Regeln: Anwurf, Einwurf, Abwurf, Freiwurf & 7-m-Wurf

Abwurf

Der formelle Wurf, mit dem der Torwart den Ball ohne Pfiff aus dem Torraum über die Torraumlinie wieder ins Spiel bringt; er ist erst ausgeführt, wenn der Ball die Linie vollständig überquert hat.

Mit dem Abwurf bringt der Torwart den Ball aus seinem Torraum wieder ins Spiel. [1] Häufig ist er bereits der entscheidende Pass zu einem Mitspieler, der mit einem Gegenstoß die gegnerische Mannschaft überlaufen kann. [2] Ausgeführt wird er ohne Pfiff aus dem Torraum über die Torraumlinie. [1] Der Abwurf ist der einzige formelle Wurf, aus dem kein Eigentor entstehen kann. [1] Seit Mannschaften häufiger mit einem siebten Feldspieler angreifen, werden nach dem Schiedsrichterportal des Deutschen Handballbundes auch häufiger Tore direkt mit dem Abwurf erzielt. [2] Ein schnell ausgeführter Abwurf ist deshalb oft von Vorteil. [2]

Wann es Abwurf gibt

Auf Abwurf wird in vier Fällen entschieden. Der Torwart hat im Torraum Ball- und Körperkontrolle erlangt, oder der Ball bleibt im Torraum liegen. [1] Ein Gegenspieler hat den Torraum regelwidrig betreten oder den dort rollenden Ball berührt. [1] Oder der Ball ist über die Torauslinie gegangen, nachdem ihn zuletzt der Torwart oder ein Angreifer berührt hat. [1] In all diesen Fällen ist der Ball nicht im Spiel. [1] Der Abwurf bleibt die Spielfortsetzung, auch wenn danach noch ein Fehlverhalten festgestellt wird. [1]

Die Ausführung

Der Torwart steht beim Abwurf innerhalb seines Torraums und spielt den Ball in Richtung Spielfeld. [2] Ausgeführt ist der Abwurf erst, wenn der Ball die Torraumlinie vollständig überquert hat. [1] Mitspieler und Gegner dürfen sich beliebig verteilen, solange sie die Torraumlinie nicht betreten und den Abwurf damit beeinflussen. [2] Die Gegenspieler dürfen direkt an der Torraumlinie stehen, den Ball aber erst berühren, wenn er die Linie vollständig überquert hat. [1] Angepfiffen wird der Abwurf nur in Ausnahmefällen, etwa nach einem Time-out oder wenn der Torwart verzögert. [2]

Ohne Torwart

Spielt eine Mannschaft gerade ohne Torwart, muss sie für den Abwurf einen Feldspieler gegen einen Torwart auswechseln. [1] Die Schiedsrichter entscheiden dann, ob ein Time-out nötig ist. [1] Seit dem 1. Juli 2016 muss ein siebter Feldspieler, der für den Torwart eingewechselt wird, kein Leibchen mehr tragen. [3] Er darf dann aber den eigenen Torraum nicht betreten, sondern muss wieder gegen den Torwart getauscht werden. [3]

Typische Fehler

Das Schiedsrichterportal nennt typische Fehler beim Abwurf. Der Torwart steht mit einem Körperteil, etwa der Fußspitze, schon im Spielfeld, er überschreitet beim Wurf die Torraumlinie, oder er wirft von hinter der Torauslinie ab. [2] Auch ein Abwurf im Sprungwurf ist regelwidrig. [2] War der Abwurf nicht angepfiffen, wird er nach einem solchen Fehler korrigiert und mit Anpfiff wiederholt. [2] Landet der fehlerhafte Pass beim Gegner, läuft das Spiel nach dem Vorteilsgedanken weiter. [2] Fehler nach einem angepfiffenen Abwurf führen zum Freiwurf für den Gegner. [2]

Den Abwurf blocken

Ein Gegenspieler darf den Ball erst berühren, wenn er die Torraumlinie vollständig überquert hat. [1] Stört er die Ausführung, etwa indem er den Ball früher blockt, wird er direkt hinausgestellt, sofern die Schiedsrichter nicht Vorteil gewähren, und die Mannschaft des Torwarts erhält einen Freiwurf mit Anpfiff. [2] In den letzten 30 Sekunden gilt dafür eine Sonderregel. [2] Das Schiedsrichterportal zeigt aber auch einen erlaubten Block. Ein Spieler springt vor der Torraumlinie ab, bleibt in der Luft davor und blockt den Ball erst, als dieser die Linie vollständig überquert hat. [2] Danach kontrolliert er den Ball und trifft mit einem Sprungwurf ins Tor. [2]

Nach dem Betreten des Torraums

Hat ein Angreifer den Torraum betreten, darf der Torwart den Abwurf von jeder Stelle innerhalb des Torraums ausführen. [2] Der Torschiedsrichter soll nach seinem Pfiff sofort das Handzeichen 8 für Abwurf zeigen, damit die Spielfortsetzung klar ist. [2] So kann ein schneller Abwurf sofort einen Gegenstoß einleiten. [2] Misslingt ein Kempa-Anspiel so, dass ein Angreifer ohne Ball im Torraum landet, gibt es ebenfalls Abwurf. [2]

In der Schule

Auch im Schulsport ist der Abwurf ein fester Bestandteil. Das Handball-ABC des Schweizer Bundesamts für Sport beschreibt ihn für den Fall, dass der Torhüter den Ball hinter oder neben dem Tor ins Aus lenkt. [4] Der Torhüter wirft dann innerhalb des Kreises ab, wie der Torraum in der Schweiz oft genannt wird. [4] Als einfache Regel für die Schule empfiehlt das Heft außerdem, nach einem Tor nicht in der Feldmitte anzuspielen. [4] Stattdessen bringt der Torhüter den Ball mit einem Abwurf ins Spiel. [4]

Auf einen Blick

Ausführung
durch den Torwart, ohne Pfiff, aus dem Torraum
Ausgeführt
wenn der Ball die Torraumlinie vollständig überquert hat
Besonderheit
kein Eigentor möglich

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. DHB-Zusatzbestimmungen zu den internationalen Handballregeln (Stand 1. Juli 2025) Deutscher Handballbund
  2. Abwurf: seine schnelle Ausführung ist häufig vorteilhaft DHB-Schiedsrichterportal
  3. Regel-Revolution im Handball perfekt SPORT1
  4. Monatsthema 08/2012: Handball Bundesamt für Sport BASPO

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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