielrecht als ein Spiel. [1] In Hamburg spielen die Minis grundsätzlich in Turnierform, die Jugend D und E wahlweise mit zweimal 20 Minuten oder in Turnierform. [2] Der HVSH zahlt Schiedsrichtern für Jugendturniere mit drei Spielen 50 Euro, mit vier bis sechs Spielen 70 Euro. [4] Entscheidungsspiele zwischen drei Mannschaften trägt er an neutralem Ort als Turnier mit zweimal 20 Minuten aus. [4]
Spielfeste im Kinderhandball
Die Jüngsten lernen Handball nach dem DHB-Trainercenter im Rahmen von Spielfesten beim Minihandball, gespielt wird vier plus eins auf kleinem Feld. [3] In dieser Stufe soll vor allem Spaß an Bewegung und Spiel entstehen. [3] Pädagogische Prinzipien sind dabei deutlich wichtiger als taktische Vorgaben. [3] Turniere mit vielen kurzen Spielen passen dazu besser als lange Einzelspiele.
Besondere Spielformen
Nach § 75 der Spielordnung dürfen DHB und Verbände Spiele eigener Art veranstalten, bei denen Regeln und Ordnungen nur teilweise gelten. [1] Genannt werden etwa Beachhandball, Spielfeste, Breitensportveranstaltungen, Traditionsspiele, Oldie-Masters und Spiele mit gemischten Mannschaften. [1] Vereine brauchen dafür die vorherige Genehmigung des Landesverbands, und der Veranstalter muss den Unfallversicherungsschutz klären. [1]
Spiele gegen ausländische Teams
Testspiele gegen Mannschaften aus dem Ausland gelten nach § 5 der Spielordnung als internationale Spiele. [1] Anträge auf Genehmigung sind nach § 7 beim zuständigen Verband einzureichen, für die Genehmigung kann eine Gebühr erhoben werden. [1] Jugendspiele sind davon befreit. [1] Für Spiele im kleinen Grenzverkehr kann der Landesverband allgemeine Genehmigungen erteilen, wenn beide Vereine höchstens 50 Kilometer Luftlinie von der Grenze entfernt sitzen. [1] Spielleitende Stelle für Freundschaftsspiele ist nach § 74 die unterste zuständige Verwaltungsinstanz des ausrichtenden Vereins. [1] Freundschaftsspiele dienen der Vorbereitung, dem Test neuer Spieler und Systeme oder der Geselligkeit.
Abgrenzung
Freundschaftsspiele zählen nicht für die Tabelle, Turniere nur, wenn sie als Meisterschaft ausgeschrieben sind. Im Lexikon sind Meisterschaftsspiel, Pokal und Spielberechtigung eigens beschrieben.
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- DHB-Spielordnung (Stand 1. Juli 2025) Deutscher Handballbund
- Durchführungsbestimmungen Saison 2025/26 Hamburger Handball-Verband
- Alle Ziele auf einen Blick (Basisschulung) DHB-Trainercenter, Deutscher Handballbund
- Durchführungsbestimmungen Saison 2025/2026 Handballverband Schleswig-Holstein
Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.