Regeln: Spielen des Balles & Torraum

Drei-Sekunden-Regel

Auch: Zeitfehler

Die Regel, nach der ein Spieler den Ball höchstens drei Sekunden halten darf, auch wenn er auf dem Boden liegt; wer länger hält, begeht einen Zeitfehler, und der Gegner bekommt einen Freiwurf.

Die Drei-Sekunden-Regel sorgt dafür, dass der Ball im Handball ständig in Bewegung bleibt. Ein Spieler darf den Ball höchstens drei Sekunden halten, auch wenn der Ball auf dem Boden liegt. [1] Hält er ihn länger, begeht er einen Zeitfehler, und der Gegner bekommt einen Freiwurf. [1] Zusammen mit der Schrittregel zwingt sie Spieler dazu, schnell zu entscheiden, ob sie werfen, passen oder prellen. Wer prellt, setzt die Uhr für sich gewissermaßen zurück, denn während des Prellens hält er den Ball nicht. Sie gehört auch zu den einfachen Spielregeln, die schon im Schulsport gelten. [2]

Was die Regel sagt

Die Spielregeln erlauben es, den Ball maximal drei Sekunden zu halten. [1] Das gilt ausdrücklich auch, wenn der Ball auf dem Boden liegt und ein Spieler ihn dort festhält. [1] Ein Verstoß führt zu einem Freiwurf für die andere Mannschaft. [1] Die Schiedsrichter zeigen Schrittfehler und Zeitfehler mit demselben Handzeichen an. [1] Rufe von Tribünen oder Bänken nach Zeitspiel meinen dagegen meist etwas anderes, nämlich die Dauer eines ganzen Angriffs. [3]

Drei Sekunden nach dem Prellen

Besonders wichtig ist die Regel nach dem Prellen. Ein Spieler darf den Ball einmal tippen und wieder fangen oder wiederholt mit einer Hand prellen. [1] Sobald er den Ball danach mit einer Hand oder beiden Händen fasst, muss er ihn innerhalb von drei Sekunden oder nach höchstens drei Schritten abspielen. [1] Ein erneutes Prellen ist dann nicht mehr erlaubt, erst wenn der Ball einen anderen Spieler oder das Tor berührt hat. [1] Wer den Ball nach dem Prellen festhält, hat also nicht viel Zeit.

Bei formellen Würfen

Auch bei formellen Würfen spielt die Zeit eine Rolle. Der 7-m-Wurf muss nach dem Pfiff des Feldschiedsrichters innerhalb von drei Sekunden als Torwurf ausgeführt werden. [1] Der Anwurf ist ebenfalls innerhalb von drei Sekunden nach dem Anpfiff auszuführen, egal ob von der Mittellinie oder aus der Anwurfzone. [1] Bei angepfiffenen Würfen werden Fehler grundsätzlich geahndet, etwa wenn der Werfer den Ball länger als drei Sekunden hält. [1] Die andere Mannschaft erhält dann einen Freiwurf am Ort des Vergehens. [1]

Kein Zeitspiel im Angriff

Die Drei-Sekunden-Regel betrifft nur das Halten des Balles durch einen einzelnen Spieler. Für einen ganzen Angriff gibt es dagegen keine feste Zeitgrenze. [3] Der Schiedsrichter-Lehrwart des Deutschen Handballbunds nennt den Begriff Zeitspiel deshalb irreführend. [3] Ob ein Angriff zu lange dauert, hängt nicht von 30, 40 oder 50 Sekunden ab, sondern davon, ob die Mannschaft aktiv ein Tor anstrebt. [3] Darum kümmert sich die Regel zum passiven Spiel.

Wie lange ein Angriff dauert

Wie viel Zeit in einem Angriff tatsächlich vergeht, zeigt die Statistik der Handball-Bundesliga. Der Meister SC Magdeburg brauchte in der Saison 2025/26 im Schnitt 34,3 Sekunden für einen Angriff. [4] Er kam damit auf nur 51,4 Ballbesitze pro Spiel, einen der niedrigsten Werte der Liga. [4] In einem solchen Angriff wechselt der Ball viele Male die Hände, und kein Spieler darf ihn länger als drei Sekunden halten. [1] Die Regel hält das Spiel also auch in langen Angriffen in Bewegung.

In der Schule

Im Schulsport wird die Regel lockerer gehandhabt. Das Handball-ABC des Schweizer Bundesamts für Sport nennt sie zwar, der Ball darf höchstens drei Sekunden gehalten werden. [2] Für die Schule sei die Regel aber weniger wichtig und solle nicht allzu streng gehandhabt werden. [2] Zu den einfachen Spielregeln für den Unterricht zählt das Heft die Drei-Schritt-Regel und die Drei-Sekunden-Regel. [2] Außerdem wird Handball dort körperlos gespielt, wer trotzdem hält, wird verwarnt. [2]

Tipps für Spieler

Wer die Regel kennt, kann die erlaubte Zeit bewusst nutzen. Nach dem Fangen darf ein Spieler den Ball bis zu drei Sekunden halten und sich höchstens drei Schritte mit ihm bewegen. [1] Danach kann er prellen und den Ball erneut fassen, dann bleiben ihm noch einmal drei Sekunden oder drei Schritte bis zum Abspiel. [1] Auch kniend, sitzend oder liegend darf er den Ball weiterspielen. [1] Den Ball von einer Hand in die andere zu führen, ist ebenfalls erlaubt. [1] Die drei Sekunden sind also kein Hindernis, sondern ein klarer Rahmen für jede Entscheidung.

Auf einen Blick

Dauer
höchstens 3 Sekunden
Gilt auch
für einen am Boden festgehaltenen Ball
Strafe
Freiwurf für den Gegner

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. DHB-Zusatzbestimmungen zu den internationalen Handballregeln (Stand 1. Juli 2025) Deutscher Handballbund
  2. Monatsthema 08/2012: Handball Bundesamt für Sport BASPO
  3. 7 populäre Regelirrtümer: Die Doppelbestrafung gibt es nicht handball-world
  4. ÜberZahl, die Zahlenkolumne: Warum der SC Magdeburg Deutscher Meister wurde Handball-Bundesliga

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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