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Kindertrainer-Zertifikat

Auch: DFB-Kindertrainer-Zertifikat · Basiszertifikat Kindertraining

Eine niedrigschwellige Qualifikation, die speziell auf das kindgerechte Training im Nachwuchsbereich vorbereitet.

Das Kindertrainer-Zertifikat ist eine niedrigschwellige Einstiegsqualifikation des Deutschen Fußball-Bundes, die gezielt auf das Training mit den jüngsten Nachwuchskicker*innen vorbereitet. [1] Es richtet sich an alle, die Mannschaften von den Bambini bis zur E-Jugend betreuen, und vermittelt in kompakter Form, wie man Kinder mit Freude an Bewegung und Ball heranführt. [2] Anders als die klassischen Lizenzstufen verlangt es kaum Vorbedingungen und lässt sich schnell erwerben, was es besonders für Ehrenamtliche attraktiv macht.

Warum Kinder eine eigene Qualifikation brauchen

Kinder lernen und trainieren grundlegend anders als Jugendliche oder Erwachsene. Sie brauchen viele Ballkontakte, Bewegungsvielfalt und das Gefühl, im Mittelpunkt zu stehen, nicht das frühe Streben nach Ergebnissen. Das Zertifikat setzt genau hier an und schärft den Blick dafür, dass kindgerechtes Training eine eigene pädagogische Herangehensweise erfordert. [1] Im Zentrum stehen Begeisterung wecken, individuelle Stärken fördern und Vorbild sein mit Werten wie Fair Play und Toleranz. Die Trainer*innen lernen, jedes Kind einzeln zu sehen und ihm Freiheiten im Spiel zu lassen.

Aufbau, Umfang und Zugang

Der Lehrgang umfasst 20 Lerneinheiten und ist im Blended-Learning-Format aufgebaut, also einer Mischung aus zwei Präsenztagen, drei Online-Phasen und begleitenden Anwendungsphasen im eigenen Verein. [1] Dadurch lässt sich die Ausbildung gut neben Beruf und Ehrenamt bewältigen. Der Zugang ist bewusst niedrigschwellig gehalten: Trainer*innen und Betreuer*innen der Altersklassen Bambini bis E-Jugend können sich ohne Lizenz und ohne fachliche Vorbedingungen anmelden. [2] Die Kosten liegen bei rund 40 Euro, die Anmeldung läuft über den jeweiligen Landesverband. [2]

Ausbildungsinhalte

Inhaltlich gliedert sich das Zertifikat in die Bausteine Ich, Spiel und Spieler*in, Organisation sowie System Fußball. [1] Vermittelt werden das eigene Rollenverständnis, altersgerechte Übungs- und Spielformen, die zehn goldenen Regeln des Kinderfußballs sowie Modelle der Spielfähigkeit. Ein wichtiger Block behandelt Verantwortung im Kinderfußball, etwa Aufsichtspflicht, Kinderschutz und den Umgang mit Verletzungen. Ebenso geht es um die Zusammenarbeit mit Eltern und um wertschätzende Kommunikation gegenüber Kindern, damit ein sicheres und motivierendes Umfeld entsteht.

Bezug zur Kinderfußball-Reform

Das Zertifikat ist eng mit der DFB-Kinderfußball-Reform verzahnt, die kleinere Felder, kleinere Teams und neue Spielformen in den Mittelpunkt rückt. [3] Statt großer Spielfelder und starrer Ergebnisorientierung setzen die Wettbewerbe auf viele Ballkontakte, mehr Torabschlüsse und Erfolgserlebnisse für jedes Kind. Die Trainer*innen lernen, diese Formate zu verstehen und im Rahmen von Spielfesten selbst zu organisieren. [1] So wird das Zertifikat zum praktischen Werkzeug, um die Reform an der Basis mit Leben zu füllen.

Einordnung in die Ausbildungskette

Innerhalb der neu strukturierten DFB-Trainerausbildung steht das Kindertrainer-Zertifikat ganz am Anfang der Qualifizierungskette. [3] Darauf folgen der DFB-Basis-Coach mit 40 Lerneinheiten und die C-Lizenz mit insgesamt 120 Lerneinheiten, die in die Profile Kinder, Jugend und Erwachsene aufgeteilt ist. [4] Wer das Kinder-Profil der C-Lizenz wählt, kann sich die 20 Lerneinheiten des Zertifikats anrechnen lassen. [3] Das Zertifikat ist somit kein Endpunkt, sondern ein durchlässiger erster Schritt in eine lizenzierte Trainerlaufbahn.

Zielgruppe und Nachwuchsgewinnung

Vor allem Eltern und ehrenamtliche Helfer*innen sollen mit dem Angebot erreicht werden, denn im Kinderbereich springen oft Mütter und Väter ohne fußballerische Vorbildung ein. [2] Durch den geringen Aufwand und die überschaubaren Kosten senkt das Zertifikat die Hemmschwelle, Verantwortung zu übernehmen. Der DFB will damit mehr qualifizierte Betreuer*innen gewinnen und zugleich die Qualität des Trainings verbessern. [4] Gerade in kleineren Vereinen kann das den Unterschied machen, ob eine Bambini- oder F-Jugend-Mannschaft überhaupt zustande kommt.

Bedeutung für die Basis

Für den Breitenfußball hat das Kindertrainer-Zertifikat eine strategische Bedeutung. Es professionalisiert den Einstieg ins Ehrenamt, verankert kindgerechte Prinzipien früh und stärkt die Verbindung zwischen guten Bedingungen im Kindesalter und späterer Bindung an den Sport. [4] Wenn Kinder von Anfang an mit Freude und altersgerechter Anleitung Fußball erleben, sinkt das Risiko früher Abbrüche. Das Zertifikat legt damit ein Fundament, das weit über die einzelne Trainingsstunde hinausreicht, und trägt dazu bei, den Nachwuchsfußball an der Basis zukunftsfähig zu halten. [3]

Auf einen Blick

Zielgruppe
Trainer im Kinderfußball
Merkmal
niedrigschwellig und kompakt
Ziel
kindgerechtes Training

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Kindertrainer*in-Zertifikat DFB-Akademie
  2. Kindertrainer-Zertifikat Württembergischer Fußballverband
  3. Die neuen DFB-Trainerlizenzen, ein Einstieg in die Trainerlaufbahn Kickplan
  4. Der Trainerschein, machen oder nicht? Fussballtraining.de

Alle Texte sind eigenständig formuliert. Die Quellen dienen der Verifikation und dem Weiterlesen.

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