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Schiedsrichter-Ausbildung

Auch: Schiedsrichterlehrgang · Schiedsrichterklassen · Schiri-Ausbildung

Die Ausbildung, mit der Schiedsrichter die Spielregeln erlernen und die Berechtigung erhalten, Spiele zu leiten.

Die Schiedsrichter-Ausbildung ist der Weg, auf dem angehende Unparteiische die Berechtigung erwerben, offizielle Fußballspiele zu leiten. In einem Lehrgang lernen sie das gesamte Regelwerk der 17 Spielregeln kennen, dazu deren Auslegung und die praktische Handhabung auf dem Platz. [3] Organisiert wird die Ausbildung von den Fußballverbänden auf Kreis- und Landesebene, in Schleswig-Holstein etwa vom Schleswig-Holsteinischen Fußballverband (SHFV) und seinen elf Kreisverbänden, die pro Jahr mindestens einen Anwärterlehrgang anbieten. [1]

Zugang und Mindestalter

Der Einstieg steht grundsätzlich jedem offen, Vorkenntnisse als aktiver Spieler sind nicht nötig. Voraussetzung ist in der Regel die Mitgliedschaft in einem Fußballverein, die auch bei der Anmeldung zum Lehrgang nachgeholt werden kann. Das Mindestalter für die Teilnahme liegt beim SHFV bei 12 Jahren, sodass bereits Jugendliche den Weg ins Schiedsrichterwesen finden. [1] Andere Landesverbände setzen die Altersgrenze teils etwas höher an, etwa bei 14 Jahren. [2]

Ablauf des Lehrgangs

Der sogenannte Neulings- oder Anwärterlehrgang erstreckt sich meist über mehrere Abende oder ein bis zwei Wochenenden und umfasst je nach Verband rund 20 bis 30 Unterrichtseinheiten. [3] Vermittelt werden die Fußballregeln, die organisatorischen Aufgaben eines Unparteiischen sowie der Umgang mit schwierigen Situationen, zum Beispiel im Konfliktmanagement. Zunehmend kombinieren die Verbände klassischen Präsenzunterricht mit E-Learning-Einheiten und Videoanalysen aus dem Profifußball, um Theorie und Praxis zu verbinden. [2]

Die Prüfung

Am Ende der Ausbildung steht eine Prüfung, die aus einem theoretischen und meist auch einem praktischen Teil besteht. Der schriftliche Regeltest umfasst häufig 30 Fragen zum gesamten Regelwerk. [2] Da ein Schiedsrichter dem Spiel über 90 Minuten folgen und stets nah am Geschehen sein muss, gehört vielerorts ein körperlicher Eignungstest dazu, etwa eine Laufüberprüfung. [3] Wer besteht, erhält den Schiedsrichterausweis und darf offizielle Partien leiten. [2]

Einstieg und Aufstieg über Schiedsrichterklassen

Nach bestandener Prüfung übernehmen die Neulinge zunächst Spiele in den unteren Jugend- und Amateurklassen. [3] Bewähren sie sich, führt der Weg über die Schiedsrichter- und Leistungsklassen Stufe für Stufe nach oben, beim SHFV etwa über mehrere Leistungsklassen bis hin zum Frauen- und Nachwuchskader. [1] Der Aufstieg bis in den Profibereich ist ein langer, leistungsabhängiger Prozess, den nur wenige gehen. [3]

Fortbildung, Beobachtung und Fitnesstests

Mit dem Ausweis ist die Ausbildung nicht abgeschlossen. Die gesamte Laufbahn wird von regelmäßigen Fortbildungen, wiederkehrenden Regeltests und Fitnessüberprüfungen begleitet. In der Anfangszeit betreut ein erfahrener Schiedsrichter die Neulinge im Rahmen eines Patensystems, gibt Rückmeldung und kann bei schwierigen Szenen unterstützen. [1] Regelmäßige Beobachtungen durch geschulte Beobachter liefern die Grundlage dafür, ob es zwischen den Klassen aufwärts oder abwärts geht.

Nachwuchsmangel und Werbung um Schiedsrichter

Vielerorts fehlt es an Unparteiischen. Manche Verbände zählen nur rund 2000 Schiedsrichter bei mehreren Tausend Mannschaften, sodass einzelne Spiele unbesetzt bleiben. [2] Entsprechend werben die Verbände offensiv um Nachwuchs, etwa mit Kampagnen unter dem Motto MACH MIT, WERDE SCHIRI. [2] Bundesweit zeigt die Entwicklung zuletzt wieder nach oben, in der Saison 2024/2025 waren erstmals seit fast zehn Jahren wieder mehr als 60.000 Schiedsrichter aktiv. [4]

Bedeutung für einen geordneten Spielbetrieb

Schiedsrichter sind für einen geordneten Spielbetrieb unverzichtbar. Rund 60.000 Unparteiische leiteten in der genannten Saison knapp 1,4 Millionen Partien, vom Bambini-Spiel bis zur Bundesliga, ein Trend, der 2023 durch das Jahr der Schiris angestoßen wurde. [4] Ohne ausreichend ausgebildete Schiedsrichter könnte ein großer Teil dieser Spiele nicht stattfinden. Gerade auf Kreisebene, etwa im Kreis Herzogtum Lauenburg als Teil des SHFV, sichert gut ausgebildeter Schiedsrichternachwuchs Woche für Woche den Amateurfußball vor Ort ab. [1]

Auf einen Blick

Inhalt
Regelkunde und Praxis
Abschluss
Prüfung, oft mit Fitnesstest
Aufstieg
über Schiedsrichterklassen

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Aus- und Fortbildung im Schiedsrichterwesen Schleswig-Holsteinischer Fußballverband
  2. Schiedsrichter*in werden Fussball-Verband Mittelrhein
  3. Schiedsrichter im Fußball: Aufgaben, Ausbildung und Bedeutung Fussball-Nachschlagewerk
  4. DFB-Mitgliederstatistik: Mehr Schiris, mehr Qualifizierte und Rekord zum Jubiläum Deutscher Fußball-Bund

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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