Vorteil
Auch: Vorteilsregel · Advantage · Weiterspielen
Der Schiedsrichter lässt nach einem Foul weiterspielen, wenn ein Pfiff die gefoulte Mannschaft schlechter stellen würde.
Die Vorteilsregel gibt dem Schiedsrichter die Freiheit, nach einem Vergehen nicht sofort zu pfeifen, wenn die gefoulte Mannschaft gerade in einer aussichtsreichen Situation ist. [1] Verankert ist dieses Prinzip in Regel 5, die die Befugnisse des Schiedsrichters beschreibt.
Wie die Vorteilsregel funktioniert
Der Grundgedanke ist einfach. Würde ein Pfiff die benachteiligte Mannschaft schlechter stellen, als sie ohne Unterbrechung stünde, lässt der Schiedsrichter das Spiel weiterlaufen. [4] Voraussetzung ist, dass das gefoulte Team in Ballbesitz bleibt und einen Angriff oder eine Torchance behält. [1] Statt einen Freistoß zu geben und den Schwung zu nehmen, profitiert die Mannschaft so vom laufenden Spiel.
Das Zeichen des Schiedsrichters
Um den Vorteil für alle sichtbar zu machen, streckt der Schiedsrichter beide Arme deutlich nach vorne und ruft Weiterspielen. [5] Weil diese Geste beim eigenen Mitlaufen hinderlich sein kann, wurde zur Saison 2019 und 2020 zusätzlich eine einarmige Anzeige ins Regelheft aufgenommen. [3] So kann der Unparteiische den Vorteil auch im Sprint eindeutig signalisieren.
Der enge Zeitrahmen
Für die Entscheidung bleibt nur ein sehr kurzes Fenster. Der Schiedsrichter muss innerhalb weniger Sekunden abschätzen, ob sich der erhoffte Vorteil tatsächlich entwickelt. [4] Ursprünglich hatte die FIFA diesen Rahmen auf etwa zwei bis drei Sekunden begrenzt, was sinngemäß bis heute gilt, wenn auch mit etwas mehr Spielraum. [3] In dieser Zeit muss der Unparteiische das weitere Spielgeschehen gedanklich vorwegnehmen.
Zurückpfeifen, wenn nichts kommt
Entwickelt sich der Vorteil nicht, kann der Schiedsrichter das ursprüngliche Foul nachträglich ahnden und den Freistoß doch noch geben. [1] Verliert die Mannschaft also kurz nach dem Foul doch den Ball oder kommt sie nicht zum erhofften Abschluss, holt der Unparteiische das Spiel zur Foulstelle zurück. Diese Möglichkeit macht die Vorteilsregel für die gefoulte Mannschaft risikolos.
Die nachträgliche Karte
Eine fällige persönliche Strafe entfällt durch den Vorteil nicht, sondern wird nur aufgeschoben. [4] Wollte der Schiedsrichter den Verursacher verwarnen oder des Feldes verweisen, holt er dies bei der nächsten Spielunterbrechung nach. So kann es vorkommen, dass ein Spieler die Gelbe Karte erst Sekunden nach seinem Foul sieht, wenn der Ball das nächste Mal aus dem Spiel ist.
Wann kein Vorteil gegeben werden sollte
Nicht in jeder Lage ist der Vorteil das richtige Mittel. Bei grobem Foulspiel, einer Tätlichkeit oder einem zweiten verwarnungswürdigen Vergehen soll der Schiedsrichter in der Regel sofort pfeifen, es sei denn, es ergibt sich unmittelbar eine klare Torchance. [4] So wird verhindert, dass ein gefährliches Vergehen ungestraft bleibt, nur weil das Spiel gerade weiterläuft.
Ein Beispiel und das nötige Gespür
Ein klassisches Beispiel zeigt die Wirkung. Läuft ein Angreifer allein auf den Torwart zu, wird irregulär am Bein berührt, bleibt aber am Ball, umkurvt den Keeper und trifft, so zählt das Tor, statt dass ein Freistoß gegeben wird. [2] Die Regel verlangt vom Schiedsrichter ein feines Gespür, denn er muss im Bruchteil einer Sekunde abschätzen, ob das Weiterspielen der besseren Mannschaft wirklich nützt. [1] Genau dieses Fingerspitzengefühl unterscheidet einen guten Unparteiischen.
Auf einen Blick
Verwandte Begriffe
Quellen
- Wie funktioniert die Vorteilsregel im Fußball? Nummer1 Fußballreisen
- Vorteilsregel im Fußball: Erklärung und Beispiele Fussballticketshop
- Vorteilsbestimmung: Schiedsrichter-Lehrarbeit fussballregeln.info
- Vorteil im Fußball: die Regel genau erklärt Goal.com
- Wie wird der Vorteil im Fußball geregelt? Fußball Hub
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