Weltmeisterschaft (WM)
Auch: WM · Fußball-Weltmeisterschaft · World Cup
Das von der FIFA ausgerichtete Turnier der Nationalmannschaften, das alle vier Jahre den Weltmeister ermittelt.
Die Weltmeisterschaft, kurz WM, ist das von der FIFA ausgerichtete Turnier der Nationalmannschaften und ermittelt alle vier Jahre den Weltmeister im Fußball. Sie gilt als das wichtigste und prestigeträchtigste Turnier des Sports und zählt neben den Olympischen Spielen zu den größten Sportereignissen der Welt. Teilnahmeberechtigt sind die Auswahlmannschaften der nationalen Verbände, die sich über eine mehrjährige Qualifikation in ihren jeweiligen Kontinenten für die Endrunde bewerben. Milliarden Menschen verfolgen die Spiele weltweit an den Bildschirmen. Neben dem Turnier der Männer richtet die FIFA seit 1991 auch eine eigene Frauen-Weltmeisterschaft aus, die sich zu einem eigenständigen Großereignis entwickelt hat. [1]
Ursprung und erste WM 1930
Die Idee eines weltweiten Nationenturniers geht maßgeblich auf den damaligen FIFA-Präsidenten Jules Rimet zurück, der ein großes Fußballturnier mit Teilnehmern aus verschiedenen Kontinenten schaffen wollte. Die erste Endrunde fand vom 13. bis 30. Juli 1930 in Uruguay statt. Das Gastgeberland war als zweifacher Olympiasieger von 1924 und 1928 eine der stärksten Fußballnationen und feierte zugleich das hundertjährige Bestehen seiner Verfassung. Es war die einzige WM ohne Qualifikation, alle gemeldeten Mannschaften durften antreten. Weil die wochenlange Schiffsreise nach Südamerika teuer und beschwerlich war, reisten nur vier europäische Teams an. Insgesamt nahmen dreizehn Nationen teil. [2]
Das erste Finale und der Pionier Jules Rimet
Alle Spiele des Turniers wurden in der Hauptstadt Montevideo ausgetragen, ein großer Teil davon im eigens errichteten Estadio Centenario, das bis zu 100.000 Zuschauer fassen sollte. Im Endspiel trafen die beiden Favoriten Uruguay und Argentinien aufeinander. Vor rund 93.000 Zuschauern setzte sich der Gastgeber mit 4:2 durch und wurde erster Weltmeister der Geschichte. Die Stimmung war so aufgeheizt, dass vor dem Stadion zahlreiche Waffen eingezogen wurden. Der erste Treffer eines WM-Turniers überhaupt gelang dem Franzosen Lucien Laurent. Zu Ehren des Initiators trug die erste Trophäe später den Namen Coupe Jules Rimet. [3]
Modus und Qualifikation
Der Weg zur Endrunde führt über die kontinentalen Verbände, etwa die europäische UEFA oder die südamerikanische CONMEBOL, die in eigenen Ausscheidungsspielen ihre Startplätze vergeben. Der Gastgeber ist traditionell automatisch qualifiziert. Nach der Auslosung folgt zunächst eine Gruppenphase, in der jede Mannschaft mehrere Vorrundenspiele bestreitet. Die besten Teams jeder Gruppe ziehen in die anschließende K.o.-Phase ein, in der ein einziges Spiel über das Weiterkommen entscheidet. Steht es nach der regulären Spielzeit unentschieden, folgen zwei Verlängerungshälften und gegebenenfalls ein Elfmeterschießen. So führt der Weg über Achtelfinale, Viertelfinale und Halbfinale bis ins Endspiel um den Titel.
Erweiterung auf 48 Teams ab 2026
Mit der WM 2026 in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko, die erstmals von drei Ländern gemeinsam ausgerichtet wird, ändert sich das Format grundlegend. Statt bisher 32 Mannschaften nehmen nun 48 Teams teil, aufgeteilt in zwölf Gruppen zu je vier Teams. Dadurch steigt die Zahl der Partien von 64 auf 104. In die K.o.-Phase ziehen die beiden Gruppenersten sowie die acht besten Gruppendritten ein, sodass ein Feld von 32 Mannschaften entsteht. Neu ist ein zusätzliches Sechzehntelfinale als erste K.o.-Runde. Bei Punktgleichheit zählt künftig zuerst der direkte Vergleich, erst danach die Tordifferenz. [1]
Rekorde und erfolgreichste Nationen
Rekordweltmeister ist Brasilien mit fünf Titeln, gewonnen 1958, 1962, 1970, 1994 und 2002. Dahinter folgen Deutschland und Italien mit jeweils vier Titeln. Brasilien ist zugleich die einzige Mannschaft, die bislang an jeder Endrunde teilgenommen hat. Bei den Torschützen führt der Deutsche Miroslav Klose die ewige Bestenliste mit 16 WM-Treffern an, vor dem Brasilianer Ronaldo mit 15 und Gerd Müller mit 14 Toren. Solche Bestmarken machen einen Teil der besonderen Faszination des Turniers aus, weil sie über Jahrzehnte hinweg Generationen von Spielern miteinander vergleichbar machen und die Geschichte des Wettbewerbs erzählen. [4]
Deutschland und der WM-Pokal
Deutschland gehört zu den erfolgreichsten Fußballnationen überhaupt. Die vier Titel wurden 1954 beim sogenannten Wunder von Bern, 1974 im eigenen Land, 1990 in Italien und 2014 in Brasilien errungen. Hinzu kommen zahlreiche Endspielteilnahmen, die das Land zu einem der konstantesten Teilnehmer machen. Der heutige FIFA-WM-Pokal, seit 1974 im Einsatz, zeigt zwei Figuren, die eine Weltkugel emporhalten, und besteht aus massivem Gold. Anders als die frühere Trophäe darf er nicht dauerhaft behalten werden, der jeweilige Weltmeister erhält eine vergoldete Nachbildung, während das Original im Besitz der FIFA verbleibt.
Bedeutung als globales Sportereignis
Die Weltmeisterschaft ist weit mehr als ein sportlicher Wettbewerb. Sie erreicht ein weltweites Publikum in Milliardenhöhe, prägt für einige Wochen den Alltag ganzer Nationen und entfaltet erhebliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Wirkung. Für Ausrichterländer bedeutet sie große Investitionen in Stadien und Infrastruktur, aber auch internationale Aufmerksamkeit. Zugleich steht das Turnier immer wieder in der Kritik, etwa wegen der Vergabe an bestimmte Gastgeber oder der Kommerzialisierung. Unbestritten bleibt jedoch die verbindende Kraft eines Ereignisses, das Menschen unterschiedlichster Herkunft für den Fußball begeistert und alle vier Jahre den besten Nationen der Welt eine gemeinsame Bühne bietet.
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- WM 2026 mit 48 Teams: neuer Modus sorgt für Rechenspiele Sportschau (ARD)
- Uruguay wird erster Fußball-Weltmeister, 1930 HanisauLand (Bundeszentrale für politische Bildung)
- Uruguay wird erster Fußball-Weltmeister The History Channel (history.de)
- Fußball-Weltmeisterschaft: Geschichte, Modus und Rekorde Fussball-Nachschlagewerk.de
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