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Ausbildung & Lizenzen

Nachwuchsleistungszentrum (NLZ)

Auch: NLZ · Knappenschmiede · Talentschmiede · Jugendakademie

Eine vom Verein betriebene Einrichtung zur systematischen Ausbildung talentierter junger Spieler.

Ein Nachwuchsleistungszentrum, kurz NLZ, ist eine von einem Profiverein betriebene Einrichtung, in der talentierte junge Fußballerinnen und Fußballer systematisch und unter professionellen Bedingungen ausgebildet werden. [1] Ziel ist es, aus den eigenen Reihen Spieler heranzuwachsen zu lassen, die den Sprung in den Profikader schaffen. Anders als die früher lose organisierte Jugendarbeit folgt ein NLZ heute klaren Vorgaben zu Infrastruktur, Personal und Trainingsinhalten. Damit ist es zur zentralen Talentschmiede des deutschen Spitzenfußballs geworden und verbindet sportliche Förderung mit schulischer und persönlicher Begleitung der Jugendlichen. [2]

Verpflichtung durch die DFL

Alle Klubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga sind verpflichtet, ein Leistungszentrum als Fördereinrichtung zu unterhalten. [1] Diese Auflage ist bindender Bestandteil der Lizenzierung, ohne ein anerkanntes NLZ erhält ein Verein keine Spielberechtigung für den Profibereich. Die genauen Anforderungen sind in der Lizenzierungsordnung sowie in eigenen Richtlinien festgehalten, wobei für die beiden Spielklassen unterschiedliche Standards gelten. [1] Vereine unterhalb der beiden höchsten Ligen können freiwillig ein Leistungszentrum betreiben, sind dazu aber nicht verpflichtet. [2]

Historischer Ursprung

Ausgangspunkt war das schwache Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft, die bei der Europameisterschaft 2000 bereits in der Vorrunde ausschied. [2] Nach diesem als Debakel empfundenen Turnier beschloss der Deutsche Fußball-Bund eine grundlegende Reform der Nachwuchsarbeit und schuf zwei neue Strukturen, das Nachwuchsleistungszentrum bei den Vereinen und das flächendeckende Stützpunktsystem. Anfang 2001 machte der Ligaverband die Zentren zur Lizenzierungsvoraussetzung, sodass die Bundesligisten ab der Saison 2001/02 ein NLZ nachweisen mussten, die Zweitligisten ein Jahr später. [2] Der Weltmeistertitel 2014 gilt vielen als später Beleg für den Erfolg dieser Umstrukturierung.

Aufbau und Trainingsbetrieb

In einem NLZ trainieren die Jugendlichen in altersgerechten Mannschaften, die von der jüngsten Jugend bis zu den A-Junioren reichen. [1] Die Richtlinien regeln sowohl die infrastrukturellen Voraussetzungen, etwa den Aufbau des Trainingsgeländes, als auch die personelle Besetzung. Besonderer Wert liegt auf der Qualifikation des Trainingspersonals. So muss ein zertifiziertes Zentrum von einem hauptamtlichen Fußballlehrer geleitet werden und über Trainer mit entsprechenden Lizenzen verfügen. [2] Zunehmend gehören auch Athletiktrainer, medizinische Betreuung und Fachkräfte für Ernährung zum Personal, um die Spieler ganzheitlich zu entwickeln.

Duale Karriere

Ein NLZ begleitet die Talente nicht nur sportlich, sondern auch schulisch und persönlich. Dieses Prinzip der dualen Karriere soll sicherstellen, dass die Jugendlichen neben dem Fußball einen Schulabschluss oder eine Ausbildung erreichen und für den Fall gewappnet sind, dass der Sprung in den Profifußball nicht gelingt. [2] Zu den Zentren gehören daher Pädagogen und häufig auch Psychologen, die den oft hohen Druck auf die jungen Spieler auffangen. [2] Kooperationen mit Partnerschulen und flexible Stundenpläne helfen, Training und Unterricht miteinander zu vereinbaren.

Zertifizierung und Qualitätsbewertung

Die Qualität der Zentren wird regelmäßig überprüft. Seit rund zwei Jahrzehnten übernimmt in Zusammenarbeit mit DFB und DFL die belgische Agentur Double Pass die Zertifizierung, deren Inspektionen etwa alle drei Jahre stattfinden. [4] Bewertet wird anhand von acht Kriterien, darunter Strategie und Finanzen, Organisation, die eigentliche Fußballausbildung, Bildung und Unterstützung, Personal, Kommunikation, Infrastruktur sowie Effektivität. [3] Der Prozess umfasst ein dokumentarisches Audit, einen Besuch vor Ort mit Gesprächen und die Beobachtung von Training und Spielen. Je nach erreichter Punktzahl vergibt Double Pass null bis drei Sterne, und je mehr Sterne ein Zentrum erhält, desto höher fällt die Förderung durch den Verband aus. [4]

Bekannte Beispiele

Einige Zentren haben sich durch ihre Erfolge einen eigenen Namen gemacht. Als besonders traditionsreich gilt die Knappenschmiede des FC Schalke 04, aus der zahlreiche spätere Nationalspieler hervorgingen. Auch die Leistungszentren von Borussia Dortmund und dem FC Bayern München zählen zu den bekanntesten Ausbildungsstätten des Landes. [3] Insgesamt betreiben Dutzende Vereine ein solches Zentrum, sodass ein dichtes Netz an professioneller Nachwuchsförderung entstanden ist. [3]

Bedeutung für Verein und deutschen Fußball

Für die Vereine sind die Zentren aus mehreren Gründen wertvoll. Eigene Talente stärken den Profikader, sparen hohe Ablösesummen und schaffen eine Identifikation der Fans mit den Spielern. [4] Ein gut bewertetes NLZ dient zudem als Aushängeschild, das weitere begabte Jugendliche aus der Region und darüber hinaus anzieht. [4] Für den deutschen Fußball insgesamt bilden die Zentren das Fundament der Talententwicklung, das nach der Reform um die Jahrtausendwende international viel Beachtung fand und bis heute als Vorbild gilt. [1]

Auf einen Blick

Träger
Profivereine
Zweck
systematische Ausbildung von Talenten
bekannter Name
Knappenschmiede

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Die Vorgaben der Leistungszentren DFL Deutsche Fußball Liga
  2. Wie entstanden die NLZs? Was ist ein DFB-NLZ Munich Kickers Fußballschule
  3. Nachwuchsleistungszentren in Deutschland: Alle Infos SPOX
  4. Die Zertifizierung der Nachwuchsleistungszentren in Deutschland fussballuebung.de

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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