Blutregel
Die Regel, nach der ein blutender Spieler das Feld sofort über einen regulären Wechsel verlassen muss; zurück darf er erst, wenn die Blutung gestillt, die Wunde abgedeckt und Körper und Kleidung gereinigt sind.
Die Blutregel legt fest, was passiert, wenn ein Spieler blutet. Blutet ein Spieler oder hat er Blut am Körper oder an der Spielkleidung, muss er die Spielfläche umgehend und von sich aus verlassen. [1] Das geschieht über einen regulären Wechsel. [1] Zurück darf er erst, wenn die Blutung gestoppt, die Wunde abgedeckt und Körper und Spielkleidung gereinigt sind. [1] Die Regel schützt den Spieler selbst, aber auch Mit- und Gegenspieler, die sonst mit fremdem Blut in Kontakt kämen. Bei Verletzungen ersetzt dieser Text keine ärztliche Untersuchung, er erklärt nur die Spielregel und einfache Erste Hilfe.
Von sich aus raus
Das Besondere an der Blutregel ist, dass der Spieler nicht auf eine Aufforderung warten soll. Er muss das Feld von sich aus und durch einen regulären Wechsel verlassen. [1] Folgt ein Spieler den Anweisungen der Schiedsrichter in diesem Zusammenhang nicht, macht er sich unsportlichen Verhaltens schuldig. [1] Dafür gibt es eine progressive Strafe, also Verwarnung und bei Wiederholung Hinausstellung. [1] Für das Bluten selbst gibt es dagegen keine Strafe, es geht allein um die Sicherheit.
Erst sauber, dann zurück
Bevor der Spieler wieder mitspielen darf, müssen drei Dinge erledigt sein. Die Blutung muss gestoppt, die Wunde abgedeckt und Körper und Spielkleidung müssen gereinigt sein. [1] Ist das Trikot stark verschmutzt, hilft oft nur ein frisches. Trägt das Ersatztrikot eine andere Nummer, muss das korrigiert werden, ein Wechsel des Ballbesitzes folgt daraus aber nicht. [1] Der Spieler kehrt danach über die eigene Auswechsellinie zurück, wie bei jedem anderen Wechsel. [1]
Unterbrechung und Behandlung
Muss ein Spieler auf dem Feld versorgt werden, geben die Schiedsrichter ein Time-out. Scheint ein Spieler verletzt, wird die Uhr normalerweise angehalten. [1] Die Schiedsrichter können zwei teilnahmeberechtigten Personen der Mannschaft erlauben, die Spielfläche zu betreten und zu helfen. [1] Wird der Spieler auf dem Feld behandelt, muss er es danach sofort verlassen und darf in den betreffenden Spielbetrieben erst nach dem dritten Angriff seiner Mannschaft zurück. [1] Meist reicht bei kleinen Blutungen aber die Versorgung an der Bank.
Erste Hilfe am Spielfeldrand
Wer eine blutende Wunde versorgt, sollte zum eigenen Schutz und zum Schutz der verletzten Person Einmalhandschuhe tragen. [2] Solche Handschuhe befinden sich in allen Verbandkästen. [2] Die Wunde darf nicht mit bloßen Händen berührt werden, weil sie sonst zusätzlich verunreinigt würde. [2] Ohne ärztliche Anweisung sollen Wunden nicht mit Puder, Salben, Sprays oder Desinfektionsmitteln behandelt werden. [2] Ein Pflaster oder eine sterile Kompresse reichen bei kleinen Wunden meist aus.
Nasenbluten
Bei einem Zusammenprall im Zweikampf kommt es häufig zu Nasenbluten. Nach dem Handbuch der Unfallversicherung soll die betroffene Person den Kopf leicht nach vorn beugen, damit das Blut abfließen kann. [2] Kalte Umschläge, Eisbeutel oder Kältepackungen im Nacken helfen, ebenso ein kurzes Zusammendrücken der weichen Nasenflügel. [2] Das Deutsche Rote Kreuz empfiehlt zusätzlich, die Stirn in die Hände stützen zu lassen. [3] Bei starkem oder anhaltendem Nasenbluten ist ein Notruf nötig. [2]
Starke Blutungen
Starke Blutungen sind im Handball selten, aber gefährlich. Bei Erwachsenen bedeutet ein Verlust von etwa einem Liter Blut bereits Lebensgefahr, bei Kindern besteht diese Gefahr schon erheblich früher. [3] Wichtigste Maßnahme ist dann das Blutstillen, etwa mit einem Druckverband, bei starken Blutungen hat die Blutstillung Vorrang. [3] Anschließend werden die Maßnahmen gegen einen Schock ergriffen und die Person betreut, bis der Rettungsdienst eintrifft. [3]
Sanitäter in der Halle
Damit im Ernstfall schnell geholfen werden kann, schreiben die Verbände Vorkehrungen vor. In Schleswig-Holstein muss der Heimverein für jedes Spiel Erste-Hilfe-Personal stellen oder zumindest die beschleunigte Benachrichtigung im Bedarfsfall sicherstellen. [4] Außerdem stellt er zwei mindestens 14 Jahre alte Wischer, die für einen sicheren Hallenboden während des Spiels verantwortlich sind. [4] Auch Blutflecken auf dem Boden werden so schnell beseitigt, bevor jemand darauf ausrutscht.
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- DHB-Zusatzbestimmungen zu den internationalen Handballregeln (Stand 1. Juli 2025) Deutscher Handballbund
- Handbuch zur Ersten Hilfe, DGUV Information 204-007 (März 2023) Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (bereitgestellt von der BG BAU)
- Blutungen Deutsches Rotes Kreuz
- Durchführungsbestimmungen Saison 2025/2026 Handballverband Schleswig-Holstein
Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.