Anpfiff und Wiederanpfiff
Auch: Wiederanpfiff
Der Pfiff eines Schiedsrichters, mit dem die Spielzeit beginnt oder das Spiel nach einer Unterbrechung fortgesetzt wird; Anwurf und 7-m-Wurf werden immer angepfiffen, andere Würfe nur in bestimmten Fällen.
Mit dem Anpfiff gibt ein Schiedsrichter das Zeichen zum Beginn oder zur Fortsetzung des Spiels. Die Spielzeit beginnt mit dem Anpfiff des Anwurfs durch einen Schiedsrichter. [1] Nach Unterbrechungen wird das Spiel bei manchen Würfen immer, bei anderen nur in besonderen Fällen wieder angepfiffen. [1] Nach dem Anpfiff eines Wurfs muss der Werfer den Ball innerhalb von drei Sekunden spielen. [1] Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache beschreibt den Anpfiff im Sport als Pfiff, der den Beginn eines Spiels anzeigt, im Gegensatz zum Abpfiff. [4] Das Wort Wiederanpfiff ist davon abgeleitet, salopp kann Anpfiff außerdem einen Rüffel bedeuten. [4]
Immer mit Pfiff
Zwei formelle Würfe müssen immer angepfiffen werden, der Anwurf und der 7-m-Wurf. [1] Beim 7-m-Wurf pfeift der Feldschiedsrichter, danach muss der Wurf innerhalb von drei Sekunden als Torwurf ausgeführt werden. [1] Beim Anwurf aus der Anwurfzone darf erst angepfiffen werden, wenn Ball und Werfer vollständig in der Zone sind. [1] Der Feldschiedsrichter soll nach einem Tor bereit sein, sofort anzupfeifen, sobald der Werfer richtig steht. [1] Das soll die Mannschaften zu einer schnellen Ausführung des Anwurfs ermutigen. [1]
Nur in besonderen Fällen
Einwurf, Abwurf und Freiwurf werden normalerweise ohne Pfiff ausgeführt. [1] Angepfiffen werden müssen sie nach einem Time-out, bei einem Freiwurf nach einer Unterbrechung ohne Regelwidrigkeit und bei einer Verzögerung der Ausführung. [1] Dasselbe gilt nach einer Korrektur der Spielerpositionen sowie nach einer Ermahnung oder Verwarnung. [1] In allen anderen Situationen entscheidet der Schiedsrichter, ob ein Pfiff nötig ist. [1] Nach einem Time-out muss das Spiel in jedem Fall durch Anpfiff wieder aufgenommen werden. [1]
Erst aufstellen, dann pfeifen
Grundsätzlich sollen die Schiedsrichter nicht anpfeifen, bevor alle Spieler ihre Positionen eingenommen haben. [1] Pfeifen sie trotz falscher Aufstellung an, sind die betreffenden Spieler voll aktionsfähig. [1] Fehler des Werfers oder seiner Mitspieler vor der Ausführung müssen nach dem Schiedsrichterportal des Deutschen Handballbundes immer korrigiert werden. [2] Ob ein Wurf angepfiffen war, entscheidet über die Folgen von Fehlern während der Ausführung. [2] Ohne Anpfiff werden Fehler korrigiert, nach einem Anpfiff erhält der Gegner einen Freiwurf am Ort des Vergehens. [1]
Was mit dem Pfiff beginnt
Der Anpfiff hat noch weitere Folgen. Teilnahmeberechtigt ist ein Spieler, wenn er beim Anpfiff anwesend und im Spielprotokoll eingetragen ist. [1] Wer später kommt, wird vom Zeitnehmer oder Sekretär nachgetragen und darf dann mitspielen. [1] Die zweiminütige Hinausstellung beginnt mit der Wiederaufnahme des Spiels durch Pfiff. [1] Und ist nach einem Tor der folgende Anwurf angepfiffen, kann das Tor nicht mehr annulliert werden. [1] Der Anpfiff zieht also an mehreren Stellen eine klare zeitliche Grenze.
Pfiffe mit eigener Bedeutung
Nicht jeder Pfiff ist ein Anpfiff. Ein Time-out zeigen die Schiedsrichter dem Zeitnehmer mit drei kurzen Pfiffen und dem Handzeichen 15 an. [1] Der Torschiedsrichter bestätigt ein Tor mit zwei kurzen Pfiffen und dem Handzeichen 12. [1] Ertönt kein automatisches Schlusssignal, pfeifen Schiedsrichter, Zeitnehmer oder Delegierter, um das Ende der Spielzeit anzuzeigen. [1] Ein Signal des Zeitnehmers oder Delegierten unterbricht das Spiel sofort, jede Handlung danach ist ungültig, auch ein Tor. [1]
Pfiff und Uhr
Bei einem Time-out entscheiden die Schiedsrichter, wann die Uhr angehalten und wieder in Gang gesetzt wird. [1] Unterbricht dagegen der Zeitnehmer mit seinem Signal, etwa bei einem Team-Time-out, hält er die Uhr sofort und ohne Bestätigung der Schiedsrichter an. [1] Hat der Zeitnehmer das Spiel zu früh beendet, müssen die Schiedsrichter die Spieler auf der Spielfläche behalten und die Restzeit nachspielen lassen. [1] In Ballbesitz bleibt dann die Mannschaft, die ihn beim zu frühen Signal hatte. [1]
Ein Pfiff gilt
Ein Pfiff lässt sich nicht zurücknehmen. Die Schweizer Regelfragen schildern einen Schiedsrichter, der auf Freiwurf pfeift und dann sieht, dass der Ball trotz des Fouls ins Tor gegangen ist. [3] Der Pfiff hat das Spiel bereits unterbrochen, die Entscheidung lässt sich nicht mehr korrigieren, der Vorteil ist misslungen. [3] Auch einen falsch angezeigten Einwurf darf ein Schiedsrichter nur korrigieren, solange der Einwurf noch nicht ausgeführt ist. [3]
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- DHB-Zusatzbestimmungen zu den internationalen Handballregeln (Stand 1. Juli 2025) Deutscher Handballbund
- Ausführung der Würfe: Gemeinsamkeiten, Unterschiede DHB-Schiedsrichterportal
- Regelfragen 1 bis 98 (September 2020) Schweizerischer Handball-Verband
- Anpfiff Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache
Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.