Regeln

Sperre

Auch: Spielsperre · Gesperrt

Der von einem Verband verhängte Ausschluss eines Spielers von einer oder mehreren Partien nach Feldverweisen oder gehäuften Verwarnungen.

Eine Sperre wirkt über das einzelne Spiel hinaus und untersagt einem Spieler die Teilnahme an einer festgelegten Zahl folgender Partien. [3] Sie ist die Konsequenz, die einem Feldverweis oder einer Häufung von Verwarnungen nachträglich folgt.

Zwei Wege zur Sperre

Eine Sperre entsteht auf zwei Wegen. Zum einen durch einen Feldverweis, also eine Rote oder Gelb-Rote Karte, zum anderen durch das Erreichen einer bestimmten Summe an Gelben Karten innerhalb eines Wettbewerbs. [3] Während die automatische Sperre nach einer Gelb-Roten Karte meist genau ein Spiel umfasst, richtet sich die Dauer nach einer glatten Roten Karte nach der Schwere des Vergehens. [2]

Die Dauer der Sperre

Wie lange eine Sperre ausfällt, hängt vom Vergehen ab. [3] Nach einer Roten Karte sieht die Ordnung in der Regel eine Mindeststrafe von einem Spiel vor, sofern kein offensichtlicher Irrtum des Schiedsrichters vorliegt. Bei schweren Vergehen sind Sperren von mehreren Spielen bis hin zu mehreren Wochen oder Monaten möglich, eine grobe Tätlichkeit etwa zieht deutlich längere Sperren nach sich als ein einfaches wiederholtes Foulspiel. [3]

Wer über die Sperre entscheidet

Zuständig für die Bemessung sind nicht die Schiedsrichter, sondern die Rechtsorgane des Verbandes. [3] Nach einem Feldverweis füllt der Schiedsrichter zunächst den Spielbericht aus. Der Kontrollausschuss des Verbandes prüft den Fall und stellt einen Strafantrag, über den dann ein Einzelrichter des Sportgerichts entscheidet, meist bereits bis zum Nachmittag des folgenden Werktags. [3] Legt der Verein Einspruch ein, folgt eine mündliche Verhandlung vor einer Kammer, letzte Instanz ist das Bundesgericht des Verbandes.

Tatsachenentscheidung und Einspruch

Ein Einspruch gegen die Sperre hat nur in engen Grenzen Aussicht auf Erfolg. Beurteilt der Schiedsrichter eine Szene auf dem Feld, trifft er damit eine Tatsachenentscheidung, die grundsätzlich Bestand hat. [2] Sie lässt sich nur kippen, wenn dem Schiedsrichter ein offensichtlicher Irrtum nachgewiesen wird, etwa eine Spielerverwechslung. In einem bekannten Fall wies das Sportgericht den Einspruch gegen eine Gelb-Rote Karte zurück, weil der Schiedsrichter bestätigte, ein Foul geahndet zu haben, und ein offensichtlicher Irrtum nicht nachweisbar war. [2]

Wenn die Verwarnung nicht ankam

Nicht jede Sperre hält jedoch der Prüfung stand. In einem viel beachteten Fall hob ein DFB-Gericht eine Sperre auf, weil die erste Gelbe Karte dem Spieler im Rücken gezeigt worden war und er sie gar nicht wahrnehmen konnte. [4] Eine Verwarnung muss dem Spieler ordnungsgemäß mitgeteilt werden, um als Grundlage für eine spätere Gelb-Rote Karte zu taugen. Damit zeigt sich, dass auch die Form, in der eine Karte gezeigt wird, rechtliche Bedeutung hat. [4]

In welchem Wettbewerb die Sperre gilt

Eine Sperre gilt grundsätzlich nur in einer bestimmten Wettbewerbsform, wobei eine Rangfolge aus Meisterschaftsspielen, Pokalspielen, Freundschaftsspielen und Turnierspielen besteht. [1] Ein im Ligaspiel gesperrter Spieler darf deshalb im Pokal auflaufen, während eine im Pokal ausgesprochene Sperre auch die ranghöhere Meisterschaft erfasst. [1] So kann es vorkommen, dass ein Profi trotz Sperre in einem anderen Wettbewerb spielberechtigt bleibt.

Bedeutung für die Mannschaft

Für die betroffene Mannschaft bedeutet jede Sperre eine planerische Lücke, die der Trainer über den Kader ausgleichen muss. [3] Gerade Gelb-Sperren treffen Vereine oft zur Unzeit, weil sich Verwarnungen über eine Saison ansammeln und ein Leistungsträger dadurch ausgerechnet in einem wichtigen Spiel fehlen kann. Umso genauer behalten Trainer und Spieler den Stand der gesammelten Karten im Blick.

Auf einen Blick

Auslöser
Feldverweis oder Gelb-Sperre
Dauer
ein Spiel bis mehrere Monate
zuständig
Sportgericht des Verbandes

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Arbeitshilfe Spielsperre (Wettbewerbsform und Rangfolge) Westdeutscher Fußballverband
  2. Sportgericht verwirft Einspruch gegen Woltemades Gelb-Rote Karte DFB
  3. Rote Karte und dann? Wie läuft die Urteilsfindung beim DFB ab? Kanzlei Hein
  4. DFB-Gericht: Gelb-Rot bei stiller Verwarnung unwirksam Legal Tribune Online

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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