Ausrüstungsregeln und Schmuckverbot
Auch: Schmuckverbot
Die Regeln dazu, was Spieler am Körper tragen dürfen; gefährliche Gegenstände wie Ringe, Ketten, Uhren oder offene Piercings sind verboten, manches ist erlaubt, wenn es sicher abgeklebt ist.
Die Ausrüstungsregeln legen fest, was Spieler am Körper tragen dürfen und was nicht. Ihr Grundsatz ist einfach. Nichts darf den Spieler selbst oder andere gefährden. [1] Deshalb gilt im Handball ein weitgehendes Schmuckverbot. Wer gefährliche Gegenstände trägt, darf nicht mitspielen, bis der Mangel behoben ist. [1] Die IHF hat die Einzelheiten in einem eigenen Reglement zusammengefasst, das in der Fassung vom 1. Juli 2025 gilt. [1] Für den unteren Vereinsspielbetrieb dürfen nationale Verbände abweichende Regelungen treffen. [1] Die meisten Vorgaben sind aber überall gleich, vom Kreisligaspiel bis zur Weltmeisterschaft.
Was verboten ist
Nicht erlaubt sind Gegenstände, die Spieler gefährden könnten. Das Reglement nennt als Beispiele Kopfschutz, Gesichtsmasken, Armbänder, Uhren, Ringe, sichtbare Piercings, Halsketten, Ohrringe und Brillen ohne Halteband oder mit festem Gestell. [1] Handschuhe sind ebenfalls verboten, und zwar auch für den Torwart. [1] Fingerbänder sind nicht erlaubt, Fingertapes dagegen schon. [1] Gegenstände, die Schnitte oder Schürfwunden verursachen können, sind tabu, deshalb müssen Fingernägel kurz geschnitten sein. [1]
Was mit Tape erlaubt ist
Manches darf bleiben, wenn es sicher abgedeckt ist. Flache Ringe, kleine Ohrringe und sichtbare Piercings sind erlaubt, wenn sie so abgeklebt sind, dass sie niemanden mehr gefährden. [1] Haarklammern aus weichem Material sind zugelassen, Haarklammern aus Metall oder Kunststoff müssen entfernt oder vollständig abgeklebt werden. [1] Stirnbänder sind erlaubt, wenn sie elastisch, dünn und schmal sind. [1] Eine Rolle Tape gehört deshalb in jede Mannschaftstasche.
Warum Schmuck gefährlich ist
Die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen erklärt, warum Schmuck beim Sport so riskant ist. Gerade beim Handball und anderen Sportarten mit viel Körperkontakt können Mitspieler an ungeschützten Piercings und Ohrringen hängen bleiben, sie herausreißen oder sich selbst daran verletzen. [2] Piercings und Ohrringe, die sich nicht herausnehmen lassen, sollten zumindest wirksam abgeklebt sein. [2] Bei transdermalen Implantaten, die mit einem Anker unter der Haut sitzen, lässt sich das Risiko nur durch Abkleben mindern. [2]
Verantwortung in Schule und Verein
Im Schul- und Vereinssport entscheiden Lehrkräfte und Trainer, ob eine Übung oder Sportart Gefahren mit sich bringt. [2] Schüler, die ihren Körperschmuck weiter tragen oder nicht abkleben wollen, können nach Auffassung der Unfallkasse von bestimmten Übungen oder vom Unterricht ausgeschlossen werden. [2] Die Verantwortung für die Sicherheit liegt immer bei der Lehrkraft und der Schule. [2] Eine schriftliche Erlaubnis der Eltern für Piercings beim Sport ist deshalb unwirksam. [2]
Kopfbedeckungen
In der Fassung von 2025 regelt die IHF ausdrücklich auch religiöse Kopfbedeckungen wie Hidschab, Turban oder Patka. Sie sind erlaubt, wenn sie für den Sport gemacht sind und ohne Nadeln auskommen. [1] Sie dürfen weder am Trikot befestigt sein noch einen Verschluss haben und das Gesicht nicht ganz oder teilweise bedecken. [1] Ihre Farbe muss der Hauptfarbe des Trikots entsprechen oder schwarz oder weiß sein, und innerhalb einer Mannschaft gleich sein. [1] Elastische, einfarbige Sportkopftücher sind ebenfalls zugelassen. [1]
Unterkleidung und Farben
Auch für sichtbare Unterkleidung gibt es Vorgaben. Was unter dem Trikot getragen wird, muss die Hauptfarbe des Trikots haben, unter der Hose die Hauptfarbe der Hose, schwarze Unterkleidung ist dort aber immer erlaubt. [1] Alle Spieler einer Mannschaft müssen Unterkleidung in derselben Farbe tragen. [1] Die Socken einer Mannschaft sind identisch, und Ausrüstung an den Unterschenkeln wie Kompressionsstutzen oder Sprunggelenkschützer hat die Farbe der Socken. [1]
Kontrolle vor dem Spiel
Ob alles stimmt, wird vor dem Spiel geprüft. In Schleswig-Holstein kontrollieren Schiedsrichter, Zeitnehmer, Sekretär und die Mannschaftsverantwortlichen 30 Minuten vor Spielbeginn in einer Technischen Besprechung unter anderem die Ausrüstung der Spieler. [3] Dabei werden auch die Trikotfarben abgeglichen. [3] Bei internationalen Turnieren verweist die EHF für Fragen der Kleidung ausdrücklich auf das Ausrüstungsreglement der IHF. [4] Auf Verlangen eines EHF-Offiziellen müssen sogar die Mannschaftsoffiziellen die Farbe ihrer Kleidung wechseln. [4]
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- Regulations on Protective Equipment and Accessories (Edition 1 July 2025) International Handball Federation
- Tabu beim Sport: Piercings und transdermale Implantate Unfallkasse Nordrhein-Westfalen
- Durchführungsbestimmungen Saison 2025/2026 Handballverband Schleswig-Holstein
- Women's EHF EURO 2026 Qualifiers Phase 1: Regulations European Handball Federation
Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.