Gesundheit, Medizin & Prävention

Meniskusschaden

Auch: Meniskusriss · Meniskusverletzung

Eine Verletzung des Meniskus, einer knorpeligen Pufferscheibe im Knie, oft durch Dreh- und Belastungsbewegungen.

Illustration eines Fußballspielers mit markiertem Bereich Meniskus – Meniskusschaden im Fußball
Markiert: Meniskus

Als Meniskusschaden bezeichnet man jede Verletzung oder Abnutzung der beiden faserknorpeligen Pufferscheiben im Kniegelenk, dem Innen- und dem Außenmeniskus. Diese halbmondförmigen Scheiben liegen zwischen Oberschenkel- und Schienbeinknochen und wirken als Stoßdämpfer sowie als Stabilisatoren des Gelenks. Meniskusrisse zählen zu den häufigsten Knieverletzungen überhaupt und betreffen sowohl junge Sportler nach einem Unfall als auch ältere Menschen mit altersbedingtem Verschleiß. Der Schaden reicht vom kleinen Einriss bis zum ausgedehnten Riss mit Einklemmen von Gewebe. [1]

Anatomie und Funktion der Menisken

Jedes Knie besitzt zwei Menisken aus zähem Faserknorpel. Sie vergrößern die Kontaktfläche zwischen den Knochen, verteilen den Druck gleichmäßig und schützen so den darunterliegenden Gelenkknorpel. Zugleich stabilisieren sie die Bewegung und unterstützen die Kreuzbänder. Der Innenmeniskus ist fest mit der Gelenkkapsel und dem Innenband verwachsen und dadurch weniger beweglich. Genau deshalb reißt er deutlich häufiger als der freier gelagerte Außenmeniskus. Nur der äußere, gut durchblutete Randbereich kann von selbst heilen, während die inneren Zonen kaum Blutgefäße besitzen. [4]

Akute und degenerative Ursachen

Grundsätzlich werden zwei Entstehungswege unterschieden. Akute, traumatische Risse entstehen durch eine plötzliche Drehbewegung des Knies unter Belastung und treten überwiegend bei Menschen unter vierzig Jahren auf. Degenerative Schäden dagegen sind Folge jahrelanger Abnutzung: Der Faserknorpel verliert mit dem Alter an Elastizität, kleine Risse weiten sich langsam aus. Begünstigt wird dies durch Übergewicht sowie durch Berufe mit häufigem Bücken oder Knien. Etwa jeder fünfte Mensch über vierzig weist bereits Meniskusveränderungen auf, oft ganz ohne Beschwerden. [2]

Typischer Mechanismus im Fußball

Im Fußball ist der Meniskusriss eine klassische Verletzung. Typisch ist die Kombination aus fixiertem Fuß und ruckartiger Drehung des Oberkörpers, etwa beim Abbremsen, Antäuschen oder in einem Zweikampf. Die Stollen verhaken sich im Rasen, während sich der Körper weiterdreht, sodass enorme Scherkräfte auf den eingeklemmten Meniskus wirken. Auch andere Stopp-und-Dreh-Sportarten wie Handball, Tennis oder Skifahren führen zu diesem Muster. Häufig reißt dabei nicht nur der Meniskus allein, sondern es kommt zu Begleitverletzungen der Bänder. [4]

Symptome und Beschwerden

Ein akuter Riss macht sich oft durch einen stechenden Schmerz am Gelenkspalt bemerkbar, der sich besonders bei Drehbewegungen und Belastung verstärkt. Manche Betroffene hören im Moment der Verletzung ein Knacken. Häufig folgen eine Schwellung und ein Gefühl der Instabilität. Reißt ein Gewebestück ein und klemmt sich zwischen die Knochen, kann das Knie blockieren und sich nicht mehr voll strecken oder beugen. Degenerative Schäden verlaufen dagegen oft schleichend und verursachen lange nur belastungsabhängige, wandernde Beschwerden. [1]

Diagnose

Am Anfang steht das ärztliche Gespräch zum Unfallhergang, gefolgt von der körperlichen Untersuchung. Mit gezielten Meniskustests wie dem McMurray-, dem Steinmann- oder dem Apley-Test wird durch Druck und Rotation versucht, den typischen Schmerz auszulösen. Für den sicheren Nachweis gilt die Magnetresonanztomographie als Goldstandard, da sie Weichteile und Knorpel hochauflösend darstellt und die Rissform sowie deren Lage genau zeigt. Ein Röntgenbild dient lediglich dazu, knöcherne Verletzungen und eine vorbestehende Arthrose auszuschließen. [4]

Behandlung

Ob konservativ oder operativ behandelt wird, hängt von Rissform, Größe, Lage und Beschwerden ab. Kleine, stabile Risse im gut durchbluteten Randbereich heilen häufig ohne Eingriff mit Physiotherapie, Muskelaufbau und zeitweiser Schonung. Ist eine Operation nötig, erfolgt sie meist arthroskopisch. Dabei gilt der Erhalt des Meniskus als oberstes Ziel: Basisnahe Risse werden bevorzugt genäht, während im schlecht heilenden Innenbereich nur sparsam Gewebe entfernt wird. Bei rein verschleißbedingten Rissen bringt eine Operation dagegen meist keinen Vorteil. [2]

Reha, Spätfolgen und Bedeutung

Nach einer Meniskusnaht ist die Rehabilitation langwierig, da das genähte Gewebe mehrere Wochen geschont und stufenweise wieder belastet werden muss; volle Sportfähigkeit wird oft erst nach Monaten erreicht. Nach einer sparsamen Teilentfernung geht es schneller. In der konservativen Therapie hat sich eine Frist von etwa drei Monaten bewährt, nach der bei ausbleibendem Erfolg neu über eine Operation entschieden wird. Weil jeder Meniskusverlust das Arthroserisiko erhöht, ist der Erhalt der Pufferfunktion langfristig entscheidend. [3]

Auf einen Blick

Ort
Kniegelenk
Ursache
Drehbewegung, Verschleiß
Behandlung
Physiotherapie oder Operation

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Meniskusriss: Symptome, Ursachen, Behandlung Gelenk-Klinik.de
  2. Meniskusriss und Meniskusschaden Gesundheitsinformation.de (IQWiG)
  3. Meniskusverletzung sportärztezeitung
  4. Meniskusruptur AMBOSS

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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